HÜNENBERG: Die Prominenz bekommt ihr Fett weg

Die Schnitzelbänkler nehmen kein Blatt vor den Mund: kurz und bündig, schön und gut.

Martin Mühlebach
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Die «Tschicken Hillers» haben am Donnerstag im Restaurant Degen Sprüche geklopft. (Bild Stefan Kaiser)

Die «Tschicken Hillers» haben am Donnerstag im Restaurant Degen Sprüche geklopft. (Bild Stefan Kaiser)

Das Hotel Degen in Hünenberg war am Donnerstag randvoll, als die «Tschicken Hillers» den traditionellen Schnitzelbankabend eröffneten. Ihre durchaus witzigen, aber leider etwas holprig gesungenen Verse vermochten das nur spärlich applaudierende Publikum noch nicht von den Sitzen zu reissen.

Das änderte sich schlagartig, als die «Sylber Fischli» für die Schweizer Ski-Nati eine Frauenquote forderten und als sie aus voller Kehle sangen: «Mini Frau chlönt am Änd vom Tag, wäge em bitzeli Fählbetrag; denn säg ich ihre halt ganz rüerig, das seig e Romerische Buechfüerig.» Auch Bundesrätin Doris Leuthard bekam ihr Fett weg: «De Doris ihri Weisheit us Binse, immer schön i d’Linse grinse; und wenn sie ufmacht ihri Schnörre, bruchts kei zwöiti Gotthardröhre.»

Umwerfende Seitenhiebe

Das Duo «Omama, Opapa» überzeugte mit vortrefflichem Gesang und umwerfenden Seitenhieben gegen die lokale Prominenz und an die Nachbargemeinde Cham, die mit folgender Häme bedacht wurde: «Gemäss Wältwoche tüend mir z’Hünebärg am beschte läbe, Cham isch z’rugg g’stuft worde – sie findet das denäbe – ; es Museum macheds us em Schiessihüüsli – mer chönnts verstoh – denn das esch ihre einzig Ort mit e chli Niveau.»

Die «Los Papagayos», die ihre ausgefeilten Schnitzelbänken mit altbekannten Schlagermelodien vortrugen, brachten die Vergänglichkeit bekannter Grössen gleich zu Beginn ihres Auftritts auf den Punkt. Sie sangen: «De Maya-Kalender esch fertig und verbi, de Mubarak esch wäg, ond de Sarkosy esch gsi; de Yakin esch wäg, ond de Zuppiger mues goh, au de Romer esch gange, nur mir send no do.» Wie die Los Papagayos warteten auch die Wölfe «Lupo und Lupa» mit kunstvoll gefertigten Helgen und kurzen und bündigen Versen auf. Viel Applaus gab es für den Song: «De Friede-Nobel-Pris s’letschte Johr hed d’EU becho – unglaublich doch wohr – das wär glich wenn, ech ha e Idee parat – ech dänke a üsere Ständerat; für ihres stimmewählerische G’schick gäbs de Nobel-Pris i Mathematik.»

Besucher Guido Lurati sprach dem Publikum aus dem Herzen, als er noch immer über beide Ohren strahlend sagte: «Die Auftritte der Hünenberger Schnitzelbänkler sind seit vielen Jahren ein absolutes Highlight. Sie zu verpassen, wäre jammerschade.»

Hinweis

Die Hünenberger Schnitzelbänkler sind am Sonntagabend nochmals unterwegs.

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