HÜNENBERG/LUZERN: Sie darf in der ganzen Deutschschweiz plakatieren

Zehn Grafikstudenten haben für die APG Plakate gestaltet. Unter ihnen: ein junges Talent aus dem Kanton Zug.

Rahel Hug
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Larissa Boogs Plakat «Rollenspiel» gehört zu den zehn prämierten Arbeiten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Larissa Boogs Plakat «Rollenspiel» gehört zu den zehn prämierten Arbeiten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Wer in den kommenden Monaten durch Zug, Luzern, Basel oder Zürich spaziert und die Plakate betrachtet, könnte dabei eines der jungen Hünenbergerin Larissa Boog entdecken. Die 19-Jährige durfte nämlich für das Projekt «Denkzettel 2014» – einer Zusammenarbeit der Plakatgesellschaft APG Luzern und der Fachklasse Grafik Luzern – eines von zehn Plakaten gestalten. Heute findet die Vernissage der Arbeiten statt (siehe Hinweis).

Jeweils zum Jahreswechsel lädt die APG Luzern die Studenten der zweiten Fachklasse Grafik ein, ihre Wünsche und Erwartungen zum neuen Jahr zu formulieren und als Plakate zu gestalten. Gefragt waren diesmal Denkanstösse zum Thema «Vielfalt – Reichtum». Dafür haben 22 Studenten mehrere Plakate entworfen. Eine Jury wählte die zehn besten davon aus – unter anderen das Plakat «Rollenspiel» von Larissa Boog. Es zeigt Teile von verschiedenen menschlichen Gesichtern, die sie neu zusammengesetzt und dreidimensional arrangiert hat.

Vielfalt, Zufall und Spiel

Im vergangenen Frühling gab die APG das Thema bekannt. Danach hatten die Grafikstudenten einige Wochen Zeit, um ihre Konzepte zu erarbeiten, die dann im Verlauf des Sommers weiterentwickelt und verfeinert wurden.

Dass sie irgendetwas mit Menschen machen will, wusste Larissa Boog schnell. «Wir Menschen verkörpern Vielfalt wie kaum etwas anderes», sagt sie. Auf ihrem Plakat habe sie versucht, das grosse Spektrum von menschlichem Aussehen festzuhalten. Ihre Idee hat die Hünenbergerin dann um einen zusätzlichen Aspekt erweitert. «Man kann sein Aussehen auf verschiedenste Art und Weise verändern, bleibt aber immer einzigartig», sagt sie. «So sind mir die Räder in den Sinn gekommen, die das Spiel und auch den Zufall symbolisieren sollen.»

Für die Umsetzung hat die junge Gestalterin eigens ein Modell aus Plexiglas hergestellt. Auf dieses hat sie verschiedene Gesichter – gescannt aus Zeitschriften und Büchern – aufgeklebt und danach fotografiert. «Die Rollen machen das Plakat räumlicher», erzählt Larissa Boog. Passend dazu ist auch der Name «Rollenspiel», den sie ihrem Werk gegeben hat.

Die Ideen kommen bei der Arbeit

Schon als Kind hat die begabte Zugerin gern gezeichnet, die gestalterische Ader ist ihr quasi in die Wiege gelegt worden. «Meine Mutter ist sehr kreativ, vielleicht habe ich das von ihr geerbt», sagt Larissa Boog, die mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder in Hünenberg lebt. Dort hat sie auch die Sekundarschule besucht. Im zarten Alter von 16 Jahren setzte sie sich gegen zahlreiche Mitbewerber durch und erhielt einen Platz im gestalterischen Vorkurs der Hochschule Luzern – und später in der Fachklasse Grafik. «Etwas zu entwerfen und darzustellen, fasziniert mich», sagt die junge Frau. Grafik interessiere sie vor allem deshalb, weil es ein so vielfältiges und allgegenwärtiges Feld sei: «Grafik ist überall.»

Die besten Einfälle kommen Larissa Boog dann, wenn sie nicht zu viel überlegt, sondern einfach drauflos probiert und arbeitet: «Durch den Prozess selber komme ich auf gute Ideen», sagt sie. Aber nicht nur: Auch beim Zeichnen, Spazieren, Beobachten oder beim Sportklettern – ihrem grossen Hobby – lässt sie sich inspirieren.

Schule bis 2015

Noch bis im Sommer 2015 wird Larissa Boog in der Fachklasse Grafik in Luzern die Schulbank drücken. Und wie geht es dann weiter? «Ich interessiere mich sehr für Editorial Design», so die 19-Jährige. Im Bereich der Buchgestaltung etwas zu machen, könne sie sich sehr gut vorstellen. Eines scheint klar: Das junge Grafiktalent hat beste Voraussetzungen dafür.

Hinweis

Heute Freitag werden um 10.10 Uhr auf dem Theaterplatz Luzern die Ergebnisse des Projekts «Denkzettel 2014» präsentiert. Die Plakate bleiben bis am 24. Januar vor dem Luzerner Theater ausgestellt.