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Höchster Eismeister in Zug tritt ab

Jürg Casalini geht nach 32 Jahren als Geschäftsführer der Kunsteisbahn Zug in Pension.
Stephanie Hostettler

An einem kühlen Morgen bereitet ein Eismeister der Bossard-Arena das Ausseneisfeld vor. In der Hand den Schlauch, mit dem er über die Fläche des Feldes spritzt, im Hintergrund läuft Country Musik. Ein Schaubild wie im Film. Jürg Casalini ist diese Arbeit nur allzu vertraut. Bevor er die Geschäftsleitung der Kunsteisbahn übernahm, hatte er bereits eine Karriere als Eishockeyspieler hinter sich. «Ich habe erst mit 16 Jahren angefangen Eishockey zu spielen, vorher bin ich Ski gefahren», erzählt der 63-jährige Chamer in sympathischem Bündnerdialekt. Denn aufgewachsen ist Casalini in Arosa.

Verleiht dem Ausseneisfeld den letzten Schliff: Jürg Casalini. (Bild: Laura Sibold, Zug, 4. Oktober 2019)

Verleiht dem Ausseneisfeld den letzten Schliff: Jürg Casalini. (Bild: Laura Sibold, Zug, 4. Oktober 2019)

In den 1980er-Jahren kam er nach Zug zum EVZ. Nach dem NLA-Aufstieg im Jahre 1987 hat es dann allerdings – obwohl Kapitän – nur noch selten zu Einsätzen gereicht. Während dieser Zeit arbeitete Casalini bereits parallel als Elektromonteur. «Es gab Fälle, da musste ich mich während einer Drittelpause um Probleme der Eisbahn kümmern», erinnert er sich lachend. Als ihm 1992 der Job eines Betriebsleiters angeboten wurde, hat er schnell zugesagt und den Schritt nie bereut. Daraufhin stoppte Jürg Casalini aber seine Eishockey-Karriere.

Keine einzige Partie musste verschoben werden

Die Verbundenheit zum Eis und dem Sport bescherten Casalini ein grosses Vorwissen. Durch seine Eishockey-Erfahrung weiss er, was das Eis braucht. «Die Faszination am Eishockey hat mich bei meinem Beruf immer begleitet», so Casalini. Als Herausforderung nennt er die technischen Probleme, die auf der Eisbahn plötzlich auftreten konnten. In seinen 32 Jahren Amtszeit hat der Chamer es jedoch geschafft, dass kein einziges Spiel wegen technischen Problemen abgesagt werden musste. Ein Resultat, auf das man stolz sein kann.

Seiner Pension blickt Jürg Casalini, wie man so schön sagt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Es sei nie so gewesen, dass er habe aufhören wollen, weil es ihm nicht gefallen hätte. Doch Familie und Angehörige seien in den letzten Jahren zu kurz gekommen. Nun hat er bereits einige Pläne für die Zukunft. «Ich habe zwei Enkel, mit denen ich mehr Zeit verbringen möchte, und ein Haus im Tessin, an dem ich noch herumschrauben könnte», erzählt Casalini. Im Winter möchte er auf die Ski, doch nochmals auf den Schlittschuhen zu stehen, hat der 63-Jährige nicht vor. Sein Nachfolger, Dani Wiederkehr, kommt ebenfalls aus der Elektrobranche und beginnt am 1. Januar 2020 mit der Arbeit.

Das Ausseneisfeld ist wieder offen

Die Arbeit als Geschäftsführer der Kunsteisbahn Zug brachte in den vergangenen Jahren immer mehr Herausforderungen mit sich – Stichwort Klimawandel. «Ausserdem ist die Bahn nicht windgeschützt. Das ist für das Eisfeld schlecht, da sich so Wasser auf dem Eis bilden kann», erklärt Casalini. Zudem wachse der EVZ stetig und mit ihm die Anforderungen an die Bossard-Arena und das Eis.

Ein letztes Mal übernimmt Jürg Casalini an diesem Morgen den Schlauch von seinem Kollegen und spritzt über die Eisfläche, begleitet von der Country Musik im Hintergrund. Dank seiner Arbeit konnte die Ausseneisbahn der Bossard-Arena am Samstag – auch dieses Jahr pünktlich zu Beginn der Herbstferien – eröffnet werden. Das sei wegen der zu hohen Temperaturen auch schon nicht möglich gewesen.

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