Pater Albert Nampara wurde nach langer Tätigkeit im Kanton Zug verabschiedet

Seit 2003 fungierte er vielerorts im Kanton Zug als Pfarrer und Seelsorger, nun hat Pater Albert Nampara seine Ämter niedergelegt. Die Musik und der Kontakt mit Menschen begleiteten seine Arbeit stets.

Nils Rogenmoser
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Er wuchs auf der malerischen Insel Flores in Indonesien auf, besuchte die Grundschule im Knabenseminar und studierte in der Folge sechs Jahre lang Theologie und Philosophie. Anschliessend schloss sich Pater Albert Nampara der römisch-katholischen Ordensgemeinschaft der Steyler Missionaren an, die in über 60 Ländern aktiv ist.

Er legte ein ewiges Gelübde ab, um in Armut und Gehorsam zu leben, und sammelte im Rahmen von Praktika Erfahrung, ehe er 2003 in Affoltern am Albis als Seelsorger zu arbeiten begann.

Ihm ist es wichtig, auf die Leute zuzugehen

Der Kulturschock vom tropischen Indonesien zur beschaulichen Schweiz muss riesig gewesen sein. Er habe seine Ämter trotz anfänglicher Hürden mit Freude angetreten, erklärt Pater Albert in einwandfreiem Schweizerdeutsch: «Die Sprache zu erlernen, war herausfordernd. Trotzdem genoss ich es, mit Kultur und Sprache vertraut zu werden und mit den Leuten in Kontakt zu treten. Ich lernte, dass die Schweizer nicht auf einen zukommen – also bin ich auf sie zugegangen.»

In Menzingen, Neuheim und Oberägeri hat Pater Albert als Pfarrer und Seelsorger Freude gesät und Trost gespendet. Zu seinen vielseitigen Aufgaben gehörte es, Gottesdienste und Messen zu halten, Beerdigungen zu leiten und Kranke zu besuchen. Ausserdem half er Angehörigen von Verstorbenen, ihr Leid zu überwinden, und engagierte sich in der Pfadi. «Ich habe durch meine Arbeit wertvolle Freunde gefunden», erläutert er. Bedauerlich findet Pater Albert, dass der Beruf des Pfarrers hierzulande eher negativ konnotiert ist: «In Europa als Pfarrer zu arbeiten, ist nicht einfach, da man immer wieder von Skandalen hört. Es ist trotzdem eine schöne Arbeit, die Spass macht, was ich den Leuten zu vermitteln versuche.»

Nebst dem Kontakt mit den Menschen zieht sich die Musik wie ein roter Faden durch Pater Alberts Wirken. Er spielt Gitarre und Saxofon und gründete sogar die Famigo-Band, mit welcher er zusammen mit Kindern und Jugendlichen Familiengottesdienste begleitete. Musik helfe, positive Gedanken zu verstärken, so Nampara: «Die Leute sagten mir, ich sei der erste Pfarrer, der Musik auf so eine moderne Art und Weise in den Gottesdienst einbaut. Die Rückmeldungen waren stets positiv und die Kinder kamen mit Freude während ihrer Freizeit, um Musik zu machen.» Passend dazu lautet sein Lebensmotto: Gott achtet mich, wenn ich arbeite. Aber er liebt mich, wenn ich musiziere.

Nach der Auszeit folgt die Rückkehr in die Schweiz

Kürzlich wurde Pater Albert im Gottesdienst verabschiedet. Ihm wird von seinem Orden ein Sabbatjahr gewährt. Das nutzt er, um seine Englischkenntnisse zu vertiefen und seine Familie auf der Insel Flores wiederzusehen. Er sei dankbar für die Auszeit, erläutert Pater Albert: «Ich kam als Fremder in die Schweiz und verlasse sie nun als einer von Ihnen. In diesem Land fühle ich mich pudelwohl.» Nach dem Sabbatjahr kehre er in die Schweiz zurück, um neue Aufgaben wahrzunehmen, versichert Pater Albert mit einem Schmunzeln.