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HINGESCHAUT: Des Mäzens Grab in Risch und sein Pendant in Zürich

Der engagierte Zürcher Unternehmer Ernst Göhner zog um 1950 nach Risch, wo er bis zu seinem Lebensende blieb – und darüber hinaus: Sein bemerkenswertes Grabmal steht auf dem Rischer Friedhof. Ein identisches finden wir in Zürich.
Andreas Faessler
Risch: Grabmal von Ernst Göhner bei der Kirche St.Verena in Risch. Zuger Zeitung/Stefan Kaiser (Bild: Stefan Kaiser)

Risch: Grabmal von Ernst Göhner bei der Kirche St.Verena in Risch. Zuger Zeitung/Stefan Kaiser (Bild: Stefan Kaiser)

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Der Name Ernst Göhner ist heute vor allem wegen seiner Familienstiftung bekannt, welche zu den ältesten und traditionsreichsten im Kanton Zug gehört. Und mit landesweit über tausend unterstützten Projekten allein im Bereich Kultur ist die Stiftung gar eine der einflussreichsten der Schweiz. Der erfolgreiche Zürcher Bauunternehmer Ernst Göhner (1900–1971) war ein Pioniergeist und leidenschaftlichen Mäzen, hauptsächlich in den Bereichen Umwelt, Soziales, Bildung, Wissenschaft und ganz besonders Kultur. Für Theater, Tanz, Musik, Literatur, Denkmalpflege und Kulturgeschichte hatte der Unternehmer ein ausgeprägtes Faible. Ab 1950 lebte Ernst Göhner in Risch. Da bewohnte er das Gut Aabach bis zu seinem Tod.

Bestattet wurde er auf dem Rischer Friedhof. Er liegt dort neben seiner ersten Frau Amelia Göhner Burkhard. Das Grab befindet sich an der Nordseite der Pfarrkirche St. Verena. Der ­Entwurf zu dieser Grabstätte stammt von keinem Geringeren als Otto Münch (1885–1965). Münch war ein bedeutender Schweizer Bildhauer und Bronzeplastiker. Geboren in Meissen, besuchte er nach seinen Ausbildungen zum Holzbildhauer, Stuckateur und Innenarchitekt die Kunstgewerbeschule in Dresden bei Bildhauer Karl Gross und Architekt Wilhelm Kreis. Ab 1911 lebte Münch in Zürich, wo er namhafte Kunstprojekte ausführte und gemeinsam mit seiner Frau eine Kunstgewerbeschule führte. Zu Otto Münchs Hauptwerken in Zürich gehören die getriebenen Bronzeportale des Grossmünsters, die Stiegenhalle des St. Annahofs, die Steinkopie der Figur Karls des Grossen am Münster und der umfangreiche Bau- und Reliefschmuck des Nationalbank­gebäudes am Bürkliplatz. Auch im Kanton Zug war Otto Münch tätig: Das reich geschnitzte, hölzerne Radfenster in der reformierten Kirche Mittenägeri oder der «Apothekerfries» am Haus Neugasse 1 in der Stadt Zug stammen von ihm.

Das Grabmal Ernst Göhners in Risch ist ein durchbrochener Bronzeguss und zeigt die Wiederkunft Christi. Auf Wolken fährt der Auferstandene in den Himmel empor, umgeben von musizierenden Engeln – diese sind in genau derselben Art gestaltet wie im Radfenster in Mittenägeri. Im unteren Bereich des Grabmals sind das Kreuz und die irdische Welt abgebildet. Die Durchbrucharbeit wird von zwei Rundsäulen flankiert. Der Grabentwurf von Otto Münch ist doppelt ausgeführt worden: Ein identisches Pendant zum Grab Ernst Göhners in Risch treffen wir auf dem Friedhof Enzenbühl in Zürich-Rehalp an. Hier liegen Ernst Göhners Familienangehörige begraben.

Hinweis
Mit «Hingeschaut» gehen wir Details mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach. Frühere Beiträge finden Sie online unter www.zugerzeitung.ch/hingeschaut.

Ernst Göhners Grabmal aus Bronzeguss in Risch ist von Otto Münch entworfen worden. Auf dem Friedhof Enzenbühl in Zürich steht ein identisches Grab (kleines Bild). Hier liegen Familienangehörige Göhners begraben. Bilder: Stefan Kaiser/Andreas Faessler (Bild: Andreas Faessler)

Ernst Göhners Grabmal aus Bronzeguss in Risch ist von Otto Münch entworfen worden. Auf dem Friedhof Enzenbühl in Zürich steht ein identisches Grab (kleines Bild). Hier liegen Familienangehörige Göhners begraben. Bilder: Stefan Kaiser/Andreas Faessler (Bild: Andreas Faessler)

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