Leserbrief
Ich freue mich über die, die für einen Abend den Plausch hatten

Zur Meisterfeier des EVZ vom 7. Mai

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In der Freitagsausgabe erfahren wir, dass es acht Corona-Infizierte gab aufgrund der EVZ-Meisterfeier. Und dabei werden nicht nur die Feiernden als Schuldige identifiziert, sondern auch der EVZ. Keine Aussage zum Schweregrad der Infektionen. Auch keine Aussage, dass der Kanton Zug am 21. Mai mit einer Inzidenzzahl von 136 (Quelle BAG) den dritt niedrigsten Wert der ganzen Schweiz hat.

Obwohl ich bei der Feier nicht dabei gewesen bin, freue ich mich über all die Personen, die für einen Abend den Plausch hatten. Eine Meisterfeier gibt es ja höchstens einmal im Jahr. Ich frage mich was für ein schweres Schicksal ein Medienschaffender mit sich tragen muss, um einen solchen Artikel zu schreiben. Man hätte ja auch positiv berichten können unter dem Titel «5000 feiern zusammen und es gibt nur acht Corona-Infizierte». Aber das Problem ist wahrscheinlich, dass sich die Medienschaffenden schon sehr früh auf die Seite der Coronawarner gestellt haben, und jetzt diese Linie durchziehen müssen. Das ist wohl auch der Grund, weshalb die Corona-Alarmisten aus der Wissenschaft sich jetzt nicht erklären müssen. Wer erinnert sich nicht, als im März 2020 die Mehrheit der Wissenschafterinnen und Wissenschafter einen totalen Lockdown forderte, andernfalls würden wir bis zu 50000 Tote zu beklagen haben. Sie lagen komplett falsch. Die gleichen Fehleinschätzungen dann im Dezember mit den Aussenterrassen und mit der ach so schlimmen englischen Mutation.

Bis heute warten wir auf eine evidenzbasierte Einschätzung der Unterschiede der Gefahrenlage bei Treffen in geschlossenen Räumen oder im Freien. Und jetzt erklären sich die Wissenschafter, es seien halt nur Modelle und Szenarien gewesen wie bei einem Wetterbericht.

Dass der Bundesrat seine Entscheidungen auch aufgrund der wissenschaftlichen Empfehlungen gemacht hat, davon wollen die Wissenschafter jetzt nichts mehr wissen. Diese hatten aber weitreichende Folgen. Tausende haben Konkurs gemacht, lernschwache Schüler holen den Nachteil vielleicht nie mehr auf, alte Personen blieben für lange Zeit alleine, nicht lebensnotwendige, aber dringende Operationen wurden verschoben etc.

Und was machen die Medien? Man kritisiert lieber den EVZ als diejenigen, die ohne Evidenz dafür mit in einer belehrenden, aufdringlichen Weise unser Leben in den letzten 14 Monaten negativ beeinflusst haben.

Stefan Betschart, Cham


Vor gut drei Wochen feierten rund 5000 Fans den Meistertitel des EVZ ohne Maske und Abstand bis in die Morgenstunden. Einen Tag danach wurde die Polizei von Jungpolitikern der ALG scharf kritisiert, weil sie geltende Coronagesetze nicht strikt durchsetzte. Für jeden klar Denkenden steht ausser Frage, dass dies zu einer Eskalation geführt hätte.

Mein erster Gedanke war, sofort einen Leserbrief zu schreiben. Dann entschloss ich aber zu warten, bis klar ist, wie sich der Anlass auf die Zuger Coronazahlen auswirkt. Wie erwartet hatte es keinen Einfluss, auch wenn Kantonsarzt Hauri mit Mutmassungen gerne einen solchen zu suggerieren versucht.

Wie der illegale Einsiedler Fastnachtsumzug und die diversen Coronademos zeigt auch die EVZ-Feier, dass solche Anlässe nicht zu explodierenden Fallzahlen führen. Besonders die Meisterfeier, welcher wohl zu 90Prozent Einwohner des Kantons Zug beiwohnten, ist ein klares Indiz dafür. Für mich nicht nachvollziehbar ist, dass trotz solcher Fakten sehr viele Menschen zum Beispiel Prognosen einer Taskforce mehr Glauben schenken, obwohl diese im Normalfall bei weitem nicht eintreffen. Die Erklärungen zum Versagen der «wissenschaftlichen Berater» sind zum Teil dermassen an den Haaren herbeigezogen, dass es nur noch peinlich ist. Wenigstens die Klimaaktivisten glauben an die Fakten, fanden doch vor Pfingsten Hunderte von Demos statt, etliche davon mit zu vielen Teilnehmenden und keinem Abstand.

Liebe Jung-ALGler, ich warte gespannt darauf, ob ihr die Polizeikorps hier auch für das passive Verhalten kritisieren werdet und «eine lückenlose Aufklärung der Versäumnisse» fordert.

Emil Schweizer, Kantonsrat SVP, Neuheim