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«Ich kriege heute noch Hühnerhaut, wenn ich daran denke»

Fredy Egli über ...

... den aktuellen Playoff-Final: Die Mannschaft hat im zweiten Spiel hervorragend gekämpft und nie aufgegeben, was sie die ganze Saison auszeichnet. Lino Martschini ist ein gutes Beispiel dafür. Der Kerli schiesst und schiesst – ich hoffe, dass er endlich einen Torerfolg feiern kann. Diese Serie ist noch nicht vorbei!

... den Meister-Motivationstrick 1998: Wir standen im Halbfinal gegen Ambri vor dem Ausscheiden. Nachdem wir das fünfte Spiel zu Hause 1:7 verloren hatten, wurden meine Frau und ich beschimpft. Es gab Fans, die ihre Saisonabos verbrannten. Sehr aufgewühlt ging ich danach auf einen Whiskey ins Hotel Central, wo ich den Stadtrat Gügler antraf. Jener riet mir, dass die Mannschaft statt zu trainieren den Film «Everest» anschauen gehen soll, damit sie wieder näher zusammenrückt. Ich organisierte das, wir gewannen in Ambri 5:0 und anschliessend das siebte Spiel mit 7:2. Von da an waren wir nicht mehr aufzuhalten.

... das Abkommen mit Bill McDougall: Billy rief vor dem Playoff-Beginn aus wie ein Wald voll Affen. Er sah nicht ein, warum er die Anwaltskosten von 10000 Franken selbst tragen musste, die im Prozess wegen Alkohols am Steuer angefallen waren. Ich sagte ihm, dass er diese Vereinbarung unterschrieben hat. Daraufhin drohte er, in den Playoffs nicht seine beste Leistung zu zeigen. Ich blieb zunächst hart, aber später zu Hause wurde mir klar: Wenn unser Sniper die Tore nicht schiesst, dann wird es nichts mit dem Titel. Beim Warm-up vor dem ersten Spiel zitierte ich Billy in einen separaten Raum im Hertistadion und sagte: Wir treffen jetzt eine private Abmachung: Wenn du alles gibst und wir Meister werden, bekommst du von mir diese 10000 Franken – es hat bekanntlich geklappt!

... Roli von Mentlen: Ich wurde EVZ-Präsident unter der Bedingung, dass Roli von Mentlen als Manager angestellt wurde. Einerseits hatte ich zu wenig Fachwissen vom Eishockey, andererseits baute ich gerade meine Firma auf und war oft beschäftigt. Roli war ein absoluter Kenner der Hockeyszene. Er hatte als Manager viele Ideen und war seiner Zeit in manchen Dingen voraus. Doch er traf auch viele unglückliche Entscheide. Dazu zählt der Zeitpunkt, den Slogan «Zug isch besser» zu wählen, der in eine unserer schwierigsten Phasen fiel.

... über einen Schwerarbeiter: Die Yaremchucks hegten einen starken Kinderwunsch, sie hatten zwei Fehlgeburten zu verkraften. Nachdem Kenny seinen Vertrag verlängert hatte, sprachen wir über seine Situation zu Hause. Ich sagte ihm, dass ich hoffe, dass es bald klappt. Da schaute er mich grinsend an und sagte: We are working veeery, veeery hard on it!

... eine spontane Lohnkürzung: In einem Spiel in Olten hatten die Spieler den Larifari drin. Ich war sehr aufgebracht, was sich auch nach dem Besuch des Gottesdienstes am nächsten Morgen nicht änderte. Ich fuhr auf die Eisbahn und putzte die Spieler herunter. «Jetzt gibt’s keinen Lohn mehr, bis die Leistung stimmt!», sagte ich. Die nächsten zwei Spiele gewannen wir, dann ging ich in die Kabine und sagte: «Jetzt gibt’s wieder Geld!»

... einen besonderen Menschen: Unser Trainer Jim Koleff hatte eine unwahrscheinliche Aura. Jim und sein Co-Trainer Sean Simpson verband ausserdem eine grosse Freundschaft. Sean hatte ihn dem Vorstand empfohlen, obwohl wir uns gegen Sean selbst als Headcoach ausgesprochen hatten. Nachdem Jims Krebserkrankung erneut ausgebrochen war, besuchte ich ihn in den USA, wo er sich behandeln liess. Als ich ihn nach der Ankunft umarmte, dachte ich, ich würde ihn nach diesem Besuch nie wiedersehen, er war nur noch Haut und Knochen. Doch er kam wieder – und ich werde nie vergessen, was dann passierte. Die Fans bereiteten ihm bei seiner Rückkehr ins Hertistadion mit Tausenden Wunderkerzen einen grossen Empfang. Ich kriege heute noch Hühnerhaut, wenn ich daran denke. (bier)

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