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Technologiecluster der V-Zug: Hier entsteht das Parkhaus der Zukunft

Das Technologiecluster Zug nimmt langsam Gestalt an. Im Herbst soll auf dem V-Zug-Areal das sogenannte «Mobility Hub» entstehen.
Fabian Gubser

Mit einer neuen Fabrikhalle hat der Bau des Technologieclusters Zug bereits letztes Jahr begonnen. Interessanter für die breite Öffentlichkeit ist wohl das Projekt «Mobility Hub Zug». Als «Eingangstor zur Stadt» preist die V-Zug das zweite Gebäude des Clusters an. Der Bau am nördlichen Ende des Betriebsgeländes liegt tatsächlich in unmittelbarer Nähe der Tangente Zug/Baar, die gegenwärtig realisiert wird. Das «Tor» meint eine dazugehörige Fussgängerbrücke, die über die Strasse zum Betriebs-Areal führen wird.

Als «Eingangstor zur Stadt» preist die V-Zug den zweiten Bau des Technologieclusters Zug an. Visualisierung: PD

Als «Eingangstor zur Stadt» preist die V-Zug den zweiten Bau des Technologieclusters Zug an. Visualisierung: PD

Der sogenannte Mobility Hub ist eine Art Parkhaus der Zukunft. Wie sein Name schon verrät, soll das «Mobilitäts-Drehkreuz» ein Umsteigeort sein, und zwar vom motorisierten Individualverkehr auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel – vor allem für das Personal der V-Zug, aber auch für die Öffentlichkeit. Jetzt liegt das Baugesuch bei der Stadtverwaltung Zug auf. Wenn bis zum 22. Juli keine Einsprachen erhoben werden, soll der Bau mit Platz für ungefähr 600 Parkplätze im Herbst beginnen. Das bestehende Gebäude, in dem zurzeit Zwischennutzungen wie etwa die Produktionswerkstatt Fablab zu Hause sind, wird abgerissen. Die Handwerker-Filiale bekommt auch im neuen Parkhaus einen Platz. Überdies ist im Erdgeschoss ein kleines Bistro vorgesehen.

Beat Weiss leitet den Bau des Technologieclusters Zug (siehe Box). Er sagt, die Idee zum Mobility Hub sei aus dem Zwang heraus entstanden, auf dem Areal der V-Zug Platz zu schaffen. Mit dem Wegfall der jetzigen Aussenparkplätze entstehen so Freiflächen und Raum für neue Bauten. Zudem wolle die V-Zug den Trend, weg vom persönlichen Auto hin zu nachhaltigeren Transportmitteln, unterstützen. «Umsteigen ist das grosse Ziel», sagt Weiss.

Industriebauten und Wohnungen

Es ist ein gewaltiges Vorhaben, das bis 2035 oder 2040 auf dem Areal der V-Zug an der Grenze zwischen der Stadt Zug und der Gemeinde Baar entstehen soll: Auf dem zurzeit voll belegten 80 000 Quadratmeter grossen Gebiet wird in mehreren Etappen ein neues Industrie- und Wohnquartier, der sogenannte Technologiecluster Zug (TCZ), in umweltfreundlicher Bauweise und mit nachhaltiger Energieversorgung, gebaut. Der Bebauungsplan sieht die Erneuerung des Werkareals der V-Zug vor, ebenso wie diverse Industrie- und Wohnbauten für die Ansiedlung von zusätzlichen Betrieben und Ausbildungseinrichtungen. Zirka 1500 Industrie- und zwischen 2500 und 3700 Dienstleistungsarbeitsplätze sowie Wohnungen für 400 bis 650 Menschen sollen entstehen. Nachhaltigkeit und preisgünstiges Wohnen seien wichtige Eckpfeiler des Grossprojekts, heisst es bei der V-Zug.

Selbstfahrendes Shuttle und selbstparkierende Autos

Dafür bieten sich beispielsweise die angrenzenden Buslinien 3 und 4 an. Ausserdem stehen E-Velos und E-Trottinetts zur Verfügung. Weiter soll für die Öffentlichkeit ein selbstfahrender Elektro-Shuttle realisiert werden, der den Mobility Hub mit dem Bahnhof verbindet. Dafür arbeitet die V-Zug mit den ZVB, den SBB und dem Unternehmen Mobility zusammen. Erste Testfahrten wurden mit dem Shuttle auf eben dieser Strecke bereits durchgeführt. In einer ersten Phase soll das Gefährt für Mitarbeitende der V-Zug getestet werden. Es wird aber noch futuristischer: Weiss möchte ein sogenanntes «automated Valet-Parking» anbieten. Das bedeutet, dass sich selbstfahrende Autos automatisch einparkieren. Der Clou: Durch verdichtetes Parkieren reduziert sich die Fläche um fast die Hälfte.

Noch stehen die modernen Mobilitätskonzepte des Mobility Hubs nur auf dem Papier. Selbstfahrende Shuttle-Busse sind anderswo jedoch bereits Realität, zum Beispiel verbinden solche seit 2016 in Sion den Bahnhof mit der Innenstadt. Bis jetzt nicht marktfähig ist laut Weiss das «automated Valet-Parking» – dafür sind die Angebote technisch noch nicht genügend ausgereift. Auch die notwendigen Bewilligungen stellen eine Hürde dar. Laut Weiss sind zumindest alle baulichen Voraussetzungen für die modernen Mobilitätslösungen geschaffen – theoretisch könnte das Parkhaus sogar nur elektrisch betriebene Autos aufnehmen. «Wir spielen mit dem Gedanken, eine E-Flotte für unser Personal anzuschaffen», fügt Weiss an.

Mobilitätsexperte zeigt neue Möglichkeiten auf

Oscar Merlo ist Verkehrsingenieur beim Chamer Planungsbüro Teamverkehr. Er sagt, der Wandel unserer Mobilität verlaufe derart dynamisch, dass auch er als Experte nicht vorhersagen könne, welche Transportmittel wir in der Zukunft benutzen. Aber:

«Wir können nicht zuwarten, sondern müssen jetzt neue Gelegenheiten schaffen».

Merlo begrüsst das Konzept des Mobility Hub, Autofahrer am Rand der Stadt abzufangen und auf umweltfreundlichere Transportmittel umzuverteilen.

Dementsprechend solle man nicht vergessen, über alternative Nutzungen der Flächen innerhalb der Stadt nachzudenken. Merlo gibt ein Beispiel: Mit weniger Autos in der Stadt könnte man die freigewordenen Flächen begrünen, was wiederum dem Stadtklima zu Gute käme. Gerade im Sommer ist es durch den schwarzen Asphalt und die mangelnde Luftzirkulation in den Städten oft heisser als auf dem Land. Aber auch Fussgänger und Velofahrer könnten von der vom Auto nicht mehr benötigten Fläche profitieren.

Das Projekt Mobility Hub ist ambitioniert und das Vorhaben komplex, da neben der Stadt Zug viele weitere Partner wie etwa ein bekannter Autohersteller eingebunden sind. Bis 2021 soll der Bau fertig sein.

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