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HÜNENBERG: Preisgünstige Wohnungen bilden den Knackpunkt

Am 24. September stimmt die Bevölkerung über den Bebauungsplan Maihölzli und damit über die künftige Entwicklung im Dorfzentrum ab. Gegen das Vorhaben gibt es Widerstand von linker Seite.
Die Visualisierung des Siegerteams aus dem Architekturwettbewerb, die Luzerner Architekten ro.ma roeoesli & maeder gmbh, zeigt, wie das Hünenberger Dorfzentrum in Zukunft aussehen könnte. (Bild: Visualisierung: PD)

Die Visualisierung des Siegerteams aus dem Architekturwettbewerb, die Luzerner Architekten ro.ma roeoesli & maeder gmbh, zeigt, wie das Hünenberger Dorfzentrum in Zukunft aussehen könnte. (Bild: Visualisierung: PD)

Etwas mehr als fünf Jahre ist es her, seit rund 200 Hünenbergerinnen und Hünenberger an der Zukunftskonferenz ihre Wünsche für die Entwicklung des Dorfkerns formulierten. Inzwischen sind die Ideen von damals zu einer konkreten Planung ­gediehen. Am 24. September stimmt die Bevölkerung über den Bebauungsplan Maihölzli und die Teilrevision des Zonenplanes und der Bauordnung ab. Der Gemeinderat lud am Montagabend zur Orientierungsveranstaltung über das komplexe Geschäft. Das Interesse war gross, im Heiri-Saal mussten sogar zusätzliche Stühle aufgestellt werden.

Komplex ist das Vorhaben, weil verschiedene Beteiligte mitwirken – neben der Einwohner- und der katholischen Kirchgemeinde auch die Investorin Jego AG – und eine gemischte Nutzung vorgesehen ist. Bekanntlich soll nördlich und südlich des Maihölzliwegs eine neue Überbauung realisiert werden. Gegenüber dem Gemeindehaus ist ein Grossverteiler geplant, der östlich und südlich durch Wohn- und Bürogebäude ergänzt werden soll. Die Parzelle mit der Maihölzliwiese, die der Gemeinde gehört, soll erst in einer allfälligen zweiten Phase bebaut werden.

Fünf Gebäude, die ein neues Quartier formen

«Ziel ist es, die bisher schlecht genutzte Fläche durch ein attraktives Zentrum aufzuwerten», erklärte Bauchef Thomas Anderegg (CVP). «Gibt es an der Urne ein Ja und läuft alles nach Plan, könnte der Baubeginn im Herbst 2018 erfolgen.» Architekt Philipp Röösli sprach über das Richtprojekt. Der Bebauungsplan sieht fünf Gebäude im Zentrum vor, die ein neues Quartier formen. In einem ersten Schritt werden drei Volumen realisiert, im grössten soll ein Grossverteiler einziehen. Die Gebäude werden in der Höhe gestaffelt – wie es bereits bei der Gemeindeverwaltung oder dem Zentrum Heinrich von Hünenberg der Fall ist. «Wir wollen mit dem Bestand arbeiten und gleichzeitig neue, qualitätsvolle Aussenräume schaffen», so Röösli. Weitergeführt wird auch das Arkadenelement, das man von den Gebäuden auf der gegenüberliegenden Strassenseite, darunter das Gemeindehaus, kennt. Zwischen den Neubauten soll im Nordosten der Maihölzliplatz mit Bäumen und Sitzelementen entstehen, im Übergang zum Wald ist ein Naturspielplatz vorgesehen. Wie Landschaftsarchitekt Tilo Preller ausführte, will man die bestehenden, markanten Eichen erhalten. «Das ist Teil der Verzahnung, die wir anstreben. Es soll keinen Bruch zwischen dem Wald, dem weiteren Baumbestand und dem neuen Quartier geben», so der Fachmann.

Während der öffentlichen Auflage im vergangenen Februar und März waren mehrere Einwendungen eingegangen. Das Grüne Forum, die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde und Private kritisierten die Lage, Höhe, Ausrichtung und Nutzung der östlich gelegenen Baute. Unter anderem wurde ein grösserer Abstand zum Waldfriedhof angeregt. Aufgrund der Einwendungen wurde das Baufeld verschoben und festgehalten, dass auf der Seite hin zum Friedhof keine Balkone oder Loggien zugelassen sind. Eine weitere Einwendung der Grünen betrifft den preisgünstigen Wohnungsbau. Aus Sicht der Ortspartei sollte ein minimaler Anteil an Alterswohnungen und an preisgünstigem Wohnraum verbindlich festgelegt werden. Schliesslich beschloss der Gemeinderat, für seinen Baubereich einen Mindestanteil von 30 Prozent für preisgünstigen Wohnraum festzulegen. Um weitere Details festzuschreiben, sei die Planung für die zweite Bauetappe zu wenig weit fortgeschritten, führte Thomas Anderegg aus. «Die Diskussion über die Nutzungen soll zu einem späteren Zeitpunkt geführt werden.» Dem grünen Forum geht dies zu wenig weit. Man vermisse die Verbindlichkeit, äusserte sich Paul Baumgartner im Namen der Partei in der anschliessenden Diskussion. Ausserdem solle die Verpflichtung auch für die privaten Grundeigentümer gelten. In der Vorlage zur Abstimmungsbroschüre schreiben die Grünen: «Auch die jungen Hünenbergerinnen und Hünenberger sollten mit bezahlbarem Wohnraum eine Chance haben, in unserem Dorf bleiben zu können. Deshalb lehnt das Grüne Forum den Bebauungsplan Maihölzli ab.» Die anderen Ortsparteien stehen dem Vorhaben positiv gegenüber. SVP, FDP, CVP und SP empfehlen ein Ja.

Der Eichefrässer bleibt im Dorf

In der Fragerunde konnten die Podiumsvertreter verschiedene Fragen der Anwesenden klären. So auch eine, die für viele Hünenberger wohl elementar ist: Wo wird der Eichefrässer an der Fasnacht verbrannt, wenn die Maihölzliwiese dereinst überbaut wird? Gemeindepräsidentin Regula Hürlimann versprach, dass man eine Lösung finden werde. «Das Thema haben wir noch nicht im Detail besprochen. Aber die Verbrennung wird sicher weiterhin mitten im Dort stattfinden.»

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

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