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HÜNENBERG: Wer seinen Liebling sucht, dem droht eine Busse

Für Plakate von vermissten Tieren braucht es eine Bewilligung. Diese Erfahrung hat jüngst ein Tierfreund in der Reussebene gemacht.
Rahel Hug
Eine besonders auffällige Vermisstmeldung steht derzeit an der Sinserstrasse in der (Bild Werner Schelbert)

Eine besonders auffällige Vermisstmeldung steht derzeit an der Sinserstrasse in der (Bild Werner Schelbert)

Rahel Hug

Jemand, der seinen geliebten Vierbeiner vermisst, will alles Menschenmögliche tun, um ihn wieder zu finden. Viele Hunde- oder Katzenbesitzer drucken deshalb Plakate oder Flugblätter und hängen diese in der Umgebung auf – in der Hoffnung auf hilfreiche Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Plakate allerdings an Robidog-Behältern, Pfosten, Bushäuschen und Bäumen aufhängt, kann dafür bestraft werden – und zwar mit einer Ordnungsbusse von 100 Franken. Darauf wird in einer aktuellen Meldung aus Hünenberg hingewiesen: Es sei vermehrt festgestellt worden, dass im ganzen Gemeindegebiet, vor allem im Bereich der Reussebene, unbewilligte Plakate von vermissten Tieren und Werbung für Tierprodukte aufgehängt werden. «Wir ersuchen Sie, auf solche öffentlichen Plakataktionen zu verzichten bzw. solche Plakate nur mit Zustimmung der jeweiligen privaten Eigentümer anzubringen», heisst es.

Kaum entfernbare Klebebänder

Laut der zuständigen Hünenberger Gemeinderätin Renate Huwyler ist das Problem nicht neu, der Werkdienst habe es jedoch seit Beginn dieses Jahres vermehrt festgestellt. Es handle sich dabei nicht nur um Plakate von vermissten Tieren, sondern auch um Plakate, die für Veranstaltungen aller Art oder politische Ansinnen werben würden.

Doch ist es denn tatsächlich notwendig, für eine Vermisstenanzeige eine Bewilligung einzuholen? Hat man als Tierhalter nicht andere Sorgen, wenn das Haustier entlaufen ist? «Ich habe volles Verständnis dafür, dass sich jemand voller Sorge auf die Suche nach seinem Liebling macht und unter dem Verlust leidet», sagt Renate Huwyler. Dennoch sei es genauso wie im privaten auch im öffentlichen Bereich eine Frage der Höflichkeit, dass man den Besitzer einer Anschlagfläche um Einverständnis frage. «Zudem hatten wir auch Fälle, bei denen kaum mehr entfernbare Klebebänder verwendet wurden. Wir bitten deshalb die auf den Plakaten aufgeführten Personen, dies zu machen und andere Wege wie die Website der Tiermeldezentrale, Facebook oder Anschläge in den umliegenden Läden zu nutzen.» Die Gemeinde sei auch mit der Schweizerischen Tiermeldezentrale in Kontakt gestanden, weil ein Teil der Plakate direkt ab dieser Website ausgedruckt worden sei. «Diese prüft für das nächste Update eine verbesserte Information», so Huwyler.

Auf der Meldestelle ausschreiben

«Mit Busse wird bestraft, wer unbefugt an öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Bauten, Anlagen, Bäumen oder anderen Stellen Werbe- oder Informationsmaterial anbringt oder anbringen lässt», heisst es im Übertretungsstrafgesetz des Kantons Zug. Wie Judith Aklin, Mediensprecherin der Zuger Strafverfolgungsbehörden sagt, gilt dies auch für Vermisstenanzeigen von Tieren: «Wer ein Tier vermisst, sollte sich an die kantonale Meldestelle wenden und das Tier auf dieser Plattform ausschreiben.» Dass die Reussebene ein «Hotspot» illegaler Plakatierung sei, davon hat die Zuger Polizei keine Kenntnis. «Dieses Problem ist uns in diesem Umfang nicht bekannt», so Aklin.

Jener Mann, der das Plakat auf unserem Bild aufgestellt hat, namentlich aber nicht genannt werden möchte, hat zuvor nicht gewusst, dass es für die Flugblätter und Plakate eine Bewilligung braucht – bis ihn die Gemeinde kontaktiert habe. «Ich musste daraufhin einen Grossteil entfernen», erklärt er. Schliesslich hat er mehrere grössere Plakate aufgestellt – mit dem Einverständnis der Grundeigentümer, wie er betont. Dass er für die Plakate eine Bewilligung brauche, sei in seinen Augen legitim, sagt der Hundefreund, betont aber: «Wir haben die Flugblätter und Plakate breit gestreut – und nur deswegen wissen wir durch mehrere Hinweise, dass der Hund noch lebt.» Dass Tierhalter auf solche Aktionen angewiesen seien, habe auch damit zu tun, dass die Polizei es nicht als ihre Aufgabe anschaue, sich um vermisste Tiere zu kümmern.

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