HÜNENBERG: In 55 Tagen beherrschen Töne das Dorf

Die Musikgesellschaft rüstet sich für das siebte Zuger Musikfestival, das am 2. und 3. Juni stattfindet. Zuvor aber präsentiert der 80-jährige Verein seine neue Uniform anlässlich eines Festgottesdienstes und eines Galaabends.

Cornelia Bisch
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Sechs hölzerne Vorboten, die «Heiris», kündigen das Musikfestival an den Dorfeingängen von Hünenberg an. Im Bild von links: Raphael Suter (OK-Vizepräsident), Regula Hürlimann (OK-Präsidentin) und Fabian Burkhardt (Ressort Bauten).

Sechs hölzerne Vorboten, die «Heiris», kündigen das Musikfestival an den Dorfeingängen von Hünenberg an. Im Bild von links: Raphael Suter (OK-Vizepräsident), Regula Hürlimann (OK-Präsidentin) und Fabian Burkhardt (Ressort Bauten).

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugzeitung.ch

Sechs hölzerne Vorboten des Zuger Musikfestivals werben an den Dorfeingängen für den zweitägigen Anlass unter dem Motto «Da spielt sich was ab», der Anfang Juni stattfinden wird. Letztes Mal war Hünenberg vor 40 Jahren Gastgeber des Festivals. Mit dessen erneuter Aufgleisung ist ein 10-köpfiges Organisationskomitee unter der Leitung von Gemeindepräsidentin Regula Hürlimann seit zwei Jahren betraut. «Allmählich klopft das Herz etwas schneller», gesteht Hürlimann, wohl eher aus Freude, denn aus Sorge. 55 Tage vor dem Fest sind nämlich bereits die meisten Vorbereitungen abgeschlossen. «All unsere Musikanten werden eine Woche freinehmen, um den Auf- und Abbau sowie die Durchführung zu bestreiten», erzählt OK-Vizepräsident Raphael Suter. Dies habe für niemanden ein Problem dargestellt, was nicht selbstverständlich sei.

Laut Fabian Burkhardt vom Ressort Bauten ist der Aufbau eines grossen sowie mehrerer kleinerer Zelte auf dem Festgelände an der Zentrumstrasse geplant. «Im grossen Festzelt finden die Prädikatsverleihungen und Unterhaltungsabende statt.» In den kleineren werden Bar und Kaffeestube eingerichtet. «Daneben gibt es zahlreiche Verpflegungsstände.»

Zur Unterhaltung sind verschiedene Gastmusiken und Formationen eingeladen, darunter die Musikgesellschaft Sins und die Kapelle Obertilliach aus Österreich. Auch Jugendvereine spielen auf. «Es ist uns wichtig, die Jugend einzubinden», betont Raphael Suter. Erwartet werden 2000 bis 3000 Gäste an jedem Festtag, darunter je rund 450 Musikanten. «Es nehmen die Musikvereine aller Zuger Gemeinden teil. Das ist Ehrensache.» Als einziger Gast ist die Musikgesellschaft Uri dabei. «Wir hätten gerne weitere ausserkantonale Gäste willkommen geheissen. Aber da unglücklicherweise am selben Wochenende auch der Kanton Luzern seine Wettbewerbe in Eschenbach austrägt, haben viele der angefragten Vereine abgesagt.» Eine Koinzidenz, die erst nach Aufnahme der Planungsarbeiten bekannt wurde.

Prädikate statt Rangierungen

Die 15- bis 20-minütigen Konzertvorträge werden an beiden Festivaltagen ab 9.30 Uhr im Saal Heinrich von Hünenberg ausgetragen. «Nach den Darbietungen werden die Musikanten zu einem Gespräch mit den Experten eingeladen», berichtet Suter. Am Zuger Musikfestival gibt es keine Rangierungen, jedoch werden die Prädikate «ausgezeichnet», «sehr gut», «gut» und «genügend» verliehen.

An den Nachmittagen starten um 15.30 Uhr die Marschmusikdarbietungen auf der Chamerstrasse. «Ein Experte wird jedes Korps begleiten und nebst der musikalischen Qualität auch den Laufstil und die Evolutionen bewerten.» Dabei zeige sich immer, wie sicher ein Verein wirklich spiele, erklärt Suter. Die MG Hünenberg ist während der Auslosung im Vorfeld der Wettbewerbe zu hören. Am 20. April wird an alle Hünenberger Haushalte ein Festführer verschickt.

Zum 80. Geburtstag eine neue Uniform

Anlässlich ihres 80-jährigen Bestehens haben die Hünenberger Musikanten auch ihre Neuuniformierung beschlossen. Rund neun Monate dauerte das Sammeln der Sponsorenbeiträge. «Man konnte beispielsweise eine einzelne Krawatte oder ein Gilet spenden», erzählt Regula Hürlimann. Kleine Einzelbeiträge, die in der Summe für eine Neueinkleidung im Umfang von 120000 Franken sorgten. «Der Rückhalt in der Bevölkerung ist gross. Wir sind sehr glücklich und dankbar für jeden einzelnen Beitrag», stellt Suter fest. Bei der Auswahl der neuen Musikantenmode hätten sich die jüngeren Mitglieder mit einem zeitgemässen Modell durchgesetzt. «Es gibt einen Anzug mit Gilet, aber ohne Kopfbedeckung», verrät Suter. Ausserdem tragen Damen wie Herren ausschliesslich Hosen. Sämtliche der 60 Mitglieder zwischen 16 und 81 Jahren haben sich eine neue Uniform auf den Leib schneidern lassen.

Die mit Spannung erwarteten Unikate werden im Vorfeld des Musikfestivals in gebührend festlichem Rahmen eingeweiht. Damit schlagen die cleveren Hünenberger Musikanten quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Infrastruktur des Musikfestivals wird auch gleich für den Einweihungsanlass genutzt. Am Vorabend von Fronleichnam, am Mittwoch, 30. Mai, finden ein ökumenischer Festgottesdienst mit anschliessendem Apéro für die Bevölkerung sowie ein Galaabend für geladene Gäste statt. Wer sich rechtzeitig auf die Socken macht, ergattert vielleicht noch eines der 150 Tickets, die für den Galaabend verkauft werden.

Hinweis

www.zugermusikfestival2018.ch