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HÜNENBERG: Sie bringen die Natur zurück aufs Feld

Landwirtschaftliche Flächen werden immer intensiver genutzt. Nun schaffen die Bauern neue Lebensräume.
Stephanie Hess
Hanspeter Knüsel (links) und Jonas Boog vom Verein LEK Reuss beim Asthaufen, der für verschiedenste Tiere ein Zuhause werden soll. (Bild: Stefan Kaiser)

Hanspeter Knüsel (links) und Jonas Boog vom Verein LEK Reuss beim Asthaufen, der für verschiedenste Tiere ein Zuhause werden soll. (Bild: Stefan Kaiser)

Nein, es ist kein Holzhaufen, der für ein fröhlich loderndes Feuer am morgigen 1. August aufgestellt wurde. Diese aufgeschichteten Äste liegen hier bei der Eichrüti aus einem ganz anderen, viel zukunftsträchtigeren Grund. Der mehr als mannshohe Haufen soll nämlich in den nächsten Jahren vielen Tieren ein neues Zuhause bieten. Tieren, wie unter anderem dem Hermelin, dem Igel oder der Ringelnatter, deren Lebensraum durch die intensiv genutzten Flächen und die dichter werdende Besiedlung immer stärker beschnitten wurde.

Am Boden des Haufens liegen Kies und Steine, um beispielsweise den Eidechsen einen warmen Zufluchtsort zu bieten. Auch Stroh wird in den Haufen gepackt und verschiedene Holzstücke – Dinge, für die es in der ausgeräumten Agrarlandschaft sonst keinen Platz mehr gibt.

Mehr Aufwertung, mehr Geld

Hintergrund dieser Aktion ist das Vernetzungsprojekt Hünenberg Süd (VHS). Die Grundlagen dazu wurden vor zwei Jahren mit der Nachbarsgemeinde Risch erarbeitet. Die Gemeinde wird durch Urs Felix, Natur- und Umweltfachmann, in der Steuergruppe des Projekts vertreten. Im Mai dieses Jahres wurde es dem Verein LEK Reuss angeschlossen, der im Bereich der landwirtschaftlichen Aufwertung im nördlichen Teil von Hünenberg vor rund zehn Jahren mit den Massnahmen in der Reussebene kantonale Pionierarbeit geleistet hat. «Mit Kleinstrukturen, wie dem Asthaufen, sollen die Ökoflächen aufgewertet werden und den verschiedensten Tieren wieder Lebensraum geboten werden», sagt Hanspeter Knüsel, Präsident von LEK Reuss. Solche Flächen – sie umfassen etwa fünf bis sieben Prozent der Landwirtschaftsfläche eines einzelnen Bauern – scheiden die Landwirte innerhalb gewisser Voraussetzungen selber aus. Dafür erhalten sie Bundesgelder. Diese Beiträge erhöhen sich, wenn die Flächen einem Vernetzungsprojekt angeschlossen und damit ökologisch bewirtschaftet werden – wie beispielsweise mit einem Asthaufen, wie er in der Eichrüti liegt. Als Gegenleistung muss der Bauer aber seine Ökoflächen verbessern und teilweise anders anlegen, damit zwischen den einzelnen Landstücken eine wirkliche Vernetzung entsteht. «Wir handeln mit den Bauern Vereinbarungen aus. Darin wird definiert, was sie auf ihren Feldern verändern müssen», erklärt Hanspeter Knüsel. Je nach Umgebung erstellen die Landwirte auf ihren Ökoflächen dann unter anderem Steinhaufen, Trockenmauern, Brennnesselflure oder Asthaufen.

800 Fussballfelder vernetzt

Rund 50 Landbewirtschafter mit insgesamt 570 Hektaren Land – das sind knapp 800 Fussballfelder – gehören zum südlichen Hünenberger Vernetzungsprojekt. «Bisher machen rund 80 Prozent der Landwirte mit», sagt Hanspeter Knüsel.

In den nächsten Monaten und Jahren werden die Spaziergänger in Hünenberg also immer mehr Haufen aus den verschiedensten Materialen sehen können. «Wir werden sie allerdings nicht zu nahe an den Spazierwegen platzieren», sagt Knüsel. Die Tiere sollen nämlich, wenn sie Zuflucht vor den Menschen und den lauten Maschinen der Bauern suchen, nicht durch neugierige Hundeschnauzen wieder aufgeschreckt werden.

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