Cham: Höhere Mauer gegen eine mögliche Bedrohung

Bei der Neuen Lorze zwischen Chamerstrasse und Brüggli stehen Massnahmen zum Hochwasserschutz bevor. Grosse Arbeiten sind aber nur auf einer Seite vorgesehen.

Drucken
Teilen
An dieser Stelle plant der Kanton eine Erhöhung der Ufermauern zum Schutz vor Hochwasser. (Bild: Maria Schmid (Cham, 17. Oktober 2018))

An dieser Stelle plant der Kanton eine Erhöhung der Ufermauern zum Schutz vor Hochwasser. (Bild: Maria Schmid (Cham, 17. Oktober 2018))

Es mutet etwas seltsam an, gegenwärtig über Hochwasserschutzmassnahmen zu berichten. Schliesslich sind die Pegelstände nach der Trockenheit der letzten Monate vielerorts so tief wie nie seit Messbeginn. Doch es geht bei solchen Arbeiten selbstredend darum, auch in der ungewissen Zukunft für den Fall der Fälle gewappnet zu sein.

Das gilt auch für den Abschnitt der Neuen Lorze zwischen der Chamerstrasse und der Mündung in den Zugersee. Der Kanton plant eine Erhöhung der – von der Strasse aus gesehen – linken Ufermauer auf der gesamten Länge von 65 Metern um 1,3 Meter sowie die Montage einer Stahlverschalung der Eisenbahnbrücke. Gemäss den bis zum 31. Oktober öffentlich aufliegenden Unterlagen standen vier Varianten zur Auswahl. Die Luxusoption, die die Anhebung der SBB-Brücke aus den 1970er-Jahren beinhaltet, ist die effektivste. Sie garantiert auch bei Hochwasser einen ungehinderten Abfluss der Lorze – kostet aber geschätzte 20 Millionen Franken. Dies sei unverhältnismässig, im Gegensatz zu den 201 000 Franken, die die Errichtung der Siegervariante an Aufwand mit sich bringt.

Die Pflanzenkisten sollen weg

So sollen dereinst die Liegenschaften auf erwähnter linker Seite vor Überflutung geschützt sein – selbst im Fall eines sogenannten 100-jährlichen Hochwassers. Bei der derzeitigen Mauerhöhe erreiche die Wassertiefe bei Überflutung bereits durch 30-jährliche, also häufigere und weniger starke Hochwasserereignisse, über 1 Meter. Warum werden nur auf einer Seite solche Massnahmen ergriffen? Die Antwort ist simpel: Weil die Häuser rechts vom Kanal erhöht liegen würden, wie aus dem Bericht hervorgeht. Selbst beim grössten angenommenen Hochwasser, einem 300-jährlichen, würde die Wassertiefe bei den Gebäuden nicht mehr als 25 Zentimeter betragen. Kleinere Eingriffe auf dieser Seite des Kanals soll es gleichwohl geben. Anstelle der Pflanzenkisten sind Geländer geplant, damit das Wasser schneller in die danebenliegende Bahnunterführung laufen könnte.

Wenn es den von den Schutzmassnahmen begünstigten privaten Grundeigentümern das wert ist, werden die Ufermauererhöhungen nicht nur eine weitere Schicht Beton sein: Verglasungen sollen den Durchblick ermöglichen. So, wie das bereits auf der anderen Seite der Chamerstrasse stellenweise der Fall ist, als 2010 bereits das Quartier Letzi mit höheren Mauern vor Überflutung geschützt wurde. Die Anwohner sollen übrigens durch die Anfang 2019 geplanten Arbeiten möglichst wenig in ihrer Ruhe beeinträchtigt werden: Es seien «voraussichtlich keine Bauarbeiten ausserhalb der normalen Arbeitszeiten» vorgesehen – insbesondere keine Nachtarbeiten.