Hüritalhütte in Unterägeri ist wieder in Betrieb

Nach einem Jahr Unterbruch werden in der Hüritalhütte auch im Winterhalbjahr wieder Getränke serviert und es wird wieder gekocht. Ein Glücksfall, wie der Präsident der Besitzerin, der Genossame Sattel, sagt.

Charly Keiser
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In der Hüritalhütte werden Josef und Leonette Iten im Winter Kaffee ausschenken. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 19. Dezember 2018))

In der Hüritalhütte werden Josef und Leonette Iten im Winter Kaffee ausschenken. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 19. Dezember 2018))

Zuhinterst im Hürital, am Fuss des Chaiserstocks, liegt die Alp Hürital. Sie gehört der Genossame Sattel. Von Anfang Mai bis Ende Oktober wird die Alp von der Familie Josef Suter aus Sattel bestossen. «Und dies seit etwa 22 bis 23 Jahren», wie Heiri Fach, Präsident der Genossame, schätzt.

Ebenfalls etwa 23 Jahre lang hatte der Turnverein Satus Baar die Hüritalhütte im Winter gepachtet. Und dies letztmals im Winter 2014/2015. Der Verein fand keinen Nachfolger für Hüttenwart Peter Hossle und kündigte darum die Pacht.

Leben im Unruhestand

Seit Mitte Oktober wird in der Hüritalhütte auch im Winter wieder gewirtet. Josef und Leonette Iten aus Unterägeri heissen die neuen Pächter, die eingangs des Hüritals im Oberfurren zu Hause sind. «Wir haben vor zwei Jahren den Hof unserem Sohn übergeben», schaut Josef Iten zurück. «Und jetzt sind wir bei ihm angestellt.» Er sei erst 63 Jahre alt und habe die Hände noch nicht in den Schoss legen wollen, liefert Iten die Begründung, warum sie sich bei der Genossame Sattel bezüglich der Pacht der Hüritalhütte gemeldet hätten.

«Wir sind riesig froh, dass wir mit Josef und Leonette die perfekten Pächter für das Winterhalbjahr gefunden haben», sagt Heiri Fach, der selber auf der anderen Seite des Chaiserstocks eine Alp bestösst. «Sie wissen, wie es ist, wenn es regnet und was Winter im Hürital heisst.» Sie hätten das Wissen, die Gerätschaft und die Erfahrung, um in der Hüritalhütte erfolgreich wirten zu können.

Jeweils Samstag und Sonntag ist die Hütte für das Publikum geöffnet. So auch am kommenden Wochenende vor Weihnachten und sogar vom 29. Dezember bis am 1. Januar. Bis Ende April dauert die Wintersaison, und solange bewirten Josef und Leonette Iten die Gäste im Hürital. Und dies immer auch mit einem Menu, wie Josef Iten erklärt. Der kulinarische Schwerpunkt liegt bei den «Hüritalburgern», die es in vier verschiedenen Varianten zu essen gibt, und bei Fondue ab zwei Personen.

«Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, ausschliesslich mit eigenen Produkten oder mit solchen aus dem Ägerital zu kochen», sagt Iten. So stammen das Fleisch und die Eier aus dem Betrieb ihres Sohnes, der Speck von der Metzgerei Villiger in Unterägeri und der Käse vom Chäslade in Unterägeri, wie auf der Menukarte ersichtlich ist. Seine Frau habe Gastronomieerfahrung, erklärt Iten. Und sie beide wüssten, wie eine Küche ohne Strom funktioniere.

Gemütliche Wanderung

Von der Schönalphütte erreicht man in einer gemütlichen Wanderung zu Fuss, mit den Tourenskis oder den Schneeschuhen, die Hüritalhütte in rund 45 Minuten. Die Distanz beträgt etwas mehr als zwei Kilometer und der Höhenunterschied beläuft sich auf 240 Meter. «Die Strasse wird ab der Schönalphütte nicht gepflügt und gesalzen», erklärt Iten, der aber mit dem Traktor jederzeit zur Hütte fahren kann.

Mit den rund 20 Schlafplätzen sei die Hüritalhütte auch ein Ziel für Gruppen, sag er: «Es ist aber angezeigt, dass solche uns frühzeitig anfragen, damit wir uns entsprechend vorbereiten können.»

Hinweis
Infos unter: www.hueritalalp.ch