HÜNENBERG: «Keiner findet uns Ministranten uncool»

Sie tun am Sonntag ihren Dienst in der katholischen Kirche. Ungeliebte Verpflichtung? Nein, sagen sieben junge Messdiener. Und treten den Beweis an.

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Die Hünenberger Ministranten in der Kirche. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Hünenberger Ministranten in der Kirche. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Sieben fröhliche Jungen und Mädchen sitzen an diesem sonnigen Spätsommernachmittag im «Mini-Raum» der Heilig-Geist-Kirche in Hünenberg und erklären, warum sie gerne Ministrant sind – was es bedeutet, in schönen Gewändern im Gottesdienst das Volk zu vertreten und dem Priester zur Hand zu gehen.

Samuel Luthiger schaut sich die Dinge gerne aus der Nähe an, und in diesem Fall sind es die geheimnisvollen Dinge der Kirche, die der Schüler ergründen will. Beispielsweise freut es den Jungen mit dem schelmischen Blick ganz einfach, als Ministrant den Kelch in der Messe auch mal in den Händen zu halten – und ihn genau ansehen zu können. Die 15-jährige Lea Boog betrachtet ihren Dienst in der Kirche schon ganz erwachsen als Beitrag für die Gesellschaft, wenn sie sagt: «Es ist ein schönes Gefühl, helfen zu können.»

Und der dunkelhaarige Rainer Burkhard erklärt, ihm gefalle vor allem die Kameradschaft in der Gruppe, die man als Ministrant regelmässig erlebe.

Erleben abseits der Kirche
Ministrant zu sein, bedeute eben nicht nur, dem Pfarrer im Gottesdienst zur Hand zu gehen, sondern auch, gemeinsam einen Teil seiner Freizeit zu gestalten. So gibt es jedes Jahr ein Fussball- sowie ein Unihockeyturnier. Man geht gemeinsam Schlitten fahren oder wie jetzt am kommenden Sonntag zum «Minifest» nach Aarau, wo an die 8000 Ministranten aus der ganzen Deutschschweiz erwartet werden. Ein Highlight für die 93 Hünenberger Ministranten war jüngst ein dreitägiges «Mini-Lager» in Engelberg. Die Erinnerungen daran bringen alle zum Lachen, und die ganze Runde wirkt wie eine verschworene Gemeinschaft.
Doch wie kamen diese Jungen und Mädchen unterschiedlichen Alters überhaupt dazu, sich in der Kirche zu engagieren? «In der dritten Klasse in der Primarschule hat man mich gefragt, ob jemand Ministrant werden möchte», erzählt der 13-jährige Valentin Staub. Und Rainer Burkhardt, 14-jährig, nennt als Antrieb seinen älteren Bruder, der auch Ministrant war.

Und wie halten es die Mitschüler mit der Berufung ihrer Klassenkameraden? «Manche Mitschüler staunen», sagt Laura Leuthard, «aber niemand findet es uncool.»

Susanne Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Zuger Zeitung.