Künftig kann in der Stadt Zug ein Hundeverbot in Badis verhängt werden

Der Grosse Gemeinderat beschied darüber, ob während der Badesaison ein Verbot für die Vierbeiner verhängt werden kann.

Vanessa Varisco
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Nicht mehr überall werden Hunde künftig mit zum Baden erlaubt sein.

Nicht mehr überall werden Hunde künftig mit zum Baden erlaubt sein.

Bild: Maria Schmid (Zug, 19. Juni 2020)

Darf der Hund mit in die unbeaufsichtigte Badeanstalt? Daran scheiden sich die Geister. Während die «Hündeler» es wohl schätzen würden, an heissen Tagen neben der Familienbande auch den Vierbeiner zur Abkühlung mitnehmen zu können – jene, die mit dem sprichwörtlich besten Freund des Menschen nicht viel halten, werden sich dagegen aussprechen. Auch auf politischer Ebene beschäftigte dieses Thema in der Stadt Zug. Das zeigte sich im Grossen Gemeinderat einmal mehr.

Seit dem 1. Januar 2019 ist das städtische Reglement über die Benützung der öffentlichen Anlagen in Kraft. Genauso lange wird auch um das Thema Hunde in unbeaufsichtigten städtischen Badeanlagen mehr oder minder heftig gestritten. Dass dies überhaupt zum Streitpunkt wurde, ist zur Hauptsache dem Grossen Gemeinderat zu verdanken. Er hat nämlich in der Beratung damals das Hundeverbot gestrichen, was es dem Stadtrat verunmöglichte, ein solches in unbeaufsichtigten öffentlichen Badeanlagen zu verhängen. Das hat sich nun geändert, wie der GGR entschied. Für den Beschlussentwurf sprachen sich 34 Mitglieder aus, es gab nur eine Enthaltung.

Zuspruch im Vorhinein

Was ändert sich nun mit diesem Reglement? Eigentlich nicht viel. Festgeschrieben wird, dass ein Hundeverbot in öffentlichen Badeanlagen verhängt werden kann. Wer dieses Verbot missachtet, bekommt eine Busse über 100 Franken. Laut der Vorlage des Stadtrates soll die Möglichkeit für ein solches Verbot ab nächstem Sommer gelten. In unbeaufsichtigten Badeanlagen wird eine Leinenpflicht gelten. Im Vorhinein zur Sitzung schrieb der Stadtrat, man wolle so wenig wie möglich, aber dennoch so viel wie nötig regeln mit der neuen Vorschrift. Beide Verbote gelten jeweils nur in der Badesaison. Im Vorhinein zur Sitzung sprachen sich die CVP-, FDP- und SVP-Fraktion für eine Reglementsänderung aus.

Diskussion um Ergänzung

«Die Änderungen sind im Grossen und Ganzen in Ordnung, das haben wir schon mehrmals besprochen», so Corina Kremmel von der CVP. Im Namen der Fraktion reichte sie noch zwei Nachträge ein. Eine Ausnahme für das Hundeverbot soll etwa möglich sein für Therapie, Begleit- und Polizeihunde. Ausserdem sollen Diensthunde im Einsatz und bei der Ausbildung – analog dem Hundereglement der Gemeinde Cham – von der Leinenpflicht befreit sein. Der Stadtschreiber betonte, dass dies im Benützungsreglement festgelegt werden müsste. Womit sich die CVP-Fraktion einverstanden zeigte, weshalb das Ganze keine zweite Lesung durchlaufen musste. Die SVP-Fraktion beantragte, dass deutlich deklariert wurde, dass Hundeverbote für öffentliche Badeanlagen während der Badesaison gelten. Dass sah auch die Mehrheit des Rats so.

Mit dem Entscheid wurde einer langen, teils sehr emotionalen Diskussion ein Ende gesetzt. Kurz nachdem das neue Reglement im Januar 2019 eingetreten ist, begannen die Diskussionen. So wurden drei Vorstösse von Privatpersonen eingereicht, und eine Privatperson reichte eine Einzelinitiative ein. Diese wurde vom Grossen Gemeinderat im Juli 2020 für nicht erheblich erklärt. Auf der anderen Seite wehrten sich die Hundebesitzer und plädierten dafür, dass es noch mehr Badeplätze für Hunde brauche.