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«Ich bewundere ihn als Friedensstifter und Vermittler»

Nachgefragt

Mit dem Bischof von Basel, Felix Gmür, und Gottfried Locher, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, beehrten zwei Kirchenoberhäupter die Pfarrkirche St. Michael in Zug und zelebrierten einen ökumenischen Gottesdienst. Rolf Berweger, Kirchenratspräsident der Reformierten Kirche Kanton Zug, verrät, wie er die Feierlichkeiten einordnet und was er sich für die Christen wünscht.

Rolf Berweger, wie erfreut oder gar stolz sind Sie, dass der Start zum Jubiläumsjahr «500 Jahre Reformation» im katholischen Kanton Zug erfolgt ist?

Ich freue mich sehr, dass dieser Anlass gerade in Zug stattfindet, der Grenz­region zwischen den ehemals katholischen und reformierten Kantonen. Zum Reformationsjubiläum hat bereits eine Reihe von Events stattgefunden, der Zuger Tag ist aber der wichtigste ökumenische Anlass.

Wie beurteilen Sie den nationalen Gedenk- und Feiertag in Zug? Ist Zug doch schon früh als katholischer Kanton sehr liberal mit den reformierten Mitbürgern umgegangen.

Vor 150 Jahren konnten die Reformierten in Baar die erste reformierte Kirche im Kanton Zug bauen. Die reformierte Kirche in der Stadt Zug wurde vor 111 Jahren gebaut, damals ganz ausserhalb des Zentrums am Stadtrand. Inzwischen ist die Stadt um uns herum gewachsen, und wir sind in der Mitte. Die Stadt Zug verbindet heute Konfessionen und Menschen aus aller Welt. Mit dem ökumenischen Event setzen wir ein Zeichen der Offenheit. Und wir bringen zum Ausdruck, dass wir Christinnen und Christen einen Auftrag in der Gesellschaft haben: Wir bezeugen Jesus Christus.

Wie lebt es sich für einen Reformierten im «katholischen» Kanton Zug?

Tipptopp. Unsere katholischen Kollegen und wir begegnen uns auf Augenhöhe und mit viel Respekt.

Kardinal Koch hat mir auf ein Zusammengehen der katholischen und reformierten Kirche vor drei Jahren geantwortet: «Es ist der Auftrag von Jesus, der uns im hohepriesterlichen Gebet bittet, dass die Jünger eins sein sollen. Wir haben gar keine Alternative, als die Einheit zu suchen.» Wie sehen Sie das?

Jede Kirche hat eigene Traditionen. Wir freuen uns über diese Schätze. Wenn wir aber in der Gesellschaft Gehör finden und glaubwürdig sein wollen, müssen wir mit einer Stimme reden. Den Auftrag gab Jesus selbst seinen Jüngern, «dass sie alle eins seien (...) und so die Welt glaubt» (Johannes 17,20–21). Der Tag steht unter dem Motto «Gemeinsam zur Mitte»: Wir versuchen, das Gemeinsame zu stärken und als Potenzial zu nutzen, um uns den Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu stellen.

Was bedeutet Ihnen Niklaus von Flüe, wie ordnen Sie ihn ein?

Niklaus von Flüe war ein Mensch, der seinen Glauben authentisch gelebt und vorgelebt hat. Ich bewundere ihn als Friedensstifter und Vermittler. Einige sagen, er sei in Wirklichkeit der erste Reformator gewesen. Sein Wirken erinnert uns daran, dass wir uns als Kirchenvertreterinnen und Kirchenvertreter versöhnend und friedensstiftend in die Gesellschaft einbringen sollen.

Was wünschen Sie reformierten und katholischen Christen?

Uns gemeinsam wünsche ich, dass dieses Zeichen, das wir mit diesem Gedenk- und Feiertag setzen, sich in unserem weiteren Weg widerspiegelt, dass wir offen aufeinander zugehen und gemeinsam um Lösungen und Gemeinschaft ringen. Im Matthäusevangelium sagt Jesus: «Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man’s salzen?» Ich wünsche uns, dass wir dieses Bild als Herausforderung annehmen für die katholische Kirche und die reformierte Kirche. Ich wünsche uns, dass sie der Gesellschaft Geschmack geben.

Was wünschen Sie Ihrer Kirche für ihr grosses Jubiläum?

Dass Menschen in unserer Kirche eine spirituelle Heimat finden. Und zweitens durch das Jubiläum eine Rückbesinnung auf die Werte der Reformation stattfindet. Darum lautet das Jubiläumsmotto: quer denken, frei handeln, neu glauben. Ich wünsche mir, dass uns dies Herausforderung und Anspruch über das Jubiläum hinaus bleibt. (kk)

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