HÜNENBERG: Die Eichezunft zelebrierte ihren Tag

Als Spektakel der Superlative kündeten die Organisatoren den Umzug an. Sie hatten nicht zu viel versprochen.

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Die Rätscherinnen geben am Hünenberger Umzug ein farbenfrohes Bild ab. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Die Rätscherinnen geben am Hünenberger Umzug ein farbenfrohes Bild ab. (Bild Dominik Hodel/Neue ZZ)

Armin Bühler, der 1. Zunftmeister der Hünenberger Eichezunft, und Armin Werder schürten als Speaker die Erwartungen schon vor dem Umzug, indem sie versprachen: «Das Publikum wird ein Spektakel der Superlative erleben. 1350 Teilnehmer, davon 600 Schüler, aufgeteilt auf 38 Nummern, werden keine Wünsche offen lassen.»

In der Tat. Der Umzug, der danach an den vielen tausend Zuschauern vorüberzog, bot alles, was das Fasnachtsherz begehrt. Eichezunftmeister Le Max II. (Max Bucher) und Ursi die Tanzfreudige strahlten übers ganze Gesicht, als sie die Huldigungen der verschiedenen Gruppen entgegennahmen, derweil die Speaker verkündeten: «S?Eichevolk isch ganz versässe und verbisse und will set de Inthro laufend vor em Proschte kisse. S?Zunftpaar duet zu dere Liideschaft animiere, muesch aber zerscht ihri Pomade ii schmiere.» Es versteht sich eigentlich von selbst, dass Max II. und Ursi die Tanzfreudige Unmengen von Lippenpomaden unter die Zuschauer verteilten.

Umwerfende Sujets
Ein dickes Kompliment verdienen die Schulklassen, die mit umwerfenden Sujets aufwarteten. Kindergärtler kamen als Paradiesvögel oder Güselmonster daher, Unterstufenschüler präsentierten eine visionäre Schifflände in Hünenberg See, und die Klasse 5A von Lehrer Gody Bucher meinte: Alles was ich wett, esch halt süss und fett. Die voraus laufenden Früchte und Gemüse machten einen weniger glücklichen Eindruck als die folgenden Eiscremes, Pommes frites oder Hamburger.

Die Gruppe «25 Jahre Bibliothek und Ludothek» liess sich vom deutschen Körperverlängerungskünstler Schlemmer inspirieren und stolzierte sichtlich gewachsen durch die Strassen. Der in den Sommerferien geplante Umzug ins gemeinsam mit Cham erbaute Schulhaus Eichmatt führte zwangsläufig zu einem neuen Gemeindewappen, indem das Hünenberger Einhorn und der Chomer Bär zum «Bärhorn» wurden.

Viel Bewunderung erheischten die fantasievoll gestalteten Wagen. So etwa der Motorradclub «Gäste aus Cham-Hagendorn», der das Spital Baar als Spitaltheater inszenierte, oder die Wiprächtswiler Niederwil/Cham, die in einer 45 Meter langen Nummer «Troubles im Bundeshaus» vorführten.

Regen Zuspruch des Publikums fanden die warmen Bouillons und Kaffees, die ebenso willkommen waren wie die verteilten Orangen und Süssigkeiten. Die unablässig schränzenden Guggenmusigen animierten das Publikum zum Mittanzen. Besonderen Beifall erhielten die Cocoricos und Quaker, als sie nach dem Umzug gemeinsam zu einem wahren Monsterkonzert ansetzten.

«Leider nur einmal im Leben»
Eichezunftmutter Ursi die Tanzfreudige gab freudestrahlend zu Protokoll: «Es esch rüüdig schön», ehe sie die Inthronisation, den Zunftball mit speziellen Nummern und den Umzug als absolute Höhepunkte ihrer Amtszeit benannte. Max II. pflichtete seiner Frau bei und bedauerte: «Leider kann man nur einmal im Leben Eichezunftmeister sein.

Es ist sensationell, wie viele Leute mithelfen, dass die Hünenberger Fasnacht zu einem einmaligen Erlebnis wird.» Schade, dass Max II. und Ursi die Tanzfreudige kein zweites Mal die Hünenberger Fasnacht anführen können. «Sie waren ein geniales Eichezunftpaar», lobte Peter Hürlimann.

Martin Mühlebach