Hünenberger Traditionsanlass geht neue Wege

Die Hünenberger Chilbi wird es künftig in ihrer bisherigen Form nicht mehr geben. Ein OK sammelt neue Ideen.

Rahel Hug
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 Für die Organisatoren der Hünenberger Chilbi wurde es immer schwieriger, Marktfahrer zu finden. (Bild: Patrick Hürlimann, Hünenberg, 27. August 2016)

Für die Organisatoren der Hünenberger Chilbi wurde es immer schwieriger, Marktfahrer zu finden. (Bild: Patrick Hürlimann, Hünenberg, 27. August 2016)

Sie galt lange Zeit als legendär: die Hünenberger Chilbi. Laut dem Ortsbuch von Annemarie Setz-Frey, Ueli Ess und Klaus Meyer strömte das Volk jeweils von weit her, aus dem Freiamt, dem Luzernischen und dem Zürichbiet, nach Hünenberg. «Es gab Leute, die deswegen gut und gern vier Stunden nach Hünenberg wanderten», heisst es im Geschichtsbuch.

Die Zeiten haben sich aber geändert. Das rückläufige Interesse der Marktfahrer am Chilbi-Markt und die Entwicklung der Besucherzahlen in den Beizlis haben das Organisationskomitee dazu bewogen, einen neuen Weg einzuschlagen. Wie sich im Dorf bereits herumgesprochen hat und wie Urs Felix, bei der Gemeinde zuständig für die Chilbi, bestätigt, wird es den Anlass künftig in seiner bisherigen Form nicht mehr geben. Für die Marktfahrer sei die Chilbi in Hünenberg mit der Zeit nicht mehr lukrativ gewesen, präzisiert der Fachmann Sicherheit und Umwelt bei der Gemeinde. «Unsere Chilbi war relativ früh im Jahr, zum Teil war es noch sehr heiss Ende August.» Bei den Schaustellern sei zudem eine gewisse Überalterung feststellbar. «Es wurde immer schwieriger, Anbieter für den Luna-Park zu finden.»

Das Dorfleben konzentriert sich aufs Zentrum

Aus Sicht der Besucher war wohl der Standort der Chilbi nicht optimal. Spielte sich früher das Leben noch im historischen Ortsteil St. Wolfgang ab, ist es dort inzwischen ruhig geworden, das Dorfleben konzentriert sich auf das Hünenberger Zentrum. «Man hat die Chilbi immer weniger wahrgenommen», sagt Urs Felix. «Dass wir den Lärm nicht im Dorfzentrum hatten, war zwar ein Vorteil. Doch viele wussten gar nicht, dass die Chilbi in der Wart überhaupt stattfindet.»

Traditionsgemäss fand die Veranstaltung jeweils am Namenstag des Bartholomäus am 24. August oder am Sonntag danach statt. In diesem Jahr fällt dieses Datum auf den Termin des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes (Esaf) in Zug. Urs Felix sagt:

«Für das OK war schnell klar, dass die Durchführung der Chilbi am gleichen Wochenende wie das Eidgenössische Schwingfest keinen Sinn macht.»

Nach der Esaf-Pause wird es nächstes Jahr mit einer anderen Ausrichtung weitergehen – an einem neuen Datum und mit einem neuen Namen. Künftig soll das Fest im Dorfzentrum statt an der St. Wolfgangstrasse stattfinden. Die langjährige OK-Chefin der Hünenberger Chilbi, Helen Bühler, hat ihr Amt an ihre Tochter Patrizia Brunner-Bühler übergeben. Das neue OK besteht aus sieben Personen. «Wir konnten junge Leute gewinnen, die frische Ideen einbringen», erklärt Urs Felix. Er ist überzeugt, dass die motivierten OK-Mitglieder nächstes Jahr ein tolles Hünenberger Fest im Zentrum auf die Beine stellen werden.

Zurzeit sei man daran, Ideen zu sammeln und zu konkretisieren. Gemäss jetzigem Planungsstand soll das Fest am zweiten Septemberwochenende 2020 veranstaltet werden. Zwar nicht mehr genau so wie früher mit dem «Billigen Jakob» oder dem abschliessenden Chilbitanz am Sonntagabend, wird das neue Fest bestimmt auch Raum für Begegnungen bieten. Oder wie im Ortsbuch zu lesen ist: «Man trifft Verwandte und Bekannte und lässt sich zu einem Schwatz ein oder ‹höcklet› in einer Gaststätte.»