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HÜNENBERG: Sie helfen beim Einleben in der neuen Heimat

Freiwillige der Asylgruppe kümmern sich um alltägliche Belange von asylsuchenden Familien. Brigitte Hug Schuler und Christine Bischof haben ein funktionierendes System entwickelt.
Brigitte Hug Schuler (links) und Christine Bischof leiten die Asylgruppe Hünenberg. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 5. April 2017))

Brigitte Hug Schuler (links) und Christine Bischof leiten die Asylgruppe Hünenberg. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 5. April 2017))

Ein Arztbesuch, Einkaufen oder Elternabende. Häufig sind es ganz alltäglich Dinge, die für Asylsuchende ungeahnte Hindernisse darstellen. In Hünenberg ist seit mehr als zwei Jahren eine Gruppe Freiwilliger aktiv, die sich um solche Belange kümmern. Koordiniert und geleitet wird die Asylgruppe seit anderthalb Jahren von Brigitte Hug Schuler und Christine Bischof. Wie viele Freiwilligengruppen auf Gemeindeebene hat auch jene aus Hünenberg mit der Zeit ein eigenes System entwickelt. «Wir haben ein Patensystem», erklärt Brigitte Hug Schuler. Die Patinnen – es handelt sich dabei momentan ausschliesslich um Frauen – gehen regelmässig bei den Familien vorbei und helfen bei Alltagssituationen. «Sie sind für die Familien die erste Ansprechperson», führt Hug Schuler aus.

Neben den Patinnen gibt es Verbindungspersonen zur Schule. Diese agieren als Vermittler zwischen der Schule und den schulpflichtigen Kindern der asylsuchenden Familien. «Das hat sich sehr bewährt», so Hug Schuler. Auch gibt es Personen, die mit den Flüchtlingen Deutsch lernen und solche, die insbesondere Jugendliche unterstützen. Sei es bei der Suche nach einer Schnupperlehre oder mit speziellem Förderunterricht. «Grundsätzlich ist es das Ziel, Steigbügel zu bieten, damit sich die Flüchtlinge in der neuen Umgebung einleben können», führt Christine Bischof aus. Es gehe um eine Hilfestellung bei alltäglichen Fragen und der Organisation des Alltags.

34 Freiwillige engagieren sich

Gegründet wurde die Gruppe Anfang 2015 durch einen Aufruf des katholischen Gemeindeleiters Christian Kelter. «Er machte das Flüchtlingselend in einer Predigt zum Thema», erinnert sich Brigitte Hug Schuler. Er habe auch eine Liste für Interessierte bereitgestellt. «Viele, die vom Flüchtlingselend berührt oder betroffen waren, haben sich eingetragen. Daraus hat sich eine lose Gruppe gebildet.» Heute gehören dazu 34 Freiwillige. Ein Teil davon engagiert sich als Pate oder als Unterstützungsperson. Betreut werden fünf Familien mit acht Erwachsenen und 13 Kindern. Alle sind in Privatwohnungen untergebracht.

Wird etwas benötigt, etwa Möbel, Velos oder Spielsachen, oder ein Transport wird notwendig, werden alle Mitglieder angefragt. «Das klappt immer recht gut», sagt Hug Schuler. Die Freiwilligen leisten viel Arbeit. «Mir ist es wichtig, bei der gegenwärtigen Flüchtlingssituation einen Beitrag zu leisten», erklärt Christine Bischof. «Eine Unterstützung dieser Art ist für mich eine sinnvolle Tätigkeit.» Durch den direkten und konstanten Kontakt lerne man die Familien gut kennen. «Die Flüchtlingsthematik wird dadurch menschlich erlebbar», sagt Bischof. Das werde nicht nur durch den eigenen Einsatz deutlich, sondern auch beim Austausch mit anderen Freiwilligen. Regelmässig treffen sich Mitglieder der Gruppe. Auch das ist ein wichtiger Aspekt der Asylgruppe. «Wir können uns gegenseitig beraten und Fragen klären», sagt Hug Schuler. Ganz wichtig sei, dass die Paten nicht an die eigenen Grenzen geraten. «Niemand darf überfordert sein.» Die Asylgruppe arbeitet ausserdem mit Netzwerkpartnern zusammen. Dazu gehören etwa die Sozialvorsteherin der Gemeinde, Verantwortliche der beiden Kirchen und die Sozialen Dienste Asyl des Kantons. «Unser Aufgabenbereich ist ganz klar geregelt. Die Unterstützung hat Grenzen, und wir müssen uns auch selber abgrenzen», sagt Hug Schuler.

Integration durch Wohnungen mittendrin

Die Gruppe hat ihre Aktivitäten auf Flüchtlingsfamilien ausgerichtet. «Wir wollen in erster Linie bei der Integration helfen», erklärt Brigitte Hug Schuler. Die abgewiesenen Asylbewerber, die in der Unterkunft im Gebiet Bösch wohnen, werden von der Gruppe nicht betreut. Für die Zukunft wünschen sich die beiden Frauen vor allem, dass die Gemeinde oder Private weitere Wohnungen zur Verfügung stellen. «Dezentrale Wohnungen fördern die Integration und erhöhen die Akzeptanz bei der Bevölkerung», sagt Hug Schuler. Das Ziel der beiden ist eindeutig ausgerichtet: «Die Familien sollen ihr Leben selbstständig gestalten können und ihren Platz in der Gesellschaft finden.»

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

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