HÜNENBERG: Die Silo-Welt verzaubert die Besucher

Am zweiten Silo-Festival in der idyllischen Reussebene konnten die Gäste am Wochenende dem Alltag entfliehen. Dies nicht zuletzt, weil ein Gerät schon am Eingang eingesammelt wurde.

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Die Bands am Silo-Festival brachten die Besucher zum Tanzen und sorgten für gute Stimmung. (Bild: Maria Schmid (Hünenberg, 27. Mai 2017))

Die Bands am Silo-Festival brachten die Besucher zum Tanzen und sorgten für gute Stimmung. (Bild: Maria Schmid (Hünenberg, 27. Mai 2017))

Durch einen dunklen Tunnel tritt man ein in die zauberhafte Silo-Welt. Die friedliche und kreative Welt, in der die Liebe zum Detail spürbar ist, lässt die Herzen von Festivalliebhabern zum zweiten Mal höherschlagen. Nach der Premiere des Silo-Festivals im letzten Jahr trumpft das kleine Musikfestival in diesem Jahr unter anderem mit einer Streetfood-Ecke und einer Live-Tattoo-Show auf. Als weitere Errungenschaft lockte von Freitag bis Sonntag in der Stadelmatt in Hünenberg die Tiefenentspannung durch eine professionelle Massage in einem Tipizelt. Die drei Zelte, aus denen ab und an auch Trommelwirbel zu vernehmen ist, werden sphärisch beleuchtet. Die Aufnahmen stammen vom Hubble-Teleskop und sollen die Himmelskuppel darstellen. «Mir wurde gesagt, dass der Sitzplatz vor den Tipis nach Ost-West ausgerichtet wurde, also projiziere ich passend dazu das Himmelszelt», erklärt Lichtkünstler Martin Riesen seine Idee für die Projektionen.

Der Hof Stadelmatt feiert mit lokalen Künstlern und modernen Hippies den Beginn des Sommers. «Dieses Jahr war die Organisation um einiges entspannter. Wir haben sehr viel aus dem ersten Mal gelernt», sagt Pascal Bühler, Gründer des Silo-Festivals. Er ist sehr zufrieden mit dem Verlauf. «In diesem Jahr ist Geniessen angesagt.»

Von sanften Melodien bis zu Rock ’n’ Roll

Rund 800 Gäste werden auch in der zweiten Runde des Silo-Festivals von den Organisatoren erwartet. An den drei Tagen gibt es für die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm. Von sanften Melodien über tanzbare Musik beispielsweise der Berliner Band Kris Kraus bis hin zu Rock ’n’ Roll von höchster Qualität mit Pablo Infernal. Die insgesamt 14 Bands bringen die modernen Hippies am Silo-Festival in Bewegung. Zu später Stunde, nach den Konzerten, lockt die Afterparty im Zelt. Die campingscheuen Festivalbesucher werden durch die dunklen Felder mittels Shuttlebussen sicher zum Bahnhof Cham transportiert.

Was bei den Konzerten besonders auffällt: Auch in diesem Jahr verdecken keine Handys die Sicht auf die Bühne. Das Konzept eines handylosen Festivals wurde konsequent weitergeführt. Wer in die Silo-Welt eintritt, gibt das Handy ab. So sind die Spielregeln. Belohnt werden die Besucher mit einem direkten und bewussten Erleben des Geschehens in der Reussebene. Durch die fehlende Ablenkung durch das kleine Gerät bleibt Zeit für direkte Gespräche und bewusstes Wahrnehmen. «Das Silo ist ein megaherziges Festival», sagt Kiara Wälti aus Luzern. «Doch ich befürchte, dass es schwierig sein wird, sich mit dem Silo einen Namen zu machen. Heute wird alles über die sozialen Medien geteilt. Hier jedoch macht niemand Fotos und kann damit auch nicht über einen medialen Kanal viel Publikum erreichen», fügt sie an. Befürchtungen, die den Organisatoren sicherlich bekannt sind. Die Zukunft wird zeigen, ob gerade durch das Label «handylos» grosse Bekanntheit erkämpft werden kann oder aber das Silo-Festival doch zu sehr absorbiert wird.

 

Carina Blaser

redaktion@zugerzeitung.ch