HÜNENBERG: Ein «familiäres» Paar regiert

Die Eiche-Zunft hat die Namen des Zunft­paares bekannt gegeben. Bevor sie das «bestgehütete Geheimnis» aber lüftete, entführte sie auf eine Zeitreise.

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Helen die Familiäre und Armin I. Bühler konnten unter grossem Applaus den Thron besteigen. (Bild Maria Schmid)

Helen die Familiäre und Armin I. Bühler konnten unter grossem Applaus den Thron besteigen. (Bild Maria Schmid)

Julia Truttmann

40 Jahre ist es her, da wehrten sich die Hünenberger dagegen, eine Sau als Wappentier zu bekommen. Sie wollten etwas Edleres. So jagten sie, getarnt in Mänteln in der Farbe der Eichen, die Sau durch den Wald und verbrannten sie anschliessend feierlich auf dem Scheiterhaufen. Dies ist die Entstehungsgeschichte der Eiche-Zunft Hünenberg, die dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Ein besonders feierlicher Tag in diesem Jubiläumsjahr war der letzte Samstag, denn die Zunft lüftete, wie jedes Jahr, das «bestgehütete Geheimnis Hünenbergs»: die Namen des neuen Zunftpaares. Darüber rätselt kurz vor der Fasnacht wohl das ganze Dorf, und auch am Abend der Inthronisation gab sich die Eiche-Zunft alle Mühe, die Spannung so lange wie nur möglich aufrechtzuerhalten.

Über Umwege an die erste Sitzung

Mit dem Inthronisationstheater nahm die Zunft den vollen Saal Heinrich von Hünenberg mit auf eine Zeitreise. Gemeinsam bedauerte man die Abschaffung der Buslinie 44, welche für ein gutes Jahr Hünenberg See mit dem Hünenberger Dorf verband. Mit viel Witz zeigte die Theatergruppe auf, dass dieser Bus sehr wohl, und zwar auch von allen möglichen Schichten der Bevölkerung, genutzt wurde und nahm dabei so manchen Hünenberger auf die Schippe. Als dann etwas später ein selbst ernannter Professor die Rede von Zunftmeister Michael Werder unterbrach, um ihm seine neuste Erfindung zu zeigen – er hatte den alten 44er-Bus zu einer Zeitmaschine umgebaut –, begann eine abenteuerliche Reise, die im Publikum für so manchen Lacher sorgte. Eigentlich wollten die beiden auf direktem Weg ins Jahr 1976 an die erste Zunftratssitzung der Eiche-Zunft, reisen. Da der Professor es mit den Daten jedoch nicht so genau nahm, machten die beiden erst einen Umweg ins Hünenberg der Zukunft und in die Steinzeit, bis sie es dann schlussendlich doch noch ans Ziel schafften und es endlich zur Enthüllung dessen kam, auf das der ganze Saal bereits voller Spannung wartete.

Das Zepter wechselt den Besitzer

Feierlich und unter tosendem Applaus wurden die Namen des Zunftpaars 2016 bekannt gegeben, welche lauten: Helen die Familiäre und Armin I. Voller Freude nahmen sie Platz auf dem Thron, erhielten die zum Amt gehörenden Insignien von ihren Vorgängern Mauro I. und Jeannette der Strahlenden entgegen und stimmten das erste Eiche-Prost als Eichepaar an. «Wir freuen uns riesig!», meinte Armin I. lachend und entschuldigte sich im selben Moment bei allen Anwesenden: «Ich hoffe, ihr werdet uns all die Notlügen der letzten Zeit verzeihen.» Tatsächlich hätten nicht einmal die eigenen Kinder des Zunftpaares gewusst, dass die Lösung des Geheimnisses in der eigenen Familie liegt. So gut wurde das Geheimnis gehütet. Danach feierte man, voller Vorfreude auf die kommende Fasnacht, noch lange weiter, tanzte zu der Musik der Guggenmusig Quaker Hünenberg und genoss den Abend in vollen Zügen.