Kommentar

Hundehalter und Badigäste: Wie wär’s mit etwas Rücksicht untereinander?

In der Stadt Zug dürfen Hunde in öffentliche, nicht beaufsichtigte Seebäder mitgenommen werden. Obwohl begeisterter Hundehalter, ist Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung» konsterniert, ob der Unbedarftheit der Beratungen dazu im Stadtparlament.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Bild: PD

Ich gebe es zu: Ich bin begeisterter Hundehalter. Deshalb hat mich auch die Diskussion im Zuger Stadtparlament, ob sich Hunde in den unbeaufsichtigten Stadtzuger Seebädern weiterhin verlustieren dürfen, interessiert. Und ich muss sagen – ich war konsterniert. Warum? Weil wahrscheinlich der Stadtrat genauso schnell, wie er das Hundeverbot 2019 aufhob, dieses wieder einführen wird? Mitnichten. Ich kann verstehen und auch nachvollziehen, dass eine Mehrheit der Menschen in öffentlichen Badis keine Hunde auf den Wiesen haben möchte. Ich sähe sie auch nicht gerne auf meinem Badetuch.

Konsterniert hat die Sorglosigkeit, wie in der Debatte von Verboten und Aufhebung derselben in der Badeordnung diskutiert wurde. Die Badeordnung ist Teil des städtischen Reglements über die Benützung der öffentlichen Anlagen. Und in diesem Reglement gibt es keinen Passus, der ein durch den Stadtrat erlassenes Verbot sanktionierte. Das heisst im Klartext: ohne Gesetz, keine Strafe, kein Verbot. Was tun?

Im Zweifelsfall kein Gesetz ausbauen. Der Leinenzwang für Hunde ist auch nicht zielführend – wie das Beispiel des Nachbarkantons Schwyz zeigt. Dort herrscht ein solcher Zwang, die wenigsten Hundehalter halten sich daran. Busse hin oder her. Hundehalter und Badegäste müssen vielmehr miteinander sprechen. Hundehalter sollen darauf Rücksicht nehmen, dass Hunde in einer öffentlichen Badi fehl am Platz sind, Badigäste einen badenden Hund nicht zu tragisch sehen. Etwas Rücksicht untereinander – das wär’s doch.