HAUSBESETZUNG: Jetzt präsentiert Tännler die Quittung

22'500 Franken Schadenersatz fordert der Kanton von den Organisatoren der illegalen Party im Theilerhaus. Die Stadt zeigt sich derweil verständnisvoll.

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Baudirektor Heinz Tännler. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Baudirektor Heinz Tännler. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

«Wenn auf politischer Ebene nichts geschieht, muss die Jugend die Probleme selbst in die Hand nehmen.» Damit begründet ein «Freundeskreis Trümmertango» in einer am Dienstag veröffentlichten Medienmitteilung die Besetzung des Theilerhaus in Zug. Dort stieg, von dieser Gruppe organisiert, in der Nacht auf Pfingsmontag eine illegale Party, an der nach Angaben der Veranstalter rund 500 Leute teilnahmen. «Mit dieser Aktion will der Freundeskreis Trümmertango seine Forderung nach mehr Kulturraum unterstreichen», schreibt die Gruppe weiter.

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Die gleiche Forderung wurde schon Anfang Februar im Rahmen einer Besetzung der leer stehenden Induktafabrik an der Baarerstrasse geäussert. «Bereits damals erklärten wir uns für Gespräche mit den Besetzern bereit», sagt Stadtrat Andreas Bossard, Vorsteher des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit der Stadt Zug. Doch gemeldet habe sich bei ihm bis heute niemand. «Der Stadtrat ist nach wie vor für Gespräche bereit, jedoch müssen die Besetzer von sich aus auf uns zukommen.»

Dass keine Lösungen für einen Galvanik-Ersatz in Sicht ist, wie die Veranstalter in ihrem Communique schreiben, verneint Stadtrat Bossard. «Der Baurechtsvertrag, die wichtigste Grundlage für den Umbau, und die langfristige Weiterführung ist abgeschlossen», erklärt er. Denn Mitte Jahr muss die Galvanik ihren Betrieb aus feuerpolizeilichen Gründen einstellen. Und dann wäre vorübergehend Schluss mit dem Kulturbetrieb.

Galvanik doch nicht am Ende?
«Um dies zu verhindern, entwickelte die IG Galvanik ein Konzept, um einen reduzierten Betrieb während der Umbauphase sicher zu stellen. Geprüft wird auch eine einfache Lösung auf der Areal der Galvanik, sofern die notwendigen Bewilligungen erteilt werden», sagt Andreas Bossard. Die Neue ZZ weiss, dass es sich bei dieser Lösung um eine Weiterführung des Barbetriebes im Erdgeschoss handeln könnte.

«Ich habe ein gewisses Verständnis für das Anliegen der Besetzer», so Bossard. «Und auch ich finde es schade, dass das Theilerhaus bereits seit Jahren ungenutzt dasteht.» Doch sollten solche Aktionen immer im Rahmen des Gesetzes stattfinden – und mit dem Einverständnis der Eigentümer. Das findet auch Regierungsrat und Baudirektor Heinz Tännler. Der Kanton als Besitzer des Theilerhauses wird deshalb (heute) Mittwoch bei der Polizei eine Anzeige gegen die Veranstalter der illegalen Party einreichen.

Andreas Oppliger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.