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HÜNENBERG: Die Gemeinde Hünenberg nimmt Abschied von Markus Fischer

Der erste Pfarrer der römisch-katholischen Pfarrei Hünenberg, Markus Fischer, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Wegbegleiter würdigen seine Arbeit und seine offene Art gleichermassen.
Livio Brandenberg
Pfarrer Markus Fischer im Jahr 2013. (Bild: Stefan Kaiser)

Pfarrer Markus Fischer im Jahr 2013. (Bild: Stefan Kaiser)

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Er war eine Grösse in Hünenberg, und das seit über 40 Jahren. Am vergangenen Freitag ist Pfarrer Markus Fischer im Alter von 80 Jahren verstorben, er ist im Pflegezentrum Lindenpark friedlich entschlafen. Vor fünf Jahren verlieh ihm der Hünenberger Bürgerrat das Ehrenbürgerrecht für seine Verdienste als langjähriger Pfarrer, der massgeblich beim Aufbau der katholischen Pfarrei der Gemeinde mitgeholfen hatte.

Fischer tat dies ab 1974 in der Rolle als erster Pfarrer von Hünenberg. Obwohl vor ihm Josef Wicki – ebenfalls Hünenberger Ehrenbürger – als «Pfarrer» amtete, war Fischer in der Tat «der erste Pfarrer von Hünenberg», wie Christian Kelter, Diakon und Gemeindeleiter der Pfarrei Heilig Geist, sagt. Denn Fischer war der erste Priester, der eine Pfarrei leitete. Hünenberg war damals noch keine eigene Pfarrei, sondern gehörte zur Pfarrei Cham. «Josef Wicki kam im Ruhestand in die Gemeinde und war Kaplan von St. Wolfgang», so Kelter. «Anfang der 1970er-Jahre fasste er den Entschluss, dass Hünenberg eine Pfarrei werden sollte.» Im Zuge dieses Entschlusses habe es eine richtige Aufbruchsstimmung gegeben, es wurde Land gesucht für eine Kirche und ein Pfarreizentrum. «Als Pfarrer wurde 1974 Markus Fischer nach Hünenberg berufen, und er hat in dieser Rolle den Aufbau tatkräftig unterstützt. Das bewundere ich bis heute», sagt Diakon Kelter.

Als Domherr Bischöfe mitgewählt

Geboren wurde Markus Fischer am 30. September 1937 in Fischbach im Kanton Luzern. Er wuchs mit elf weiteren Geschwistern auf. Nach der Primarschule besucht er das Kollegi in Stans, welches er mit der Matura abschliesst. Sein Vater ist Lehrer und später auch Bauer. Sohn Markus entscheidet sich, Theologie zu studieren. Wie es sich damals gehört, macht er auch im Militär Karriere: Er wird Hauptmann und Feldprediger.

Ihn habe seine Toleranz gegenüber Andersdenkenden ausgemacht, sagt sein langjähriger Wegbegleiter und Freund, der Hünenberger Bürgerrat Beat Luthiger. «Er hatte ein offenes Ohr für jeden und hat es einfach verstanden, stets den richtigen Ton zu treffen.» Und das, obwohl er, als er damals nach Hünenberg gekommen sei, erst 37 Jahre alt gewesen sei, «also ein Jungpfarrer, war», so Luthiger. Pfarrer Fischer sei zu allen gleich gewesen, «egal ob Ausländer, Erwachsene, Kinder, arm, reich – das war ihm wichtig». Er habe auch immer offen gesagt, woran er glaubte, auch wenn das in Rom nicht immer nur gut angekommen sei. So hat er vor drei Jahren etwa Seelsorger in Schutz genommen, die homosexuelle Paare trauen und gesagt, er hätte dies ebenfalls getan, denn es gehe hierbei schliesslich «um das Wohl des Menschen». Wenn er gepredigt habe, seien die Kirchen meistens voll gewesen, sagt Beat Luthiger. «Doch es waren natürlich nicht immer alle mit seiner direkten Art einverstanden und ab und zu liessen ihn dies Kirchengänger auch wissen. Wenn Leute nach einer pointierten Predigt sich bei ihm meldeten, hat ihn das noch lange beschäftigt.»

Nach 40 Jahren trat Markus Fischer im Jahr 2004 im Alter von 67 Jahren als Pfarrer zurück. Eine besondere Ehre kam ihm aber schon 1992 zuteil: Zwei Tage vor Weihnachten wählte ihn der Zuger Regierungsrat zum Domherr des Standes Zug. Als Domherr wählte Fischer drei Bischöfe mit. Von diesem wichtigen Amt trat Fischer im Ende 2012 zurück.

Freunden wie Beat Luthiger, aber wohl auch vielen Hünenbergern, bleibt Markus Fischer als herzensguter Mensch in Erinnerung, der, so Luthiger, am Ende «wohl teilweise etwas zu viel für die anderen geschaut und sich zu wenig um sich gekümmert hat».

Hinweis

Die Trauerfeier findet am Montag, 19. März um 9.30 Uhr in der Kirche Heilig Geist statt. Anschliessend die Bestattung auf dem Friedhof.

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