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HÜNENBERG: Roboter übernehmen die Arbeit im Kuhstall

Anita und Alois Moos setzen auf ihrem Hof als erste Bauern im Kanton auf einen voll automatisierten Milchbetrieb. Den Menschen braucht es offensichtlich dennoch.
Raphael Biermayr
Der Fütterungsroboter sorgt für Nachschub. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 27. Oktober 2017))

Der Fütterungsroboter sorgt für Nachschub. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 27. Oktober 2017))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Wo einst die Flammen wüteten, fährt heute ein oberschienengeführter Fütterungsroboter fast lautlos an Mensch und Kuh vorbei und versorgt die Tiere mit Futter. Anita und Alois Moos hatten notgedrungen die Möglichkeit, ihren Hof in der Stadelmatt neu auszurichten, nachdem im September 2014 rund die Hälfte davon infolge eines technischen Defekts abgebrannt war.

Sie haben sich nach Rücksprache mit einem Betriebsberater dazu entschlossen, auf die Vollautomatisierung im Milchbetrieb zu setzen. Aus den Angeboten von vier Firmen haben sie sich für die Roboter von Lemmer Fullwood entschieden, die in der Schweiz in Gunzwil ansässig ist und gestern Morgen zur «Pressetagung» eingeladen hat. Neben besagtem Fütterungsroboter finden sich im neuen Stall ein Einstreuroboter und ein Melkroboter. Ein Programm sorgt ausserdem mittels einer riesigen Datensammlung für die gläserne Kuh: Bei Auffälligkeiten, etwa einer geringeren Milchleistung oder einem seltsamen Verhalten, das auf Versehrtheit oder Krankheit hindeuten könnte, schlägt die Maschine Alarm.

Blind darauf zu vertrauen, kommt für Alois Moos aber nicht in Frage: «Ich will mich nicht nur darauf verlassen. Bis jetzt erkenne ich sowieso früher als der Melkroboter, wenn etwas nicht in Ordnung ist mit einem Tier», sagt der Herr über gegenwärtig 68 Milchkühe. «Es ist aber hilfreich, die wiederkehrenden und eintönigen Arbeiten von Maschinen erledigen zu lassen.»

200000 Franken für den Melkroboter

Dass die Wahl auf die Produkte der genannten Firma fiel, liege einerseits an der langjährigen Zusammenarbeit, andererseits aber auch an der Tatsache, dass die bestehende Infrastruktur mit diesen Robotern kompatibel sei, dafür also keine teuren Investitionen gemacht werden mussten. Apropos Geld: Zahlen dazu sind kaum zu erfahren. Pius Muff, Verkaufsleiter von Lemmer Fullwood in der Schweiz, sagt immerhin, dass für die Anschaffung des Melkroboters mit rund 200000 Franken zu rechnen sei. Dazu kommen die Unterhaltskosten. Alois Moos verfügt erst seit wenigen Monaten über die Roboter, sodass er die genauen Gesamtkosten erst abwarten muss. Er bejaht die Frage, ob er als Betreiber dieses Pionierhofs – des ersten im Kanton Zug (siehe Box) – von der Firma unterstützt wird.

Ein entscheidender Vorteil sei, dass der Melkroboter statt wie bislang üblich mit Druckluft oder Hydraulik rein mit Elektrizität funktioniert. Anita und Alois Moos planen, eine Fotovoltaikanlage zur Stromgewinnung zu in­stallieren. Zunächst gilt es aber, das gesamte Vieh auf den Hof zurückzuholen. Ein Teil befindet sich seit dem Brand nämlich bei einem befreundeten Bauern in Drällikon. Den Transport muss das Ehepaar Moos weiterhin selbst erledigen – dafür gibt es noch keine Roboter.

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