HOCHSCHULE: «Entscheid von regionaler Bedeutung»

Der Gemeinderat Risch unterstützt die Idee, das Departement Informatik in Rotkreuz anzusiedeln. Er tut dies aus mehreren Gründen.

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Auf diesem Areal möchte die Regierung die Hochschule in Rotkreuz verwirklichen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Auf diesem Areal möchte die Regierung die Hochschule in Rotkreuz verwirklichen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Wenn es nach dem Regierungsrat geht, wird das neue Departement Informatik der Hochschule Luzern auf dem Suurstoffi-Areal in Risch-Rotkreuz gebaut. Gleichzeitig soll das Institut für Finanzdienstleistungen (IFZ) von Zug nach Rotkreuz gezügelt werden. Im Rahmen der Richtplananpassung hat er deshalb die Gemeinden und die Parteien für eine Stellungnahme eingeladen. Das ist die allgemein bekannte Ausgangslage. In der Folge hat der Stadtrat von Zug das regierungsrätliche Vorhaben als Fehlentscheid abqualifiziert (wir haben berichtet). Er glaubt, aus raumplanerischer Sicht seien das IFZ und insbesondere der Weiterbildungsbereich des IFZ in Zug am richtigen Standort. Mit dem geplanten Wegzug werde ohne Not das Erfolgsmodell des IFZ zu Lasten des Institutes und des Wirtschaftsstandortes gefährdet. Zudem sei die verkehrstechnische Erschliessung von Zug besser als die von Rotkreuz. Von den Parteien lehnt insbesondere die FDP-Fraktion die Umsiedelung des Institutes kategorisch ab.

Regionalpolitische Bedeutung

Der Gemeinderat Risch teilt diese Einschätzungen nicht. Er ist mit der regierungsrätlichen Lösung sogar sehr einverstanden. Denn: Dem Entscheid und damit dem Standort Rotkreuz komme nämlich eine sehr grosse regionalpolitische Bedeutung zu, «wenn im Westteil des Kantons Zug eine wichtige Bildungsinstitution angesiedelt wird». Mit dem Standort Rotkreuz lebe der Kanton auch das Raumplanungsgesetz. Die Kantone seien aufgerufen, auf eine angemessene Dezentralisation der Besiedlung und der Wirtschaft hinzuwirken, schreibt der Gemeinderat in seiner Stellungnahme. «Insbesondere sollen danach auch bei öffentlichen Bauten regionale Bedürfnisse berücksichtigt werden. Die Umsetzung dieses Auftrages begrüssen wir.»

Hohe Akzeptanz

Die Suurstoffi geniesse aufgrund der hohen Qualität auch eine hohe Akzeptanz bei der Rischer Bevölkerung. «Die politischen Debatten bei der Verabschiedung der Bebauungspläne verliefen stets sehr positiv, und die Beschlüsse erfolgten mit eindeutigen Mehrheiten», stellt der Gemeinderat fest. Bisher habe es auf die mehreren gestellten Baugesuche lediglich eine marginale Einsprache gegeben, und die habe problemlos bereinigt werden können. «Das Risiko von Verzögerungen ist also minim», glaubt der Gemeinderat.

Grosses Entwicklungspotenzial

In der Suurstoffi besteht ausserdem Entwicklungspotenzial für weitere denkbare Wachstumsszenarien. Dies könne für die Hochschule sowohl finanziell als auch betrieblich in Zukunft zu einem enormen Vorteil werden, glaubt der Gemeinderat. Schliesslich verfüge das Quartier über ein unternehmerisches Umfeld mit grosser Innovationskraft und positiver Ausstrahlung auf die Hochschule. Mit der Verwirklichung der Vision «zero zero» setze die Suurstoffi auch bezüglich Umweltverträglichkeit Massstäbe. Weiter beständen in Rotkreuz und der gesamten Region umfangreiche Kooperationsmöglichkeiten mit der Industrie: «So beschäftigt zum Beispiel Roche rund 400 Softwareentwicklerinnen und Softwareentwickler in Rotkreuz und zeigt grosses Interesse an Zusammenarbeitsmöglichkeiten. Weiter sind in Rotkreuz rund 100 lT-Firmen niedergelassen», erklärt der Gemeinderat.

Er sei auch davon überzeugt, dass Rotkreuz ein enormes Marktpotenzial habe, um Studenten sowie berufstätige Personen, die sich weiterbilden, zu erreichen. Diese Aussage werde durch eine Studie von Wüest & Partner bekräftigt. Ausserdem erschliesse der Standort Rotkreuz das Marktpotenzial mit dem motorisierten Individualverkehr optimal. Dieser Aspekt dürfe nicht ausgeklammert werden.

Freddy Trütsch