Hünenberg
Die neuen Betreuungsgutscheine für Kitas werden rege genutzt und im ganzen Kanton eingesetzt

Ein halbes Jahr nach Einführung der Gutscheine für die Kinderbetreuung in Krippen, zieht die Gemeinde eine positive Bilanz. Wegen der hohen Resonanz muss allerdings das Budget für das nächste Jahr angepasst werden.

Zoe Gwerder
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Hünenberger Familien können seit vergangenem August für die Kinderbetreuung Gutscheine beziehen und diese in Kinderkrippen im ganzen Kanton Zug einsetzten. Zuvor gab es einzig in einer Kita im Dorf subventionierte Plätze. Die Gemeinde ist zufrieden mit der Einführung, wie der Abteilungsleiter Soziales und Gesundheit Christian Bollinger auf Anfrage sagt. So hätten sich rund 30 Familien mit insgesamt 35 bis 40 Kindern für die Gutscheine angemeldet:

«Dies entspricht in etwa jenen Familien, die ihre Kinder bereits zuvor in der subventionierten Krippe betreuen liessen.»

Die Gemeinde sei davon ausgegangen, dass jene, die dringend Subventionen benötigen, mit dem bisherigen Angebot bedient waren. «Denn in der Krippe im Dorf gab es immer auch freie Plätze», so Bollinger.

Im Herbst seien dann weitere Kinder hinzugekommen, sodass nun Betreuungsgutscheine für 65 Kinder ausbezahlt werden. 148'000 Franken seien so in den fünf Monaten bis Ende Dezember in die Betreuung der Kinder geflossen. Entsprechend wird Budget von 2021 von 240'000 Franken nicht reichen. Denn von den fünf Monaten auf ein ganzes Jahr hochgerechnet, werden über 350'000 Franken benötigt. Bollinger erklärt, man habe das Budget anhand der Zahlen bei der Einführung der Gutscheine im Sommer erstellt. «Es kamen mehr Betreuungsverhältnisse hinzu als wir eingerechnet haben.»

Formular soll verbessert werden

Anpassungen werde die Gemeinde auch noch beim Anmeldeformular vornehmen. «Es muss noch selbsterklärender werden», so Bollinger. Im Moment müssten die zuständigen bei der Gemeinde bei eingereichten Selbstdeklarationen noch oft einzelne Punkte nachfragen, da die Familien diese nicht ganz korrekt ausfüllen.

Keine Änderungen soll es hingegen beim Tarifmodell geben. Zumindest nicht sofort. «Frühestens in einem Jahr – also eineinhalb Jahre nach der Einführung – werden wir das Modell anschauen.» Die Gemeinde gehe derzeit jedoch davon aus, dass die Tarife wie bis anhin belassen werden.

Mehr Geld für Familien mit wenig Lohn – tiefere Obergrenze bei hohen Einkommen

Das Tarifmodell der Betreuungsgutscheine in Hünenberg unterstützt Eltern mit tiefen Einkommen stärker als noch im alten Modell der subventionierten Plätze. Im Gegenzug erhalten Familien mit ganz hohen Einkommen kein Geld mehr für die Betreuung. «Die Obergrenze für Subventionen lag im alten Tarifmodell höher», so Bollinger. Neu wird zudem vorgeschrieben, dass es nur Subventionen gibt, wenn die Eltern mindestens 120 Prozent – beziehungsweise 20 Prozent bei Alleinerziehenden – arbeiten. Ab einem Vermögen von 350'000 Franken zahlt Hünenberg – unabhängig vom Einkommen – keine Betreuungsgutscheine mehr aus.

Gemäss Bollinger gab es von Seiten der Eltern keine negativen Reaktionen auf die neuen Vorgaben. «Weder wurden Kinder aus der Krippe genommen noch gab es anderweitige Rückmeldungen.» Er schliesst daraus, dass viel Verständnis für die Änderungen da ist.