Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HUNDEKURSE: «Das war nun alles für die Katz»

Das Bundesparlament hat die Kurspflicht für Hundehalter nach wenigen Jahren nun wieder abgeschafft. Nun stehen die Anbieter solcher Kurse vor einer ungewissen Zukunft.
Zoe Gwerder
Ein Hundekurs in Hünenberg: Susy Trinkler, Rita Furrer, Vera Zimmermann und Janet Holzgang (von links).Bild: Werner Schelbert (20. September 2016)

Ein Hundekurs in Hünenberg: Susy Trinkler, Rita Furrer, Vera Zimmermann und Janet Holzgang (von links).Bild: Werner Schelbert (20. September 2016)

«Da fühlt man sich schon etwas an der Nase herumgeführt», sagt Herbert Lingg. Er ist Co-Präsident des Vereines Agility Team Live und Hundeschule Hünenberg (ATL). «Da wurden einem vor wenigen Jahren die zusätzlichen Kurse aufs Auge gedrückt, und nun war alles für die Katz.» Lingg spricht die zusätzlichen Kurse an, welche die Hundetrainer in seinem Verein in ihrer Freizeit absolvieren mussten, um die damals neu eingeführten obligatorischen Kurse durchführen zu können. Diese Ausbildung hätte zwischen 2000 und 3000 Franken gekostet. Rentiert habe dies nicht.

Was der Entscheid vom Bund für die Hundeschule bedeutet, kann er noch nicht abschätzen. «Unser Ziel ist noch immer, den Hundehaltern eine solide, praxisorientierte Ausbildung zu ermöglichen», so Lingg. Er rechnet jedoch damit, dass künftig sicher weniger Hundebesitzer einen Kurs besuchen werden. Da es sich beim ATL um einen Verein handelt und dieser auch ohne diese Kurseinnahmen weiter bestehen kann, wäre dies eigentlich kein Problem. Doch das Bundesgericht stellte 2009 klar, dass solche Hundekurse nicht mehr in der Landwirtschaftszone stattfinden dürfen. Der Platz, auf dem der Verein ATL heute seine Kurse durchführt, ist aber teurer als zuvor beim Bauern. «Wir zahlen fast dreimal mehr», sagt Lingg. Mit den vielen Kursen sei dies gut bezahlbar gewesen. «Sollten wir aber deutlich weniger Kurse durchführen können, könnte der Platz irgendwann zu teuer werden», so der Co-Präsident.

«Es gibt so eine Bereinigung»

Diese Befürchtung teilt Beat Eichenberger nicht. Er ist Inhaber der Hundeschule Wolfsrudel.ch und zeigt sich zuversichtlich, dass er seine Kurse trotzdem weiterhin gut gebucht hat. Trotzdem sieht er neue Herausforderungen: «Wir müssen die Leute nun anders abholen, damit sie in einen unserer Kurse kommen.» Und natürlich würden nun auch die Theoriekurse deutlich weniger werden. Diese waren bislang vor dem Kauf eines Hundes obligatorisch. Für Eichenberger hat die ganze Sache aber auch einen positiven Aspekt: «Ich begrüsse es, dass wir so nun den Spreu vom Weizen trennen können. Unter den Hundetrainern gibt es schwarze Schafe, da ist eine Bereinigung gut.»

Auch der Kantonstierarzt Rainer Nussbaumer sieht der Aufhebung der Kurspflicht gelassen entgegen. Er erwartet keinen Anstieg der Beissvorfälle.

Zoe Gwerder

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.