HÜNENBERG: Eine Inthronisation wie in Hollywood

Das streng gehütete Geheimnis ist gelüftet: Beat I. und Christina die Künstlerische besteigen den Eichethron.

Martin Mühlebach
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Christina die Künstlerische und Beat I. Luthiger heissen die aktuellen Fasnachtsoberhäupter. (Bild Roger Zbinden)

Christina die Künstlerische und Beat I. Luthiger heissen die aktuellen Fasnachtsoberhäupter. (Bild Roger Zbinden)

Jahr für Jahr stellt sich in Hünenberg die Frage, welches Zunftpaar wohl den Eichethron besteigen wird. Das von den Zunfträten streng gehütete Geheimnis wird traditionsgemäss erst kurz vor der Fasnacht anlässlich einer witzigen und humorvollen Inthronisationsfeier gelüftet. So verwundert es nicht, dass die Veranstaltung jeweils innert weniger Minuten restlos ausverkauft ist. Wer sich für die diesjährige Inthronisation ein Ticket zu ergattern vermochte, erlebte am Samstagabend im herrlich dekorierten, voll besetzten Saal Heinrich von Hünenberg eine berauschende Feier.

Lottomatch und Filmkniffs

Regula Hürlimann betonte, sie sei stolz, «eure Gemeindepräsidentin sein zu dürfen», und verkündete mit einem schelmischen Lächeln: «Unsere Gemeinde, die von der Chamer Schnitzelbankgruppe Giftsprützi im vergangenen Jahr als Hünenberg FIA, fast im Aargau, bezeichnet wurde, wurde zur besten Gemeinde der Schweiz gewählt, während Cham auf den 5. Platz abgerutscht ist. Wer, liebe Chamer, ist nun FIA?»

Nach der aus vollen Kehlen gesungenen Hünenberger Hymne «Mer sind Hünebärger» wurde ein kurzer Lottomatch gespielt. Als Hauptpreis wurde ein Auto versprochen. Als Kaplan Lukas Amrhyn als Gewinner feststand, verkündete Martin «Biber» Cerletti süffisant: «Du darfst dieses Auto nun zwei Tage lang fahren; nachher musst du es wieder zurückgeben.» Dass Amrhyn vor wenigen Wochen die Fahrerlaubnis zurückgegeben hat, war weiter nicht tragisch: Im Nu fanden sich zwei Frauen, die sich bereit erklärten, den charmanten Kaplan zu chauffieren.

Jungfilmer Michael Werder und der Zunftrat verblüfften das Publikum mit witzigen, manipulierten Filmkniffs, die den Zuger Regierungsrat Urs Hürlimann mit dem Feldstecher auf der Jagd nach einer jungen Schönheit am Strand aufs Korn nahmen, ehe auf der Bühne unter der Regie von Peter «Hürliberg» die 106. kitschige Verfilmung eines von Herz und Schmerz triefenden Romans von Rosamunde Pilcher gedreht wurde. «Dass unser Bühnenspiel das Publikum total zu begeistern vermochte, freut mich gewaltig. Die intensive, einwöchige Vorbereitung auf das Bühnenspektakel und die Freude, die wir dann dem Publikum vermitteln dürfen, ist für mich das schönste Erlebnis im Jahr», bekräftigte Michael Werder.

Motto: «Eiche Most»

Nach der Hollywood-würdigen Verleihung von «Goldenen Eicheln» wurde das bislang streng gehütete Geheimnis gelüftet: Beat I. (Luthiger), seines Zeichens Hünenberger Bürgerrat und Weibel, und seine Gemahlin, Christina die Künstlerische, wurden auf den Eichethron gehievt. Die beiden, die sich an einem Armbrustschiessen in Emmen kennen- und lieben gelernt haben, stellten die Eiche-Fasnacht 2013 in Anlehnung an Beats Elternhaus unter das Motto «Eiche Most». Die äusserst witzige Inthronisationsfeier dauerte bis in die frühen Morgenstunden.