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«Ich bereue meinen Eintritt keine Minute»

Seit einem Jahr dient der Zuger Philip Stierli als Schweizer Gardist im Vatikan. Am traditionellen «Sacco di Roma» ist er vereidigt worden. Er verrät, warum sein Aufenthalt in Rom noch etwas länger dauern könnte als geplant.
Charly Keiser
Stolz posiert Philip Stierli nach seiner Vereidigung in der Kaserne der Schweizer Garde vor der Zuger Fahne. (Bild: Charly Keiser (Vatikan, 6. Mai 2018))

Stolz posiert Philip Stierli nach seiner Vereidigung in der Kaserne der Schweizer Garde vor der Zuger Fahne. (Bild: Charly Keiser (Vatikan, 6. Mai 2018))

Stillstehen. Regungslos und stundenlang. Eine Disziplin, die wohl nur wenige so gut beherrschen, wie der Stadtzuger Philip Stierli. Denn nächste Woche jährt sich sein Start als Schweizer Gardist im Vatikan, wo er seit da Hunderte Stunden auf Wache stillgestanden ist.

Es sei ein grosse Ehre, den Heiligen Vater beschützen zu dürfen, sagte Stierli vor einem Jahr zur «Zuger Zeitung». Und auf die Frage, wie gut sein Italienisch sei, sagte der damals noch 21-Jährige:«Leider gar nicht gut. Das muss ich schnellstens ändern.»

Intensive Ausbildung

Der Besuch am diesjährigen «Sacco di Roma» (siehe Box) offenbart: Es hat sich gewaltig geändert. Denn Stierlis Italienisch ist sattelfest. Das zeigt sich sowohl bei der Bestellung im Restaurant als auch beim Schwatz mit dem italienischen Kollegen der «Gendarmeria Vaticana», der im Vatikan ebenfalls Dienst schiebt.

Es sei ein brütend heisser Tag gewesen, als er vor einem Jahr mit fünf Kollegen hier in Rom eingetroffen sei, schaut Stierli zurück: «Mir war überhaupt nicht bewusst und klar, dass ich die nächsten zwei Jahre meines Lebens hier verbringen werde.» In den ersten Wochen seien die repräsentativen Aufgaben gelehrt und geübt worden und im Oktober hätten sie eine verkürzte Polizeiausbildung absolviert. «Ich habe mich schnell und gut eingelebt und bereue meinen Eintritt in die Schweizer Garde keine Minute», sagt Stierli und schwärmt: «Die Erfahrungen sind unbezahlbar. Es ist ein Abenteuer, dass nur Wenige erleben dürfen.» Jeder Tag bringe Neues, jede Woche sei anders und man könne und müsse nichts planen. «Ich treffe täglich zahlreiche Leute aus fremden Ländern, es ist ein Traum, Schweizer Gardist zu sein.»

Seit dem diesjährigen «Sacco di Roma» ist Stierlis Rekrutenzeit vorbei. Er ist jetzt Hellebardier. «Als die ersten Namen aufgerufen wurden, packte mich die Nervosität», umschreibt der Zuger, der zusammen mit einem Baarer das Zugerkontingent stellt, die Minuten vor seiner Vereidigung. Der Ablauf der Zeremonie sei mehrfach und gut eingeübt worden. «Das ist reiner Automatismus.»

Zahlreiche Audienzen

Automatisch und Routine ist vieles im Sein der Schweizer Gardisten, die eine eigene Kapelle besitzen, die sie auch fleissig aufsuchen. «Die Religiosität ist wichtig, sie macht uns klar, für was wir da sind», sagt Stierli. «Wir sind an vielen Audienzen und Anlässen mit unserem Kirchenoberhaupt dabei und sind da, um es zu schützen.»

Dass dies nur ein Teil des Jobs ist, wird bei der Besichtigung des Vatikans klar. Es gibt kaum ein Gebäude oder Denkmal, über das Philip Stierli nicht einige Sätze erzählen kann. Und er erzählt auch, wer was und wann gebaut hat. «Ich habe mich schon immer für die Geschichte interessiert», erklärt er: «Und ich möchte in meiner Zeit im Vatikan noch möglichst viel über die Geschichte Roms erfahren».

Gut möglich, dass Stierli noch ein drittes Jahr im Vatikan anhängt, wie er verrät. Verpflichtet hat er sich zwar – wie all seine Kollegen – für zwei Jahre. «Rom ist wunderschön und ich freue mich auf mein Motorrad, das ich bald kaufen und damit die weitere Umgebung der Ewigen Stadt erkunden kann», erklärt der 22-Jährige. Drei Jahre in der Garde und danach in die Polizeischule und eine Karriere bei der Zuger Polizei. Das wäre für Stierli «das Grösste». Noch geniesse er aber Rom und den Vatikan: «Es gibt hier noch viel zu lernen und zu erkunden.»

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