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Hier in der Stadt Zug soll künftig Tempo 30 gelten

Auf der Grabenstrasse soll zur Verminderung des Lärms eine geringere Geschwindigkeit eingeführt werden, wie die Baudirektion in der öffentlichen Auflage der entsprechenden Lärmsanierung ausführt. Doch die Tempo-30-Zone geht über die betroffene Strasse hinaus.
Charly Keiser
Auf diesen Strecken rund um die Grabenstrasse darf künftig nur noch 30 Stundenkilometer schnell gefahren werden. (Grafik: Janina Noser)

Auf diesen Strecken rund um die Grabenstrasse darf künftig nur noch 30 Stundenkilometer schnell gefahren werden. (Grafik: Janina Noser)

Seit gestern ist klar, wie die Baudirektion des Kantons Zug den Lärm auf der Grabenstrasse in der Stadt Zug vermindern will. Die Baudirektion hat gestern das von ihr geplante Projekt «Lärmsanierung Grabenstrasse, Abschnitt Kolinplatz–Casino» öffentlich aufgelegt und dieses auf ihrer Website aufgeschaltet. Bekanntlich wurde auf der Grabenstrasse eine vom Bundesgericht geforderte Lärmmessung durchgeführt.

Die Auflage der geplanten Temporeduktion auf 30 Stundenkilometer auf einer Kantonstrasse im Kanton Zug enthält Streitpotenzial. Die Baudirektion begründet so die Tempo-Reduktion: «Aufgrund der Versuchsergebnisse zum Tempo 30 wird auf der ganzen Länge der Kantonsstrasse im Perimeter der Lärmsanierung Grabenstrasse (sowie auf den angrenzenden Abschnitten der Ägeristrasse und der Neugasse) eine abweichende Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde eingeführt» (siehe nebenstehende Grafik). Das heisst: Die Baudirektion will zusätzlich auf fast der gesamten Neugasse sowie einem Teil der Ägeri- und der Artherstrasse Tempo 30 verfügen.

«Das ist eine böse Überraschung»

«Davon war nie die Rede», empört sich Thomas Ulrich, TCS-Zug-Präsident, für den der rund dreimal so grosse Tempo-30-Bereich aus «heiterem Himmel» kommt: «Das ist für uns und die Autofahrer eine böse Überraschung. Da wurde von der Baudirektion nicht mit offenen Karten gespielt.» Der TCS werde die rechtlichen Mittel prüfen, sagt Ulrich und fügt an: «Denn tagsüber kann auf der Grabenstrasse gar niemand schneller als mit Tempo 30 fahren. Und es gibt Studien, die klar belegen, dass bei Tempo 30 deutlich mehr Schadstoffe ausgestossen werden als bei Tempo 50.» Dies auch, weil in einer 30er-Strecke viele Auto- und Töfffahrer nur gerade 25 Stundenkilometer schnell fahren würden. Zudem seien die Motoren bei niedrigerem Tempo höheren Belastungen ausgesetzt, betont er.

Es sei darum vielmehr angezeigt, mit Flüsterbelägen und leiseren Pneus gegen den Lärm vorzugehen, ergänzt Thomas Ulrich. «Es kann ja einfach nicht sein, dass die Baudirektion auf zusätzlichen Strassenabschnitten Tempo 30 verfügen will, auf denen zuvor gar keine Lärmmessung durchgeführt worden ist. Der TCS wurde nicht informiert, und wir, wie alle Autofahrer, werden nun einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.»

Freude bei den Lärmgeplagten

Dass nicht nur die Grabenstrasse mit Tempo 30 belegt werden soll, freut hingegen Daniel Brunner, der seit 2007 für die Lärmsanierung der Grabenstrasse kämpft und damit vor dem Bundesgericht zweimal erfolgreich war. Auch dass Tempo-30-Strecken statt einer Tempo-30-Zone verfügt werden, sieht er positiv: «Es hat zu wenig Fussgängerverkehr bei der Migros Grabenstrasse und am Kolinplatz, um die Fussgängerstreifen aufzuheben. Auch Tempo 30 ab dem Buswendeplatz Casino an der Artherstrasse ist positiv», sagt Brunner und kritisiert: «Weil nur der unterste Teil der Ägeristrasse Tempo 30 bekommt, werden die Autofahrer dort künftig in steilem Gelände zu Lasten der Anwohner Gas geben.» Dasselbe Problem sieht er an den Kreuzungen Zugerbergstrasse und Hof-strasse, für die unverändert Tempo 50 gelten soll. Und der Beginn von Tempo 30 auf der Neugasse erst ab dem Raingässli sei zumindest fragwürdig, ebenso wie das Belassen der dortigen, schon heute oft missachteten Sicherheitslinie. «Jetzt müssen wir halt einmal schauen, wie das Ganze, notabene ohne jede Umgestaltung des Strassenraums, funktioniert.»

Risiko für den Führerschein

Roger Marcolin von der Ortsgruppe Zug des ACS fürchtet, dass die Baudirektion mit diesen Tempo-30-Strecken auf Kantonstrassen «ein gefährliches Präjudiz» schafft. «Das ist eine reine Schikane und auch äusserst gefährlich für die Autofahrer. Denn wer auf einer Tempo-30-Strecke nur ein bisschen zu schnell fährt, riskiert seinen Führerschein zu verlieren.» Und dies auf einer Strecke, auf der während des Tages «kein Mensch» schneller als 30 km/h fahren könne. Und in der Nacht sei die Lärmreduktion ja nur minimal.

Dass nun die geplante Tempo-30-Strecke dreimal länger als die Grabenstrasse sei, erachte er als «veritablen Skandal» und fügt an: «Wir sind der Meinung, dass das Volk über diese geplanten Tempo-30-Strecken zwingend abstimmen kann.» Denn das Bundesgericht hat nicht verlangt, dass die Baudirektion Tempo 30 verfügen muss. Marcolin sagt: «Es gibt andere Massnahmen, die zuerst in die Hand genommen werden ­können.»

Hinweis: Das Projekt «Lärmsanierung Grabenstrasse, Abschnitt Kolinplatz–Casino», ist unter www.zg.ch/tba «öffentliche Auflagen» einsehbar.

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