HÜNENBERG: Ein überaus «freundschaftliches» Paar

Peter I. Hürlimann und Nadja die Freundschaftliche übernehmen das Zepter als Eichepaar. Das Geheimnis der Eiche-Zunft wurde auf theatralische Weise mit einem Blumenstrauss gelüftet.

Martin Mühlebach
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Das neue Eiche-Zunftpaar Peter I. Hürlimann und seine Frau Nadja die Freundschaftliche. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 21. Januar 2017))

Das neue Eiche-Zunftpaar Peter I. Hürlimann und seine Frau Nadja die Freundschaftliche. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 21. Januar 2017))

Martin Mühlebach

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Wer folgt auf Armin I. Bühler und Helen die Familiäre als Eiche-Zunftpaar? Niemand vermochte diese Frage zu beantworten, als der Rat der Hünenberger Eiche-Zunft am Samstag um 17.30 Uhr die Inthronisationsfeier 2017 eröffnete. Wegen der grossen Nachfrage für Inthro-Tickets wurden mehrere Leute zu Beginn der Veranstaltung im unteren Foyer platziert, ehe sie – zu ihrer Überraschung – auf die Bühne geholt wurden. Dort feierten sie mit dem Publikum im prall gefüllten, mit roten Herzen stilvoll dekorierten Saal Heinrich von Hünenberg eine Kilbi, die es in sich hatte.

Mit witzigen Sprüchen wurden die Kilbibesucher und Inhaber der Marktstände im Vorspann auf die Schippe genommen. Ganz nebenbei bahnte sich eine Liebesromanze zwischen Cindy (gespielt von Anita Kündig) und Spatz (gespielt von Franco Geiser) an, der von seinem Götti Peter Hürlimann umsorgt wurde. Die an der Kilbi begonnene Liebesromanze fand im Hauptteil mit einer einzigartigen Bühnenshow die Krönung. Um schön auszusehen, liess sich Spatz den Hintern tätowieren, und Cindy wurde eine neue Frisur verpasst. Dass dabei einiges schiefging, versteht sich angesichts des humorvollen Events von selbst. Auch der Hochzeitsplanerin Edeltraut, die stets betonte, dass sie «edel traut», wurde vom Duo Zauberklang und dem «Tätsch­meister» übel ins Handwerk gepfuscht. Sie ergötzten das froh gestimmte Publikum immer wieder mit dem Ausplaudern von Missgeschicken und kleinen Sünden der Dorfbewohner, die sich während des Jahres in Hünenberg zugetragen haben.

Die Hochzeit findet statt

Während sich die Braut und der Bräutigam beim festlichen Hochzeitsdinner liebkosten, gab Cindys Mutter mit abschätzigen Bemerkungen zu verstehen, dass sie den Bräutigam nicht in ihr Herz geschlossen hat. Die Hochzeit fand trotzdem statt. Und kurz nachdem die Braut ihren Strauss über die Schulter geworfen hatte, brandete im Saal grosser Applaus auf, als der Fänger – Peter Hürlimann, der Götti des Bräutigams – als soeben neu erkorener Eichezunftvater auf die Bühne trat. Als Peter I. Hürlimann und seine Frau Nadja die Freundschaftliche nahmen sie die Insignien von ihren Vorgängern Armin I. und Helen der Familiären in Empfang.

Armin I. und Helen die Familiäre zeigten sich hocherfreut, dass ihre ehemaligen Nachbarn nun das Zepter der Hünenberger Fasnacht innehaben. «Es kommt eine strenge, aber schöne Zeit auf euch zu – geniesst sie in vollen Zügen», riet das abtretende Zunftpaar seinen Nachfolgern. Nadja die Freundschaftliche, die seit 1990 als Lehrerin in Hünenberg tätig ist, sagte: «Es macht mir Freude, zuerst sprechen zu dürfen, da ansonsten ja mein Mann der ‹Schnörri› ist. Er musste oftmals zu Notlügen greifen, wenn er gefragt wurde, ob wir das neue Zunftpaar würden. Ich wurde nie gefragt, weil man mir dieses Amt wohl nicht zugetraut hatte.» Peter I. betonte überglücklich: «Meine Frau und ich wünschen allen eine ganz tolle Fasnacht», ehe er dem Zunftrat und allen Helferinnen und Helfern für die hervorragende Ausrichtung der gelungenen, witzigen Inthronisationsfeier dankte.

Eine Weltreise als Geschenk

Die ihr 30-Jahr-Jubiläum feiernde Guggenmusig Cocorico, die den Event mit kakofonischen Klängen begleitete, schenkte dem neuen Zunftpaar eine Weltreise – rund um den Vierwaldstättersee.