Leserbrief

Hier zeigt die EU ihr wahres Gesicht

«Corona-Ampel ohne die Schweiz», Ausgabe vom 10.Oktober

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In diesem Artikel, über ein einheitliches Ampelsystem der EU ohne Angaben über die Schweiz, ist zu lesen: «Offenbar will die EU-Kommission keine Gelegenheit ungenutzt lassen, um auf die Dringlichkeit des Rahmenabkommens hinzuweisen.»

Die EU zeigt wieder einmal ihr wahres Gesicht. Während wir Schweizer Covid-19-Patienten aus EU-Staaten zur Pflege übernommen haben, verdankt uns die EU dies mit einer Drohung. So schafft man sich keine Freunde für eine allfällige Abstimmung über das Rahmenabkommen.

Aber der Schuss könnte wieder einmal hinten rausgehen, wie das bei der Börsenäquivalenz oder der Forschungszusammenarbeit der Fall ist. Solange die Schweiz (angesichts steigender Fallzahlen) auf dieser Übersichtskarte nicht rot ist, gelten die entsprechenden Reisebeschränkungen wohl auch nicht.

Auch bezüglich Corona-Warnapp, welche die EU nicht für die Schweiz freigibt, ist es ein Schuss in das eigene Bein. Denn 325000 Grenzgänger können das Virus unerkannt täglich in die Schweiz oder aus der Schweiz bringen. Die EU ist sich der Tragweite gar nicht bewusst.

Zum Glück wird der Impfstoff in Zukunft in der Schweiz produziert, sonst müssten wir noch befürchten, dass die EU die Schweiz nicht beliefert, wie das bei der Schutzausrüstung zeitweise der Fall war.

Josef Wüest, Steinhausen