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HÜNENBERG: Sodastream erlebt Sprudel-Boom

Kaum einer kennt sie nicht: die Wassersprudelmaschinen von Sodastream. Das Unternehmen mit Sitz in Hünenberg blickt auf ein Rekordjahr zurück. Nun ist man daran, das Verkaufsnetz auszubauen. Und der Schweiz-Chef verspricht bald weitere News.
Livio Brandenberg
Sodastream-Schweiz-Chef Thomas Cantaro (41) am Länderhauptsitz in Hünenberg mit einem «Crystal»-Wassersprudler. (Bild: Werner Schelbert (4. Januar 2018))

Sodastream-Schweiz-Chef Thomas Cantaro (41) am Länderhauptsitz in Hünenberg mit einem «Crystal»-Wassersprudler. (Bild: Werner Schelbert (4. Januar 2018))

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Die Mineralwasserimporte in der Schweiz nehmen von Jahr zu Jahr zu. Dass sich dieser Trend sogar verstärkt, haben die neuesten Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung Ende 2017 gezeigt. Und das im «Wasserschloss» Schweiz, wo man so weit weg von einem Engpass ist, wie man es nur sein kann. Und wo die Qualität des Wassers hervorragend ist. Nicht nachvollziehen kann diese Entwicklung deshalb Thomas Cantaro. Der Schweiz-Chef der Firma Sodastream findet nämlich, man sollte das gute Wasser aus dem Hahnen nutzen – wenn möglich natürlich aufgesprudelt.

Bekannt ist das Sprudelsystem von Sodastream in der Schweiz schon lange (siehe Kastentext). Seit rund fünf Jahren boomt die Marke mit dem Sprudelmaschinen für den Privathaushalt aber geradezu – entgegen dem Trend der Mineralwasserimporte. So ist der Umsatz von Sodastream in der Schweiz seit 2013 jährlich zweistellig gewachsen. In der gleichen Zeitspanne hat sich die Zahl der verkauften Geräte laut Angaben des Unternehmens mehr als verdoppelt. Gemäss Länderchef Cantaro war 2017 das beste Geschäftsjahr seit der Gründung vor knapp 25 Jahren. Genaue Umsatz- oder Gewinnzahlen gibt Sodastream Schweiz nicht bekannt.

Ein Sprudelgerät in jedem vierten Haushalt

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz «um die 100000 Geräte» verkauft, wie Cantaro sagt. Gemäss einer repräsentativen Ipsos-Umfrage besitzt hierzulande inzwischen jeder vierte Haushalt einen Sodastream-Wassersprudler, was weltweit einer der höchsten Dichten von Wassersprudlern entspricht. Gründe für die steigende Nachfrage und die guten Zahlen gebe es mehrere, sagt Cantaro. Einerseits nehme das Umweltbewusstsein zu. «Es gibt klar einen Trend hin zu Nachhaltigkeit. Mit unseren Sprudlern kann man verhindern, dass zusätzlicher PET- oder Alu-Müll entsteht und dabei das gute Schweizer Hahnenwasser nutzen.» In Umfragen und Gesprächen mit Schweizer Konsumenten habe man bei Sodastream aber auch realisiert, dass die Bequemlichkeit im Vordergrund stehe. Die Leute wollten schlicht nicht mehr Flaschen schleppen. «Dazu kommt, dass unser System weniger Platz und weniger Zeit braucht, denn man muss nicht alle paar Wochen volle Flaschen kaufen und dann leere entsorgen», so Cantaro.

Zu wissen, was der Konsument will, sei absolut zentral, sagt der Länderchef. Darum habe man auch das Verkaufsstellennetz ausgebaut. Seit Ende 2017 kann man Sodastream-Produkte auch im Migros Do it sowie an ENI-Tankstellen kaufen. «Dies ist vor allem auch wegen der Öffnungszeiten spannend», sagt Cantaro. Oft werde nämlich spätabends oder an Wochenenden gesprudelt, etwa, weil man Gäste eingeladen habe, und dann seien auch die Zylinder häufig leer. Das Verkaufsnetz wolle man nun kontinuierlich ausbauen, es gebe bereits konkrete Pläne. «Bald wird es mehr News geben», sagt Cantaro. Seit gut einem Jahr ist Sodastream schon in den Möbelhäusern Conforama, Lipo und Möbel Pfister präsent. Das hat einen logischen Grund: «Sodastream-Nutzer werden bedeutet, seine Konsumgewohnheiten zu ändern. Es ist wie ein Systemwechsel. Und einen solchen Systemwechsel vollzieht man gerne, wenn man beispielsweise die Wohnung wechselt», erklärt Cantaro. Erwartet der Schweiz-Chef, dass es in den kommenden Jahren in diesem rasanten Tempo weitergehen wird? «Absolut. Wir haben noch Expansionsmöglichkeiten, denn noch lange nicht alle, die Kohlensäurewasser trinken, haben ein Sodastream-Gerät zu Hause.» Er erwarte, «dass 2018 ein noch besseres Jahr wird als das letzte». Und auch für 2019 sieht Cantaro keine Verlangsamung: «Wir haben genug Projekte in der Pipeline, um zuversichtlich zu sein, dass es so weitergehen wird. Denn die Nachhaltigkeit wird nur an Bedeutung gewinnen. Und wir bieten hier eine Lösung.» Nur schon in der Schweiz würden jedes Jahr über 200 Millionen PET-Flaschen nicht rezykliert. «Und jede PET-Flasche ist eine zu viel.»

Mineralien finden sich auch im Hahnenwasser

Das Argument, wegen der fehlenden Mineralien «produziere» man mit den Sodastream-Maschinen kein richtiges Mineralwasser, lässt Thomas Cantaro nicht gelten: «Messungen zeigen, dass das Hahnenwasser in der Schweiz in den allermeisten Regionen mindestens gleich viele – wenn nicht mehr – Mineralien enthält als gekauftes Mineralwasser.» Ausserdem nehme man die Mineralien sowieso hauptsächlich mit dem Essen auf.

Einen Rückschlag musste Sodastream Schweiz allerdings vor rund einem Jahr wegstecken: Das Unternehmen musste eine Ausgabe von geschirrspülfesten Kunststoff-Sprudelflaschen zurückrufen, weil sie zu bersten drohten. Das Problem sei behoben, sagt Thomas Cantaro: «Das waren ein, zwei Einzelfälle. Wir haben alle möglicherweise betroffenen Flaschen sofort zurückgeholt.» Seither habe es keine Probleme mehr gegeben. Sodastream empfehle aber sowieso die Glasflaschen. Diese seien ebenfalls geschirrspültauglich und bei der Kundschaft wegen der Optik beliebt.

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