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HÜNENBERG: Einem Geheimnis auf der Spur

Die Brauerei Einhorn bietet Brauseminare an. Dabei erfahren Bierliebhaber, wie sie explodierende Flaschen vermeiden können und wie ein richtig gutes Bier hergestellt wird.
Lionel Hausheer
Freddy Niklaus (links) von der Brauerei Einhorn beschreibt den Teilnehmern den Brauprozess. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 24. Februar 2018))

Freddy Niklaus (links) von der Brauerei Einhorn beschreibt den Teilnehmern den Brauprozess. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 24. Februar 2018))

Lionel Hausheer

redaktion@zugerzeitung.ch

Im Keller der Brauerei Einhorn in Hünenberg stehen fünf aufgekratzte Männer zwischen Säcken voller Gerstenmalz. Ihre blauen Schürzen machen sie zu Brauern für einen Tag. Die zweitgrösste Brauerei im Kanton Zug bietet seit einigen Jahren Bierbrau­seminare für alle Interessierten an. Und Interessierte gibt es an diesem Samstagnachmittag genug: Bierbrauen erlebt dank «Brau-dir-dein-Bier-selbst»-Komplettsets aus dem Internet einen Aufschwung. So einfach wie auf dem Beipackzettel jeweils beschrieben, ist das Ganze dann aber doch nicht. Auf dem Weg zum guten Bier kann einem nämlich durchaus auch mal eine Flasche explodieren.

Wie gutes Bier gemacht wird, das wissen Freddy Niklaus und sein Mitarbeiter Klaus Flohr von Einhornbräu. Ihr Lagerbier, das «Hünenberger», hat jüngst Silber gewonnen beim Swiss Beer Award. Das Pale Ale «Eichefrässer» sogar Gold.

Eine Frage der Bemessung

Die Seminarteilnehmer stehen alle im Keller der Brauerei zwischen Säcken voller verschiedener Gersten- und Weizenmalzsorten. Bier ist eigentlich ein erstaunlich simples Rezept: Malz, also getriebenes und dann getrocknetes Korn, Hopfen und Wasser. Doch der Teufel liegt in den exakten Bemessungen. Der Einhornbrauer Klaus Flohr leitet die Gruppe zum Wägen des Gerstenmalz an. «In einigen Brauereien ist das Abwägen Chefsache, das Bier-Rezept soll geheim bleiben», erzählt er während zwei der Teilnehmer Pilsner Gerstenmalz in die Schrotmaschine schütten. Einer der Kursteilnehmer beugt sich über einen Sack mit bereits geschrotetem Malz. «Sieht ein bisschen aus wie Haferflocken», sagt er, und schon kurz darauf breitet sich ein süsser Duft im Keller aus.

«Brauen ist wie kochen»

Den Trend zum selber Bierbrauen und zum handwerklich hergestellten Bier beobachtet Freddy Niklaus seit der Gründung der Einhornbräu-Brauerei 2009. «Wir waren damals noch nicht mal die 200. Brauerei in der Schweiz. Heute gibt es bereits über tausend.» Natürlich werde sich das wohl dann in ein paar Jahren, wenn der Trend etwas abflaue, wieder nach unten korrigieren. «Aber grundsätzlich tut diese Vielfalt dem Schweizer Bier gut. Und Bierbrauen, auch als Hobby, ist eine sehr schöne Arbeit», sagt Niklaus. So habe auch er einst angefangen.

Zwei Teilnehmer haben bereits selber ein bisschen Bierbrau-Erfahrungen gesammelt. Zu Hause haben Jürgen Biebel und Sasha Furrer mit einem einfachen Set zu zweit selber Bier gebraut. «Es ist wie kochen. Man kann selber ein bisschen ausprobieren, und am Schluss hat man etwas Gutes zum Trinken», sagt Jürgen Biebel. Wobei jedoch nicht immer sicher ist, wie gut das Produkt dann wirklich ist. «Der erste Versuch war wirklich gut», meint Sasha Furrer. «Aber der Zweite ...», er schaut zu Jürgen Biebel und verzieht den Mund. «Der Zweite ist irgendwie in der Gärung stehen geblieben.» Sein Kollege nickt zustimmend. Ein Braumeister, den Sasha Furrer dann an einem Fussballmatch zufällig getroffen hat, gab ihm den Tipp, doch ein bisschen Zucker in die Flaschen zu geben. Um den Gärungsprozess wieder in Gang zu setzen. Die beiden taten genau das. Ein paar Tage später seien die Flaschen explodiert. Bei einigen sprengte es den ganzen Boden weg, berichten sie.

Der Teufel liegt bei dieser Kunst wie gesagt in den Bemessungen. Ein bisschen weniger und es hätte wahrscheinlich funktioniert. Aber das muss man eben alles vorsichtig ausprobieren auf dem Weg zum guten Bier. Und ist nicht genau das der eigentliche Spass?

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