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Zuger Künstlerin: «Ich bin eine Kultur-Nomadin»

Nach 50 Jahren Selbstständigkeit wird Brigitte Moser ihr Schmuck-Atelier an der Dorfstrasse in Baar schliessen. Aufgeben kann und will sie ihre Arbeit aber nicht. Zeit, neue Wege einzuschlagen.
Monika Wegmann
Zehn Jahre lang wirkte Brigitte Moser in ihrem Atelierladen an der Dorfstrasse in Baar. Nun beginnt eine weitere Episode im Leben der Schmuckdesignerin. (Bild: Stefan Kaiser (10. mai 2019))

Zehn Jahre lang wirkte Brigitte Moser in ihrem Atelierladen an der Dorfstrasse in Baar. Nun beginnt eine weitere Episode im Leben der Schmuckdesignerin. (Bild: Stefan Kaiser (10. mai 2019))

Gold und Edelsteine betören die Menschen seit jeher. Dem Glitzern eines geschliffenen Steins kann kaum jemand widerstehen, schon gar nicht Brigitte Moser. Die 74-Jährige ist dem Schmuckhandwerk verfallen. «Die Arbeit damit war immer meine Passion und Berufung – und sie ist mein Lebenselixier. Sobald ich Edelsteine in der Hand fühle, juckt es mich zu studieren, was daraus entstehen könnte», sagt sie mit spürbarer Begeisterung, und ihre Augen leuchten. Auch wenn die Händler mit ihren Koffern voller geschliffener oder roher Edelsteine vorbeikämen, sei es manchmal schwierig zu widerstehen.

Und doch geht jetzt ein grosses Kapitel in ihrer 50-jährigen Firmengeschichte zu Ende: Am 15. Juni wird sie das Schmuck-Atelier an der Dorfstrasse in Baar schliessen. Das heisst jedoch nicht, dass sie die Hände künftig in den Schoss legen wird. «Wenn ich weiterarbeite, kann ich doch auch geniessen. Es gibt ja immer mehr Rentner, die das tun», sagt sie schmunzelnd. Ausserdem habe sie künftig weniger Präsenzzeit. Denn der Laden sei mit der Verpflichtung verbunden, dass man zu bestimmten Zeiten da sei. Genug Elan ist noch vorhanden, darum will Brigitte Moser jetzt etwas Neues wagen.

Schon kommen neue Ideen

Sie ist glücklich, dass sie in der Shedhalle – im Atelier 63 – einen Platz erhalten hat: «Der ist mir zugefallen. Dort sind jetzt neun Künstler, mit mir werden es zehn sein.» Sie habe sich aber bewerben müssen, da in der Regel nur Künstler bis 40 Jahre berücksichtigt werden. «Da ich über viel Erfahrung in der Kulturszene des Kantons verfüge, erhofft man sich einen spannenden Austausch unter den Atelierleuten. Brigitte Moser wird im Atelier 63 weiterhin Ringe, Ketten, Armbänder oder Ohrgeschmeide entwerfen, – oft in Zusammenarbeit mit den Kunden – und dann die Fassungen in einem aufwendigen Arbeitsprozess erarbeiten. «Jedes Stück ist ein einmaliges Kunstwerk. «Oft bekomme ich nicht mehr den gleichen Stein, jeder ist farblich anders», erklärt die Fachfrau.

«Am neuen Ort habe ich keine festen Öffnungszeiten, ich bin dort aber telefonisch erreichbar. Zudem glaube ich, dass so mehr Ruhe in meine Arbeit kommt. Doch zuerst will ich hier nach zehn Jahren an der Dorfstrasse schliessen und mich verabschieden, bevor es in der Shedhalle weitergeht.» Schon schwirren erste neue Ideen in ihrem Kopf herum. Vielleicht gibt es einmal Modeschauen, Schmucktage, Kreationen mit Rosshaaren oder andere Ausstellungen. Weiterhin wird die Baarerin auch die Kontakte mit in- und ausländischen Schmuckkünstlern pflegen.

Brigitte Moser hat sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder auch ehrenamtlich für das regionale Kulturleben engagiert, Ausstellungen organisiert oder Anlässe und Projekte initiiert. Der Kanton Zug hat sie für dieses Wirken bereits explizit geehrt. «Dafür habe ich mir neben dem Beruf immer Zeit genommen. Man muss sich engagieren, sonst passiert nicht viel», sagt sie. So gliederte sie dem Schmuckatelier einen Galeriebetrieb an, mit vier bis fünf Ausstellungen pro Jahr. Da sich Brigitte Moser ganz bewusst auf Avantgarde-Schmuck konzentrierte, war die finanzielle Lage nicht immer nur positiv. Dennoch geht sie unbeirrt ihren künstlerischen Weg weiter.

Zufrieden ist sie auch damit, dass der Laden weitergeführt wird – von einer jungen Goldschmiedin, die sie früher gefördert hat. «Mir geht es jetzt gut», sagt Brigitte Moser und ergänzt mit einem feinen Lächeln: «Schliesslich bin ich heute ‹Stein-reich›!»

Am Samstag, 15. Juni, gibt’s bei Brigitte Moser, Dorfstrasse 27, von 10–13 Uhr einen Schlussapéro. Am 3. August feiert sie von 11–14 Uhr, die Eröffnung im Atelier 63, Hofstrasse 15 in Zug.

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