Höhere Fachschule: Ein klares Ja zum Standort Zug

Der Kantonsrat hat sich für die neue Höhere Fachschule ausgesprochen – es gab aber auch kritische Worte.

Andrea Muff
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Am GIBZ soll es ab August 2020 eine neue Höhere Fachschule geben.

Am GIBZ soll es ab August 2020 eine neue Höhere Fachschule geben.

Bild: Werner Schelbert (5. Juli 2018)

In den Ingenieur-, Elektrotechnik-, Elektronik-, Technik- und Informatikberufen herrscht Fachkräftemangel. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, möchte der Kanton Zug am Gewerblich-industriellen Bildungszentrum Zug (GIBZ) eine Höhere Fachschule für Informatik und Elektronik aufbauen. Diese könnte in den bisherigen Räumlichkeiten und mit einem Kantonsbeitrag von 90000 Franken realisiert werden.

Das Konzept der neuen Höheren Fachschule (HF) habe die Bildungskommission überzeugt, versicherte deren Präsident, Peter Letter (FDP/Oberägeri). Die «überschaubaren finanziellen Mittel» lobte hingegen der Präsident der Staatswirtschaftskommission Andreas Hausheer (CVP/Steinhausen) in seinem Votum, als am Donnerstag im Kantonsrat die erste Lesung des neuen Gesetzes traktandiert war.

Der «Königsweg» wird gestärkt

Auch aus den Fraktionen gelangten überwiegend lobende Worte an die Regierung. Die FDP-Fraktion finde die Lancierung der neuen HF eine «ausgezeichnete Initiative», so Peter Letter. SVP-Fraktionssprecher Beni Riedi (Baar) wies daraufhin, dass von privater Seite kein solches Bildungsangebot bestehe. «Wir finden es wichtig und richtig, dass der Kanton sich zurückhaltend gibt, wenn solche bestehen.» Rita Hofer (ALG/Hünenberg) betonte, dass mit der Schaffung der HF eine Lücke geschlossen werde: «Für Lernende ohne Berufsmaturität fehlt eine weiterführende und spezifische Fachausbildung.» Auch Anna Bieri (CVP/Hünenberg) erwähnte den «Königsweg», der direkt auf der Berufslehre aufbaue und mit der Führung einer HF Informatik und Elektronik im Kanton Zug gestärkt werde. Sie gab zu bedenken: «Der Fachkräftemangel im Bereich Informatik wird auch bei der Suche nach geeignetem Lehrpersonal spürbar sein.» Die SP-Fraktion unterstützte die Vorlage. Zari Dzaferi (SP/Baar) erwähnte, dass der Anteil an Tertiärausbildungen stetig zunehme: «Es steigt auch der Druck auf alle Lehrabgänger, eine Tertiärausbildung anzuhängen, weil die Lehrausbildung alleine nicht mehr zu genügen scheint.»

Martin Zimmermann (GLP/Baar), der sein Geld in der IT-Branche verdient, fügte hinzu: «Die Zahlen sind optimistisch. Der Nachwuchs muss tatsächlich nach Zug kommen.» Auch Esther Haas (ALG/Cham), selber Lehrerin am GIBZ, teilte diese Ansicht und sagte: «Die Qualität der Lehrpersonen wird seinen Preis haben. Die Rekrutierung wird nicht einfach sein.» Volkswirtschaftsdirektorin Sylvia Thalmann bedankte sich für die positive Aufnahme des neuen Bildungsangebots.

Leistungsauftrag: Fachhochschule Zentralschweiz

An der gestrigen Sitzung durfte der Kantonsrat den Leistungsauftrag 2020 bis 2023 für die Fachhochschule Zentralschweiz (Hochschule Luzern) zur Kenntnis nehmen. Peter Letter (FDP/Oberägeri), Präsident der Bildungskommission, sagte: «Der finanzielle Beitrag des Kantons Zug wird bis 2023 auf 12,6 Millionen Franken ansteigen.» Gemäss Bildungskommission gut investiertes Geld. Auch Andreas Hausheer (CVP/Steinhausen), Präsident der Staatswirtschaftskommission (Stawiko), erwähnte, dass die Ausgaben für den Kanton noch weiter steigen werden. Dies beispielsweise durch den Ausbau des Campus Horw. (mua)