Leserbrief
Hier messen die SBB mit zwei Ellen

Über Spendensammler im Bahnhof Zug

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Kehrt die Normalität zurück oder nur der ganz normale Wahnsinn? Immerhin muss ich im Restaurant Name und Adresse hinterlegen und darf mich nur mit wenigen Leuten zusammensetzen. Beim Coiffeur muss ich eine Maske tragen, aber im Bahnhof Zug dürfen die bezahlten Spendeneintreiber mehr oder weniger aggressiv auf alle Leute losgelassen werden und hautnah um Spenden betteln.

Klar, die SBB empfiehlt im Zug eine Maske zu tragen, aber die unmaskierten Spendensammler dürfen dann Tausende Leute anquatschen und allenfalls ohne Information über die kontaktierten Personen das Virus verbreiten. Bekommt die SBB eigentlich Geld dafür oder ist das ein freiwilliger Beitrag zur Verbreitung des Coronavirus? Immerhin dürfen die Geschäfte, die ebenfalls in der Bahnhofhalle in Zug sind, schöne Abschrankungen aufstellen und Abstandsmarkierungen am Boden anbringen. Für Spendeneintreiber scheinen aber keine Coronaregeln zu gelten. Geld für ein Hilfsprojekt zu sammeln, scheint wichtiger, als die Gesundheit der Menschen zu stehen. Dass es sich dabei um Pro Juventute handelt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie, immerhin durften die Grosseltern die Enkel lange nicht besuchen, da kann man nun guten Mutes von den älteren Leuten Geld einfordern.

Karl Künzle, Menzingen