Hunderte Kormorane fressen den Zugersee leer

Zwar hat es früher schon mehr Kormorane am Zugersee gegeben. Doch die Nöte der Fischer nehmen neue Dimensionen an.

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«Ich glaube, das war das letzte Egli.» (Karikatur Jals/Neue LZ)

«Ich glaube, das war das letzte Egli.» (Karikatur Jals/Neue LZ)

Es ist ein regelrechtes Gemetzel. Geschwader von rund 250 Kormoranen rasen im Tiefflug über den Zugersee und hetzen einen Eglischwarm. «Es sieht aus, als ob das Wasser auf dem See kocht, wenn die Vögel angreifen», beschreibt Peter Ulmann, Leiter des kantonalen Amts für Fischerei und Jagd, die spektakuläre Beutezugtaktik der Fischräuber. Er will nicht verschweigen, dass die schwindenden Fischerträge im Zugersee auch mit den Kormoranen zu tun haben, von denen derzeit rund 500 Vögel hier leben – die meisten als Zugvögel.

Zwar hat es Ende der Achtzigerjahre schon deutlich mehr Kormorane am Zugersee gegeben. 1989 zählte man etwa rund 2300 Vögel, die hier überwinterten. «Doch früher gab es noch immense Weissfischbestände im Zugersee», räumt Ulmann ein. Heutzutage sei der Leidensdruck für die Berufsfischer grösser, weil die Kormorane aktuell in erster Linie die begehrten Egli frässen. Das haben Magenproben von abgeschossenenen Kormoranen ergeben. Und Egli gibt es derzeit im Zugersee zuhauf. Der delikate Speisefisch hat sich in diesem Jahr sehr gut vermehrt. Die Rekrutierung der Eglibestände wird als überdurchschnittlich erachtet. «Die zahlenstarken Eglischwärme, die von den Kormoranen systematisch im Verbund gejagt werden, sind eine willkommene Beute», sagt Fischereiaufseher und Wildhüter Felix Ammann.

Wolfgang Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Zuger Zeitung.