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Häuserpreise in Zug steigen weiter

Vor allem die Einfamilienhauspreise sind letztes Jahr im Kanton Zug noch einmal markant gestiegen, wie ein aktuelles Monitoring bestätigt. Dies wegen zunehmender Knappheit. Und die Leerwohnungsziffer bleibt die schweizweit tiefste.
Christopher Gilb
Auf dem Suurstoffi-Areal entstehen Wohnungen und Büroflächen. Die Preise aber werden immer höher. (Bild: Werner Schelbert (Risch, 22. Februar 2018))

Auf dem Suurstoffi-Areal entstehen Wohnungen und Büroflächen. Die Preise aber werden immer höher. (Bild: Werner Schelbert (Risch, 22. Februar 2018))

Miet- wie Eigentumswohnungen bleiben im Kanton Zug Mangelware. Gemäss jüngsten Erhebungen der Immobilienberatung ­Wüest Partner weist der Zuger Wohnungsmarkt wiederum die schweizweit tiefste Leerstandsziffer auf – nur 0,4 Prozent sämtlicher Wohnungen standen im Juni 2018 leer, schweizweit waren es 1,6 Prozent. Nur bezogen auf die Mietwohnungen betrug die Leerstandsziffer 0,6 Prozent, während sich der gesamtschweizerische Durchschnitt bei diesen auf 2,6 Prozent erhöhte.

Peter Bucher, der Leiter Immobilieninvestoren bei der Zuger Kantonalbank, die das Monitoring jeweils regional auswertet, bedient sich eines gar nicht so aus der Luft gegriffenen Beispiels. «Stellen Sie sich mal vor nur 10 Prozent von den 40 000 Pendlerinnen und Pendlern, die täglich nach Zug kommen, würden gerne hier wohnen. Dann bräuchte man zusätzliche Wohnungen für 4000 neue Haushalte. Es werden jährlich aber nur 500 bis 700 Wohnungen gebaut.» Und gemäss Bucher seien auch keine grossen Veränderungen zu erwarten. Da der Kanton verpflichtet wurde, keine neuen Baulandflächen einzuzonen, und die Eigentümer dementsprechend mit den noch verfügbaren Baulandflächen und Baulandreserven sorgfältig und weitsichtig umgehen würden. «Die Entwicklung im Zuger Immobilienmarkt ist äusserst stabil und wird es auch in den nächsten Jahren bleiben», so das Fazit von Bucher.

Mittelgrosse Häuser 3,5 Prozent teurer

Wie sich der Auswertung weiter entnehmen lässt, sind jedoch wenigstens die Mietpreise stabil geblieben, nicht jedoch die Preise von Eigentumswohnungen. «In der aktuellen Tiefzinsphase fliessen die Investitionen stärker in den Mietwohnungsbau als in das Wohneigentum», erklärt Bucher. «Deshalb gibt es wenig freie Eigentumswohnungen, was die Preise weiter erhöht», so Peter Bucher. Und dies deutlich. Im mittleren Preissegment beispielsweise stiegen die Preise rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. So kostet eine Viereinhalbzimmerwohnung mittlerweile rund 1,6 Millionen Franken. Zwischen Mitte 2017 und Mitte 2018 wurden im Kanton Zug Baubewilligungen für lediglich 160 neue Wohneigentumseinheiten erteilt.

Neue Einfamilienhäuser kamen wegen des fehlenden Baulands noch seltener auf den Markt. Auf jedes Einfamilienhaus, das auf Internetportalen ausgeschrieben ist, kommen im Kanton Zug rund 20 Suchabos. Schweizweit sind es pro Inserat lediglich zwei Suchabos. Der Preis eines mittelgrossen Objektes ist im Vergleich zum Vorjahr sogar im Kantonsdurchschnitt um 3,5 Prozent gestiegen. Überraschend stark sei der Preisanstieg mit 4 Prozent in den Regionen Zug und Lorzenebene ausgefallen, weiss Bucher. Am meisten Chancen, ein Einfamilienhaus im Kanton zu finden, habe man noch in der Region Berg, wo die Angebotsquote bei 4 Prozent liege. «Bei diesen Objekten handelt es sich aber meist um grössere und dementsprechend noch teurere Häuser.»

Beweis für die hohe Nachfrage für Objekte im Kanton Zug, so Bucher, sei auch die Resonanz für die Website Zuger Bauobjekte, welche die Kantonalbank Ende letztes Jahr eingerichtet hat und auf der Neubauprojekte im Kanton frühzeitig angekündigt werden.

Spannend in Bezug auf die Wohnungen, nicht die Häuser, ist in der Immostudie die Grafik zum Anteil gemeinnütziger Wohnungen und günstiger Kleinwohnungen. Während beispielsweise Nachbargemeinden aus dem Kanton Luzern wie Emmen oder Kriens bezüglich gemeinnütziger Wohnungen bei Prozentzahlen um 10 liegen, liegt Zug nur bei gegen 5 Prozent und Baar noch tiefer.

Ein grösserer Leerstand bei Büroflächen

Weit mehr als Wohnungen sind derweil Büroflächen verfügbar, mehr als 10 Prozent nämlich. Die Mieten bei diesen stiegen um 2,8 Prozent, dies, so Bucher, wegen des grossen Anteils an neu konzipierten und modernen Büroflächen. Er erwartet aber nicht, dass es zu einem Überangebot komme. «Die neuen Projekte werden jeweils erst realisiert, wenn ein grosser Ankermieter gefunden ist; sind die restlichen Flächen dann erst einmal auf den Markt, werden sie auch schnell vermietet.»

Bei den Geschäftsflächen wiederum ist auffällig, dass im Gegensatz zu Luzern beispielsweise die Mietpreise pro Quadratmeter und Jahr für die Stadt Zug mit 650 Franken tiefer sind als der Durchschnitt der Mietpreise in der Region Zug mit 730 Franken. Gemäss Robert Weiner von Wüest Partner würden diese Zahlen davon abhängen, was für Flächen gerade auf dem Markt seien. «Es kann sein, dass dies in der Stadt Ladenflächen in Überbauungen sind, die sich nicht gerade im Zentrum befinden und dementsprechend günstiger sind, die inserierten Ladenflächen in der Region hingegen zentral liegen.» Wie sich jedenfalls zeigt, behält Zug, was den Immobilienmarkt betrifft, seine Sonderstellung.

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