Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Baar: Hochwertiges Bier aus dem Ein-Frau-Unternehmen

Julia Franzen (36) hat vor rund einem Monat ihre eigene Brauerei auf dem Victoria-Areal eröffnet. Für die ausgebildete Biologin war dies ein kompletter Neuanfang.
Rahel Hug
Julia Franzen produziert ihre drei Ales von A bis Z in den Räumlichkeiten auf dem Victoria-Areal. (Bild: Maria Schmid (Baar, 29. Juni 2018))

Julia Franzen produziert ihre drei Ales von A bis Z in den Räumlichkeiten auf dem Victoria-Areal. (Bild: Maria Schmid (Baar, 29. Juni 2018))

Vom Schroten des Malzes bis zum Aufkleben der Etikette: Julia Franzen stellt ihr Bier von A bis Z selber und in Handarbeit her – vor Ort in ihrer kleinen Produktionsstätte auf dem Victoria-Areal in Baar. Für die 36-Jährige ist es wichtig, die ganze Entstehungskette ihrer drei Ales – das sind Biere, die mit obergäriger Hefe hergestellt werden – zu kennen und zu kontrollieren. «Qualitativ gute, hochwertige und natürliche Lebensmittel sind mir wichtig», sagt die gebürtige Deutsche, die seit elf Jahren im Kanton Zug lebt. Während sie ihren Besuch durch den Brau- und den Lagerraum führt, merkt man sofort, dass die Gründerin des Ein-Frau-Unternehmens «Franzen Brau» weiss, wovon sie spricht.

Doch die Kenntnisse musste sich die ausgebildete Biologin, obwohl sie einige der Prozesse bereits kannte, zuerst richtig aneignen. Denn mit dem Einstieg in die Bierbrauerei hat sie den Schritt in eine komplett neue Branche gewagt. Nach dem Studium hatte sich Franzen für die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft mit alpinen Ökosystemen auf dem Furkapass beschäftigt, danach an der ETH einen Master in Umwelt­ingenieurwissenschaften absolviert und schliesslich beim Bodenmonitoring des Bundes gearbeitet. «Wie es so ist: Mit der Zeit trägt man mehr Verantwortung, ist aber immer seltener draussen und arbeitet vor allem am Computer», erzählt Franzen. «Die ‹analoge› Arbeit mit den Händen hat mir gefehlt.»

Alles oder nichts – und rund ein Jahr Vorbereitung

Für Julia Franzen war klar: Es braucht einen Neuanfang. Eine Option war der Einstieg in die Weinproduktion, da Franzen aus einer Winzerfamilie stammt. Doch der Entscheid fiel auf das Bier. Warum? Bier zu brauen sei für sie die perfekte Kombination aus altem Handwerk, Wissenschaft, Technik und Genuss, fasst Franzen zusammen. «Bei der Herstellung von Bier gibt es so viel Spielraum. Man kann, wie beim Kochen, sehr kreativ sein.»

Julia Franzen ist keine Frau, die halbe Sachen macht. «Alles oder nichts», sagte sie sich und fing vor rund einem Jahr an sich einzulesen, mit Profis auszutauschen, geeignete Räumlichkeiten zu suchen, Gerätschaften einzukaufen und an der eigenen Bierrezeptur zu feilen – mit Hilfe eines Braumeisters aus Österreich, von dem sie auch die Schrotmaschine und weitere ­Geräte beziehen konnte. Die Etiketten haben zwei Grafiker aus dem Victoria-Areal gestaltet. Am 30. Mai hat sie ihre Brauerei schliesslich eröffnet. Während der Öffnungszeiten kann man im hellen, stilvoll eingerichteten Raum vorbeigehen, die drei ­Biere – «Victoria Amber Ale», «Bitter Peak IPA» und «Heavy Weight Porter» – degustieren und direkt kaufen. Zwei Zuger Beizen, der «Platzhirsch» und der «Pfauen», haben Franzens Biere bereits ins Sortiment aufgenommen, kaufen kann man die Produkte auch im Casillo-Getränkemarkt in Baar. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Start», sagt die Brauerin, die von sich selbst sagt, sehr hohe Ansprüche zu haben.

Die Arbeit in der Brauerei gibt ihr viel

Bisher hat Julia Franzen, die in einer Partnerschaft lebt und in ihrer Freizeit gerne boxt, ungefähr 3000 Liter hergestellt. Die Arbeit in der Brauerei – sei es bei der Kontrolle der Mischung in der Gärwanne, beim Degustieren des gereiften Biers aus dem Tank oder beim Abfüllen der Flaschen – gibt ihr viel: «Ich bin körperlich tätig und habe am Schluss ein Produkt, auf das ich stolz sein kann.»

Für die Zukunft hat die innovative Zugerin bereits weitere Ideen. Sie kann sich vorstellen, Spezialbiere in limitierter Auflage herzustellen. Oder mit einem Künstler zusammenzuspannen und ihn oder sie die Etikette gestalten zu lassen. Auch allein zu arbeiten sei nicht in Stein gemeisselt, so Julia Franzen. «Doch ich möchte mir Zeit nehmen und keine Hektik aufkommen lassen.»

Hinweis: Weitere Informationen gibt es unter www.franzen-brau.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.