Leserbrief

Hunde in den öffentlichen Badis? Das will nur eine Minderheit

«Ein Hundeverbot in Badis eilt nicht», Ausgabe vom 1. Juli

Drucken
Teilen

Es ist schon erstaunlich. Da gibt es eine Minderheit in der Bevölkerung, die Hundebesitzer ist, und in deren Reihen nochmals eine Minderheit, die ihre Vierbeiner unbedingt in einer öffentlichen Badi tollen lassen will. Sie bildet im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) aber offensichtlich eine Mehrheit. Sie missachtet das Wohl und die Gesundheit der Kinder, die Sicherheit und die Hygiene. Eine Studie zeigt, dass 70 Prozent der Befragten aber keine Haustiere in der Badi wollen.

Sie stellt die Wichtigkeit ihrer Hunde über jene der Menschen. So stellt sich die Frage, ob wir die richtigen Leute wählten? Diese Mehrheit soll sich doch bei den nächsten Wahlen von den Hunden in den GGR wählen lassen. Eingedenk der Tatsache, dass im angrenzenden Kanton Schwyz die Hunde ausnahmslos und überall an der Leine zu führen sind, wie auch in den meisten anderen Kantonen, haben sie doch bei uns privilegierte Freiheiten.

Der Gipfel der Arroganz zeigte sich im Votum der SVP-Vertreterin Cornelia Stierli, die den einheimischen Badi Besuchern empfiehlt, eine andere Badi aufzusuchen, damit sie, aus der Riedmatt anreisend, ihren Bello sorglos planschen lassen kann (Das Markieren, Ausschütteln über Sandwichs, Bellen und Angsteinflössen kommt noch dazu).

Es fragt sich, was wohl in den grauen Zellen eines GGR-Mitglieds vorgeht, sich zu solchen Ratschlägen hinreissen zu lassen. Ihr politisches Palmarès kann sie damit sicher nicht positiv anreichern. In Erinnerung wird sie aber bleiben.

Niemand hat etwas gegen Hunde. Auch wenn die Badigäste Flamingos, Weisse Mäuse, Zwergkaninchen oder Läuse mitbringen wollen, sind wir dagegen. Die Hoffnung bleibt beim Stadtrat, dass er trotzdem etwas unternehmen wird.

Rudolf Balsiger, Oberwil