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Überraschende Post von einer Stadtzuger Pfarrei

Aus dem Muntermacher-Brief hat die Pfarrei St.Johannes der Täufer ein kleines Büchlein zu Weihnachten zusammengestellt. Herzzerreissend und gut gemacht.

Marco Morosoli
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Die Kirchen im Allgemeinen haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten an Bedeutung verloren. Die beste Saison, um es ein wenig salopp zu sagen, ist die Weihnachtszeit. Da sind die Kirchen meist proppenvoll. Wegen des Coronavirus ist der erlauchte Kreis der Kirchgänger stattlich reglementiert. 50 Personen an einer heiligen Messe ist das höchste aller Gefühle.

Da hat sich das Seelsorgerteam der katholischen Pfarrrei St.Johannes der Täufer eine neue Variante ausgesucht, mit der es die Gläubigen erreichen kann. Das Produkt, ein 28 Seiten dickes Büchlein, lässt sich sehen. Wer darin einfach Bibelstellen in der kopierten Art vermutet, der irrt. Die Geschichte von der Geburt von Jesus findet sich im Druck-Erzeugnis in einer überarbeiteten Fassung, die gekonnt die Emotionen abholt. Kurz und prägnant erklärt die Weihnachtsbibel, wie der Brauch des Adventskranzes entstand.

Gurken und weitere Rätsel

Oder kennen Sie die Geschichte der Weihnachtsgurke? Es handelt sich um einen Brauch aus den USA, den ein dorthin ausgewanderter Bayer im 19. Jahrhundert im Nachgang des Amerikanischen Bürgerkriegs eingeführt haben soll. Wer die Gurke am Baum zuerst entdeckt, bekommt dann jeweils ein Zusatzgeschenk.

Es findet sich im Weiteren im Heft ein Rätsel mit 15 Fragen zu Weihnachten. Den Abschluss macht dann ein Witz in Varianten. «Weihnachten fällt in diesem Jahr aus, weil: Das Christkind ist in Kurzarbeit.» Alles in allem eine kleine Bibel, die Frohsinn bringt. Auf das Düstere und das Drohende – sonst ein treuer Begleiter in der Katholischen Kirche - verzichtet das Seelsorgerteam der Pfarrei St.Johannes in der Stadt Zug glücklicherweise. Nur schon auf digitale Plattformen zu wechseln, weil wegen des Coronavirus keine Messen im üblichen Rahmen durchführbar sind, ist eine kleine Revolution. Und die Kirche bewegt sich doch. Gut so.