Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HÜNENBERG: Für manche Familien sind subventionierte Krippenplätze weit weg

Wer im Seegebiet wohnt und für die Kinderbetreuung auf Subventionen angewiesen ist, muss seinen Nachwuchs ins Dorf hochkarren. Der Gemeinderat will das System überprüfen – ob daraus eine Verbesserung resultiert, ist aber ungewiss.
Zoe Gwerder
Mädchen und Buben sollen früh gefördert werden - wie hier in einer Kinderkrippe. (Bild Roger Grütter)

Mädchen und Buben sollen früh gefördert werden - wie hier in einer Kinderkrippe. (Bild Roger Grütter)

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Wer in Hünenberg See wohnt und sein Kind mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde in die Kinderkrippe geben möchte, der benötigt im Moment viel Zeit und wohl auch entsprechend flexible Arbeitszeiten.

Denn auch wenn es eigentlich zwei Kinderkrippen im Seegebiet gibt – eine beim Zythus und eine im Bösch – befinden sich die subventionierten Plätze ausschliesslich in der Kinderkrippe Teiki beim Feuerwehrdepot im Dorf.

Mit dem Auto ist ein Weg in 5 Minuten zu machen. Sind die Eltern jedoch auf den öffentlichen Verkehr angewiesen, nimmt ein Weg zwischen 20 und 30 Minuten in Anspruch. Das Ausweichen aufs Velo ist mit Kind im Anhänger oder auf dem Velositz, mit rund 50 Höhenmetern, die zu überwinden sind, die sportliche Variante und dauert –ohne Anhänger - ebenfalls fast eine Viertelstunde pro Weg.

Gemeinderätin ist im Vorstand der Krippe

Die zuständige Hünenberger Gemeinderätin Käty Hofer, räumt ein, dass das aktuelle System für Familien aus Hünenberg See gewisse Nachteile hat. «Insbesondere nach dem Wegfall der Buslinie 44, die die beiden Gemeindeteile verbunden hatte, haben Benützer des öffentlichen Verkehrs einen gewissen Nachteil.»

Für sie sei aber wichtig, dass es derzeit in der subventionierten Krippe noch offene Plätze habe. Total bietet die gemeindlich subventionierte Krippe des Vereins Familia plus 24 Betreuungsplätze pro Tag. Im Vorstand ist auch die Gemeinde durch Käty Hofer vertreten.

Das Hünenberger Modell ist jedoch in die Jahre gekommen. Es wurde vor rund 20 Jahren eingeführt und habe sich bewährt, erklärt die Gemeinderätin. In diesem Jahr soll es aber überprüft werden.

Gemäss Hofer will man die Abklärungen und Analysen vornehmen, sodass man im nächsten Jahr entscheiden kann. «Ob wir aber das System ändern und beispielsweise Betreuungsgutscheine einführen, oder ob wir es beim aktuellen Modell belassen, das ist noch völlig offen.»

Der Prozess sei derzeit noch nicht gestartet worden. Deshalb ist gemäss Hofer noch unklar, ob in die Evaluation nur die aktuell subventionierte Krippe mit einbezogen wird oder ob auch weitere Kreise, wie unter anderem die drei privaten Hünenberger Krippen, ihre Ansichten einbringen können.

Krippe im Seegebiet hat viele Subventions-Anfragen

In Hünenberg See würde man die Umstellung des Systems begrüssen. «Rund die Hälfte der Hünenberger, die ihre Kinder bei uns anmelden, erkundigen sich nach subventionierten Plätzen», sagt Yasmin Kunz. Sie leitet die Kita Ennetsee beim Zythus. Die 24 Plätze pro Tag seien geschätzt zu rund 40 Prozent durch Kinder aus Hünenberg belegt.

Ihr Vorgesetzter, Urs Brugger, der insgesamt elf Krippen führt – drei davon im Kanton Zug, die anderen im Kanton Zürich – ist über das aktuelle System in Hünenberg nicht erfreut. «Die Unterstützung nur einer Krippe ist marktverzerrend und benachteiligt alle anderen nicht gemeindlich geförderten Krippen. Es ist, als würde der Staat den Einkauf bei der Migros subventionieren und bei den anderen Grossverteilern nicht.»

Der Chamer wünscht sich zudem, dass beim Überprüfen des aktuellen Subventionssystems alle Hünenberger Krippen angehört werden. «In einer Gemeinde, in der alle Steuern zahlen, sollen auch die Eltern aller Krippen angehört werden.»

In Sachen Weg zur Krippe gibt es jedoch ein noch argeres Beispiel im Kanton Zug – zumindest, wenn die Krippe mit dem öffentlichen Verkehr erreicht werden soll. So gibt es in Neuheim gar keine Kinderkrippen. Subventionierte Plätze befinden sich in Menzingen.

Wie in Hünenberg ist das Angebot mit dem Auto in 5 Minuten erreichbar. Sind Eltern aber auf den öffentlichen Verkehr angewiesen, um das Kind in die Krippe zu bringen, dauert ein Weg über 50 Minuten – da es keine direkten Verbindungen zwischen den beiden Dörfern gibt. ÖV-Benützer müssen über Baar fahren, um von Neuheim nach Menzingen zu gelangen.

Besser sieht es hingegen in Walchwil aus. Die Gemeinde bietet ihre subventionierten Plätze ebenfalls in einer Nachbargemeinde an – in den Krippen der Organisation Zuger Chinderhüser in der Stadt Zug. Der Standort bei der Frauensteinmatt ist aber dank der Stadtbahn in weniger als 10 Minuten erreichbar.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.