Vereine/Verbände
Hohe berufliche Anschlussquote trotz Corona

Während der Coronamassnahmen gab es für Jugendliche viele Veränderungen – auch bei den Brückenangeboten.

Fürs Amt für Brückenangebote Kanton Zug: Michaela Arnold
Drucken
Vom Landschaftsgärtner via Brückenangebot zum Logistiker – Joel Iten fand im zweiten Anlauf seine Traumlehrstelle.

Vom Landschaftsgärtner via Brückenangebot zum Logistiker – Joel Iten fand im zweiten Anlauf seine Traumlehrstelle.

Die Gründe und Ziele, weshalb Jugendliche ein Brückenjahr in Anspruch nehmen, sind so zahlreich wie die Anzahl Teilnehmenden. Einige wollen den Schritt in eine weiterführende Schule schaffen, andere träumen von einer Lehrstelle als Haustechnikerin EBA oder Polymechaniker EFZ. Für frisch zugereiste Lernende aus dem Ausland kommt nebst der Suche nach der Anschlusslösung noch das Erlernen der Sprache und Kultur hinzu. Der Traumjob ist da oft nicht der erste Schritt in die berufliche Zukunft, sondern ein weiteres Brückenjahr oder eine Integrationsvorlehre (Invol).

Andere Teilnehmende haben einen Lehrabbruch hinter sich und tanken nun ein Jahr lang Selbstvertrauen in einem Praktikum und suchen währenddessen den nächsten Ausbildungsplatz. So ist es auch Joel Iten aus Allenwinden ergangen. Seine Lehrstelle als Landschaftsgärtner hat er nach einem Jahr im Sommer 2020 aufgegeben. Die berufliche Orientierung startete für ihn damals noch einmal neu im Brückenangebot. Und dies mitten in der Coronapandemie.

Aus der Not heraus innovative Ideen entwickelt

Mit dem Auftreten von Covid-19 kam die Befürchtung auf, dass es nun schwieriger werde, passende Anschlusslösungen zu finden. Die wirtschaftliche Unsicherheit, aber auch der Mangel an Schnupperlehren liessen diese Ängste entstehen. Rasch wurden jedoch innovative Ideen entwickelt, um den jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Die Wirtschaft und Institutionen an der Schnittstelle haben Bildungsmessen digital abgehalten, statt Schnuppern konnte man Berufe in Onlinevideos kennen lernen, und Bewerbungsgespräche fanden via Zoom statt. Und es zeichnete sich ab, dass auch in dieser herausfordernden Zeit genug und passende Anschlusslösungen vorhanden waren. So hatte auch Joel die Zusage für seine Traumlehrstelle als Logistiker bei Roche Diagnostics International AG bereits im Oktober 2021 in der Tasche.

Und die restlichen Teilnehmenden der Brückenangebote Zug? Von den insgesamt 143 Lernenden haben rund 76 Prozent mit einer EBA oder EFZ Lehre gestartet. Am Schluss hatten nur sieben keine Anschlusslösung und weitere acht besuchen das Arbeitsintegrationsprogramm «Einstieg in die Berufswelt». Knapp 10 Prozent der Jugendlichen absolvieren eine weiterführende Schule wie die Fachmittelschule. Für drei Jugendliche folgt als nächster Schritt ein Brückenangebot und fünf starten mit einer Arbeit oder einem Praktikum. Somit können fast 90 Prozent der Lernenden erste Schritte in ihre berufliche Zukunft machen.

Und was bleibt Joel Iten am meisten in Erinnerung vom Brückenangebot? «Dank der drei Tage Praktikum pro Woche hatte ich Einsicht in die Berufswelt und fühlte mich deshalb super vorbereitet für die Lehre. Ich konnte nur profitieren im Brückenangebot.»

Die Zahlen zeigen, dass trotz Corona eine hohe Quote bei den Anschlusslösungen erreicht wurde. Die auf die Situation angepassten Innovationen bei der Lehrstellensuche zeigten Wirkung. Ein Dank gilt hier den vielen Betrieben. Beeindruckend ist aber auch die Resilienz vieler Jugendlicher, welche in dieser schwierigen Situation flexibel damit umgingen.