HARMOS: Regierungsrat will den HarmoS-Beitritt

Der Zuger Regierungsrat will die Ziele und die Struktur der Volksschule interkantonal harmonisieren. Er beantragt deshalb dem Kantonsrat den Beitritt zum HarmoS-Konkordat.

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In Zug sollen Kinder neu für zwei Jahre in den Kindergarten gehen. (Archivbild Alexandra Wey/Neue ZZ)

In Zug sollen Kinder neu für zwei Jahre in den Kindergarten gehen. (Archivbild Alexandra Wey/Neue ZZ)

Um die Anforderungen des Konkordates zu erfüllen, seien im Kanton Zug nur wenige Anpassungen nötig, hält der Regierungsrat in seinem Bericht vom Mittwoch fest. Neu eingeführt werden müsste ein obligagtrisches zweites Kindergartenjahr.

Obligatorisch ist im Kanton Zug derzeit ein einjähriger Kindergarten ab dem erfüllten 5. Altersjahr. Eine Erhebung bei den Gemeinden ergab jedoch, dass 88,7 Prozent der Kinder bereits heute ab erfülltem 4. Altersjahr das vorangehende freiwillige Kindergartenjahr besuchen.

Mehrkosten für Kindergärten
Blockzeiten und Tagesschulen entsprechen im Kanton Zug bereits den Vorgaben von HarmoS, ebenso der frühe Fremdsprachenunterricht. 2006 wurden Englisch ab der 3. Klasse und Französisch ab der 5. Klasse eingeführt.

Unmittelbare finanzielle Auswirkungen habe der Beitritt zum HarmoS-Konkordat nicht, schreibt der Regierungsrat. Mehrkosten resultierten jedoch durch den obligatorischen zweijährigen Kindergarten. Noch nicht entschieden sei, ob eine Basis- oder eine Grundstufe geschaffen werde.

Wichtiger Standortfaktor
Der Beitritt zum HarmoS-Konkordat sei ein dringendes Anliegen, heisst es im Bericht an den Kantonsrat. Die deutliche Zustimmung des Zuger Souveräns zur neuen Bildungsverfassung im Jahre 2006 sei ein klarer Auftrag zu einer tatsächlichen Harmonisierung und Koordination im Schulwesen.

Für Zug als Wirtschaftsstandort mit regionaler Austrahlung sei zudem die Harominisierung in der Vorstufenphase zur Berufsbildung ein wichtiger Standortfaktor. Rund ein Drittel der Lernenden an den Zuger Berufsfachschulen stammen aus umliegenden Kantonen.

Das Konkordat tritt in Kraft, wenn zehn Kantone beigetreten sind. Den Beitritt bereits beschlossen haben die Kantone SH, GL, VD und JU. In den Kantonen LU, TG, GR, SG, NW und ZH wurde das Referendum ergriffen. Können sich die Kantone nicht einigen, wird der Bund entsprechende gesetzliche Vorgaben erlassen.

sda