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Im ehemaligen Schlammweiher in Edlibach hausen nun die Kröten

Die Renaturierung im Kieswerk Bethlehem schreitet voran. Beim ehemaligen Schlammweiher tummeln sich nun Grasfrösche und Gelbbauchunken, laufend kommen neue Tier- und Pflanzenarten dazu – ein Rundgang.
Nadine Wyss
Die Gemeinderätin Barbara Beck-Iselin, der Ökologe Niklaus Peyer sowie die Kibag-Angestellten Patrick Gasser und Theo Desax (von links) nehmen einen Augenschein im Kieswerk. (Bild: Werner Schelbert (Menzingen, 24. Mai 2018))

Die Gemeinderätin Barbara Beck-Iselin, der Ökologe Niklaus Peyer sowie die Kibag-Angestellten Patrick Gasser und Theo Desax (von links) nehmen einen Augenschein im Kieswerk. (Bild: Werner Schelbert (Menzingen, 24. Mai 2018))

In einer Wasserstelle tummeln sich Kaulquappen. Junge Gelbbauchunken und Grasfrösche suchen sich mehr oder weniger geschickt ihren Weg über die Steine zum nächsten Schattenplatz. Die Gelbbauchunken sind bekannt für ihre Mobilität und legen ihren Laich auch gerne in eine Reifenspur.

Die Kröten sind Teil eines Renaturierungsprojekts des Kieswerks Edlibach, wo seit 150 Jahren Kies abgebaut wird. Im Rahmen einer Begehung am Donnerstagmorgen konnten erste Erfolge der neu geschaffenen Ausgleichsfläche von rund 23000 Quadratmeter begutachtet werden. Die Bewilligung des Kiesabbaus aus dem Jahre 2002 war an verschiedene Auflagen gebunden. So etwa die Ausscheidung der Steilböschung als Naturschutzzone und die Umgestaltung des ehemaligen Schlammweihers.

Theo Desax, Regionalleiter bei der Kieswerkbetreiberin Kibag, räumt ein, dass ihnen die Vorschriften zu Beginn keine Freude bereitete. Umso mehr freut er sich heute über die gute Entwicklung und konstruktive Zusammenarbeit mit den Umweltschutzorganisationen. «Es hat auch ein Wandel bei den Mitarbeitern stattgefunden. Heute beteiligen sie sich aktiv und berichten regelmässig über ihre Funde.»

Der ehemalige Schlammweiher besteht jetzt aus verschiedenen Wasserstellen, die unter anderem als Laichplätze dienen. «Die Gelbbauchunken laichen ab April bis in den Sommer hinein», erklärte der Ökologe Niklaus Peyer, und nahm vorsichtig ein Jungtier in die Hand. Die gelbe Warnfärbung trägt die Kröte verdeckt auf der Unterseite. «Naht ein Feind, zeigt sie in einer Art Yoga-Stellung ihren Bauch. Kann trotz Drohgebärde ein Feind nicht widerstehen, stösst sie über die Haut ein Gift aus», erklärt Peyer, der regelmässig zugegen ist, um die Fortschritte zu beobachten und festzuhalten.

Er ist Mitglied der ökologischen Fachgruppe, die sich ein bis zweimal im Jahr trifft, um über weitere Massnahmen zu beraten. Inzwischen konnten 50 Pflanzenarten und 45 Tierarten dokumentiert werden. Da keine Tiere aktiv angesiedelt werden, gestaltet sich der Aufbau dynamisch. Je nach zugewanderter Tierart werden entsprechende Massnahmen ergriffen. Zu den sogenannten Zielarten zählen unter anderem Ringelnatter, Gelbbauchunke, Erdkröte, Berg- und Fadenmolch und diverse Wildbienenarten.

Zur Freude der Beteiligten konnte bereits nach Abschluss der Bauarbeiten im vergangenen März der vom Aussterben bedrohte Flussregenpfeifer beobachtet werden. Auch Iltis, Siebenschläfer, Hermelin und Feldhase sollen heimisch werden. Noch im Gespräch ist der Anbau von heimischen Sträuchern und Bäumen. Gar nicht gerne gesehen und bekämpft werden hingegen Neophyten.

Auszeichnung als Naturpark

«Unsere Reserven reichen für weitere sieben Jahre Kiesabbau», erklärte Theo Desax und ergänzte, dass sie derzeit in Verhandlung über weitere Abbauflächen stehen würde. Die Menzinger Gemeinderätin Barbara Beck-Iselin wies in diesem Zusammenhang auf die Schwierigkeit hin, die verschiedenen Interessen der involvierten Parteien zu wahren. Sie lobte das Kieswerk für das vorbildliche Verhalten in Sachen Umweltschutz: «Nicht in jeder Kiesgrube sieht es so aus.» Dies sieht auch die Stiftung Natur und Wirtschaft so und hat das vorbildlich gestaltete Areal bereits im Jahr 2006 zertifiziert und als Naturpark definiert.

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