HÜNENBERG: Ein Labrador für alle Fälle

Familie Frei muss ihren Hund meist nach einem Jahr wieder abgeben. – Weil er für höhere Aufgaben bestimmt ist.

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Sandra Frei mit dem Labrador Gedeon. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Sandra Frei mit dem Labrador Gedeon. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Mit einem bettelnden Blick schaut der junge Labrador die Besucherin an. In der Schnauze trägt er einen kleinen Stoffaffen, denn Gedeon ist verspielt. Die Angst vor dem schwarzen Hund ist schnell verflogen, denn er ist ein richtiger Schmusehund. Das darf der junge Labrador in seiner Hünenberger Patenfamilie auch sein. Dennoch stellt Sandra Frei sofort klar, wer der Meister im Hause ist. Ruhig befiehlt sie den eineinhalbjährigen Hund an ihre Seite – und der folgt sofort.

Ein Blindenhund muss in den ersten 16 Wochen viel lernen
«Mit 12 Wochen ist Gedeon zu uns gekommen. Die Aufzucht des potenziellen Blindenführhundes war zeitintensiv, denn alles musste er lernen. Und wir mussten nonstop parat sein, denn er folgte mir auf Schritt und Tritt», schmunzelt Sandra Frei. Zuerst ging es darum, den Welpen stubenrein zu machen. Nach jedem Spielen, Fressen und Schlafen habe sie ihn zwei Wochen lang rausgetragen – bis zum nächsten Strassengraben. Denn ein Blindenführhund darf nur dort sein Geschäft erledigen.

Zu lernen hatte er auch von Anfang an, dass Couch und Bett für ihn tabu sind. «Die ersten 16 Wochen sind prägend für den Junghund», sagt Sandra Frei. Neben der Welpenschule habe sie dafür gesorgt, dass Gedeon möglichst viel kennen lernte, so auch das angstfreie Fahren im Auto oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Gedeon darf bei den Freis bleiben
Inzwischen hat Gedeon die wichtigsten Verhaltensregeln gelernt. Und es hat sich gezeigt, dass er über ein ruhiges, sicheres Wesen verfügt. Er ist so liebt dass Sandra Frei nicht sicher weiss, ob er sie im Notfall verteidigen würde. «Vielleicht bringt er dem Angreifer sein Spielzeug», lacht die Halterin.

Die Verantwortlichen der Blindenführhundeschule in Allschwil haben Freis kürzlich angefragt, ob sie den Rüden behalten wollen, denn er sei wegen seiner besonderen Qualitäten für die Zucht vorgesehen. Falls nicht, käme er an einen anderen Platz. «Den Entscheid haben wir in der Familie gefällt. Die Kinder freuen sich nun besonders, dass Gedeon bleibt.»

Monika Wegmann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.