HÜNENBERG: Ein Kreisel gegen die Gefahr

Die Kreuzung in der Zollweid ist ein Unfallschwerpunkt im Kanton Zug. Ein Rondell soll Abhilfe schaffen – der Gemeinderat wünscht sich jedoch mehr.

Raphael Biermayr
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Hier haben sich von 2010 bis 2015 20 Unfälle ereignet, die von der Polizei dokumentiert wurden. (Bild: Maria Schmid (Hünenberg, 22. Dezember 2016))

Hier haben sich von 2010 bis 2015 20 Unfälle ereignet, die von der Polizei dokumentiert wurden. (Bild: Maria Schmid (Hünenberg, 22. Dezember 2016))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Die Kreuzung in der Zollweid, die Sins, Hünenberg und Cham verbindet, gehört wegen der langen Wartezeiten beim Ein- oder Abbiegen zu den grössten Nervenverzehrern der Region – und zu den grössten Unfallstellen im Kanton. Von 2010 bis 2015 haben sich gemäss der Zuger Baudirektion 20 Unfälle ereignet, bei denen die Polizei gerufen wurde, viele davon mit Verletzten. Besonders häufig seien Unfälle beim Linksabbiegen von der Drälikerstrasse aus Hünenberg kommend in Richtung Sins.

Dieser Gefahrenherd soll bald unter Kontrolle gebracht werden – dank eines Kreisels. Wie Arnold Brunner, der Generalsekretär der Baudirektion, auf Anfrage mitteilt, sei auch die Installation eines Ampelsystems geprüft worden. «Der Kreisel hat bezüglich Verkehrssicherheit besser abgeschnitten.» Das Ziel ist, diese Kreuzung übersichtlicher zu gestalten. Der Kreisel, der 2017 entstehen soll, wird auf die sich verändernden Verhältnisse wegen der geplanten Umfahrung Sins angepasst (siehe Box). Der Kanton Zug schätzt die Kosten auf zwei bis drei Millionen Franken. Auch für die Fussgänger und die Radfahrer soll die Situation dank eines neuen Wegs respektive einer neuen Routenführung verbessert werden.

Das Zuger Tiefbauamt werte derzeit die Rückmeldungen der Gemeinde Hünenberg aus der Vernehmlassung aus. Wie der «Anzeiger Oberfreiamt» kürzlich berichtete, bestehe gemäss der Gemeinde Hünenberg «keine Notwendigkeit» für einen Kreisel an genanntem Ort. Auf welche Quelle er sich dabei beruft, ist nicht ersichtlich. Auf Anfrage relativiert Daniel Schriber, der Leiter der Abteilung Sicherheit und Umwelt, diese Behauptung. «Diese Aussage trifft in dieser Form nicht zu. Der Gemeinderat Hünenberg wünscht sich aber, dass die Grundwasserschutzzone im Bereich der Drälikerstrasse durch die Einführung eines Lastwagenfahrverbotes besser geschützt wird und die Knotenpunkte Bösch und Burgstrasse in das Projekt einbezogen werden.»

«Sicherheitsdefizite sind weniger gravierend»

An jenen Stellen herrscht heute zu Stosszeiten bereits reger Verkehr. Die Gemeinde befürchtet, dass dieser mit dem Bau des erwähnten Kreisels respektive der Umfahrung Sins zunimmt. Nach Auskunft des Zuger Kantonsingenieurs Urs Lehmann besteht vom Gesichtspunkt der Sicherheit kein grosser Handlungsbedarf im Bösch und an der Burgstrasse. «Die Sicherheitsdefizite sind deutlich weniger gravierend und werden innerhalb des normalen Sanierungshorizontes der Kantonsstrasse behoben. Sie werden, sobald es der Zustand der Strasse erfordert, saniert.» Darüber hinaus sei es «aufgrund der räumlichen Distanz nicht sinnvoll», die Projekte zusammenzuführen.

Tunnel in Sins

Die Umfahrung Sins führt vom heutigen Dorfeingang nach der Reussbrücke durch einen 912 Meter langen Tunnel zur Bachtalmühle. Dort gelangt man über einen Kreisel auf die Strassen Richtung Muri oder Aettenschwil. Der Baustart ist für 2017 vorgesehen, die Inbetriebnahme für das Jahr 2021. (bier)